Bonndorf Pachtvertrag für Kapelle

Die Stadt Bonndorf will sich für den Erhalt der Kapelle im ehemaligen Bad Boll einsetzen. Sie unterstützt damit die Bemühungen eines Freundeskreises um Dr. Peter Adler und den in der Schweiz lebenden Peter Marienfeld.

Der Gemeinderat Bonndorf unterstützt die Sanierung der Kapelle im ehemaligen Bad Boll. Die Räte stimmten für einen entsprechenden Pachtvertrag mit dem Land.
Der Gemeinderat Bonndorf unterstützt die Sanierung der Kapelle im ehemaligen Bad Boll. Die Räte stimmten für einen entsprechenden Pachtvertrag mit dem Land. | Bild: Bild: Morath

Gegen die Stimme der CDU-Gemeinderätin Agathe Baumgartner aus Boll stimmte der Rat dafür, einen Pachtvertrag mit dem Land Baden-Württemberg zu unterschreiben, dem die Kapelle gehört.

Voraussetzung für die Unterschrift von Bürgermeister Michael Scharf ist allerdings, dass die beantragten Mittel aus dem Leader-Plusprogramm (siehe Infobox) der EU fließen. „Für die Kapelle darf kein Euro unserer Haushaltsmittel fließen“, machte Scharf seinen Standpunkt deutlich. Gibt es keine EU-Gelder, werde er auch seine Unterschrift nicht unter den Pachtvertrag, der für 15 Jahre gelten soll, setzen. Die Restaurierung der baufälligen Kapelle werde die privaten Investoren, die fleißig Spenden sammeln, etwa 80 bis 90 000 Euro kosten. Etwa 40 000 Euro stehen derzeit bereit, erläuterte Scharf. Der Schwarzwaldverein Bonndorf hat sich bereit erklärt, nach der Restaurierung für den Unterhalt der Kapelle zu sorgen. Der CDU-Gemeinderat und Mitglied des katholischen Pfarrgemeinderates, Max Nägele, erklärte, dass nicht endgültig geklärt sei, ob die Kapelle später sowohl für kirchliche als auch weltliche Anlässe genutzt werde. „Der Mietvertrag ist aber die historische Chance, die Kapelle zu erhalten“, so Nägele. Ingo Bauer (FWV/FDP) wollte wissen, was passiert wenn der Schwarzwaldverein vor Ablauf des Pachtvertrages nicht mehr existiere. „Dann lassen wir die Kapelle verfallen – wie jetzt auch“, erklärte der Bürgermeister. Bedenken, dass die Kapelle auch für Hochzeiten genutzt werden könnte, hielt Scharf entgegen: „Da darf kein Auto fahren, dort ist Naturschutzgebiet. Deshalb wird es auch keine touristische Nutzung der Kapelle geben.“

Abgelehnt wurde vom Regierungspräsidium in Freiburg ein Antrag der Stadt Bonndorf auf Erhöhung der Fördermittel für die Stadtsanierung. „Das ist bisher noch nie passiert“, sagte Michael Scharf. Geplant waren Ausgaben in Höhe von 533 000 Euro zur Erschließung der Gartenstraße, die energetische Sanierung des Rathauses, die Erschließung des Kirchwegles sowie die Förderung privater Maßnahmen. Der Zuschuss für diese Vorhaben hätte 323 000 Euro betragen. Die Stadtsanierung läuft noch bis 2015, die Stadt wird deshalb im kommenden Jahr erneut einen Antrag stellen. Gelassen nahm der Rat die Information der Deutschen Telekom hin, dass die Telefonzellen in Gündelwangen, Holzschlag, Boll, an der Grundschule in Bonndorf und in Wellendingen abgebaut werden. „Am technischen Fortschritt geht kein Weg vorbei,“ meinte der Schultes dazu.

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