180 Beschäftigte des Bonndorfer Unternehmens Hectronic werden ab Mittwoch kommender Woche nur noch 50 Prozent arbeiten. Auch Mitarbeiter an vier anderen Standorten werden von der Maßnahme betroffen sein. Darüber informierte das Unternehmen gestern im Rahmen eines telefonischen Pressegespräches.

Breites Verständnis für Maßnahmen

Die Maßnahme ist eine unmittelbare Auswirkung auf die Corona-Krise. „So etwas habe ich in 35 Jahren noch nicht mitgemacht“, sagt Geschäftsführer Eckhard Fechtig. Noch nie dagewesen sei aber auch die Reaktion der Mitarbeiter auf diese Maßnahme. „Wir hatten hier in der Firma in der Vergangenheit bereits vier oder fünf Mal Kurzarbeit, aber auf ein solch breites Verständnis sind derartige Einschnitte bisher noch nie gestoßen“, lobt der Geschäftsführer das einsichtige Verhalten aller Kolleginnen und Kollegen, als sie Ende vergangener Woche informiert wurden.

„Wir waren für dieses Jahr geradezu gesegnet mit Projekten. Nach beinahe fünf Jahren ungebrochenen Wachstums gerieten die Aufträge aber innerhalb einer Woche in den freien Fall“, beschreibt Fechtig die makabre Situation. Betroffen sind beide Geschäftsbereiche, Tanken und Parken. Auch die Kundenbetreuung leidet unter der Krise „In Ländern, in denen der Notstand ausgerufen wurde, dürfen teilweise nicht einmal Updates, Wartungen oder Ähnliches an Tankautomaten ausgeführt werden“, informierte Frank Gampp in einem gestern verteilten Schreiben an Geschäftspartner. „Große Aufträge wurden von einem Tag auf den anderen verschoben.

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Am 7. April wäre ein solches Projekt angelaufen, nun mussten wir von Hundert auf Null zurückfahren.“ Verbitterung und die Unbegreiflichkeit der aktuellen Entwicklung klingen in Fechtigs Worten mit. Etwaige Lieferengpässe spielten bei Hectronic derweil keine Rolle.

Vor wenigen Wochen habe es kurzfristige Lieferschwierigkeiten mit Displays gegeben, nachdem ein deutscher Partner keine Zulieferungen aus China mehr erhielt. „Das war uns eine Lehre. Wir haben daraufhin sämtliche kritischen Lieferanten akribisch hinterfragt und auch Transportwege genau beobachtet“, schildert Eckhard Fechtig sofort eingeläutete Maßnahmen.

Infolge der Schließung der Kantine „Papperla Pub“ muss deren Betreiberin für ihre Mitarbeiter ebenfalls Kurzarbeit anmelden. Wie lange diese Ausnahmesituation anhält, vermag niemand zu sagen. Eckhard Fechtig hofft, dass die Krise nicht auch noch zu Haushaltssperren in den Kommunen führt. Denn die sind hauptsächlich Auftraggeber für den Geschäftsbereich Parken. „Wir bleiben optimistisch, halten an unseren Projekten fest und hoffen, dass dieses Tal bald vorüber ist.“