Seit vier Jahren laden die katholische und die evangelische Kirchengemeinde die dritten Klassen der Grundschule im Rahmen der Vorbereitung auf die Kommunion zu einem ökumenischen Gottesdienst ein. In diesem Jahr war das Thema "Auf der Flucht in die Fremde". Die Vorbereitung und Durchführung hatten Pfarrerin Ina Geib sowie die Religionslehrerinnen Ruth Baumgartner und Sandra Hettich übernommen. 55 Kinder beteiligten sich mit Liedern, Geschichten und Fürbitten an der kleinen Feier. Einige Mütter und Geschwister kamen ebenfalls in die evangelische Pauluskirche und wurden eingeladen, mitzusingen und mitzubeten.

Religionslehrerin Ruth Baumgartner begleitete die gemeinsam gesungenen Lieder auf der Gitarre in der Pauluskirche. Bilder: Daniele Schüle
Religionslehrerin Ruth Baumgartner begleitete die gemeinsam gesungenen Lieder auf der Gitarre in der Pauluskirche. Bilder: Daniele Schüle

Die Kleinen waren in eine evangelische und zwei katholische Gruppen eingeteilt. Sie gaben sich große Mühe, das bis heute sehr aktuelle Thema von Flucht und Vertreibung in verschiedenen Szenen bildlich darzustellen. Pfarrerin Geib begrüßte die Kinderschar und freute sich, mit ihnen den Gottesdienst feiern zu können. Sie sprach das Gebet: "Gott wird danken dir, dass du uns immer wieder zu dir einlädts". Gemeinsam sangen alle das Lied "Lasst uns miteinander singen, spielen, loben den Herrn". Ruth Baumgartner begleitete den Gesang auf der Gitarre. Pfarrerin Geib erinnerte an die Geschichte, als eine große Gruppe Israeliten mit Moses auf der Flucht waren und eine neue Heimat suchten.

Kindergruppen zeigten verschiedene Szenen zur Flucht und Vertreibung.
Kindergruppen zeigten verschiedene Szenen zur Flucht und Vertreibung.

Die Gruppe der evangelischen Kinder blickte auf die Flucht unter dem Motto "Neue Heimat für Israel" zurück. Gemeinsam sangen alle "Als Israel in Ägypten war, von harter Hand geknechtet, lass es ziehen, mein Volk". Sie erzählten über ihren Frondienst und die harte Arbeit in Ägypten, beim Wasser holen, Lehm stampfen, Steine formen und bauen. Ständig trieb sie der Aufseher zu mehr Schnelligkeit und die Arbeit für den Pharao an. Alle träumten vom Leben in Frieden und frei sein, ohne Aufpasser und Drohungen. In weiteren Beiträgen zeigten die Kindergruppen einen Terroristenüberfall auf eine Bonndorfer Firma und das Segeln in einem kleinen Boot über das offene Meer in das neue Land Afrika.

Zum Lied Zünde eine Kerze an hielten die kleinen Akteure brennende Kerzen in der Hand. Bilder: Daniele Schüle
Zum Lied Zünde eine Kerze an hielten die kleinen Akteure brennende Kerzen in der Hand. Bilder: Daniele Schüle

In den Fürbitten baten die Kinder das Unrecht abzuschaffen und zu helfen, einen Neuanfang zu finden, denn viele Tränen fließen auf der Flucht. Ihre Bitte galt, nicht gleichgültig zu sein beim Schicksal dieser Menschen. Während der Fürbitten hielten sie eine brennende Kerze in der Hand und alle sangen: "Für den Frieden auf der Welt, zünde eine Kerze an, wünsch dir, dass das kleine Licht alle Herzen wärmen, und dass in dieser kalten Zeit in der Dunkelheit eine kleine Flamme leuchtet". Gemeinsam wurde das Vaterunser gebetet und Pfarrerin Geib erteilte den Segen.