Zauberhaft oder auch gruselig waren die Töne, mit denen eine ganze Schar von Kindern beitragen durfte zum Schlosskonzert „Der Nussknacker“ mit der Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Schon die beiden riesigen Marimbaphone auf der Bühne versprachen ein ganz besonderes Erlebnis. Geladen hatte das Kulturamt des Landkreises drei bemerkenswerte Künstlerinnen.

Instrumente und klingende Bällchen waren für alle Kinder zum Ausprobieren da.
Instrumente und klingende Bällchen waren für alle Kinder zum Ausprobieren da. | Bild: Gudrun Deinzer

Katarzyna Mycka hat an ihrem Instrument zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei internationalen Musikwettbewerben erhalten unter anderem den ersten Platz beim internationalen Percussion Wettbewerb in Luxemburg und die Weltmeisterschaft, die 1996 erstmals in Stuttgart ausgetragen wurde, gewonnen. Charlotte Hahn war mehrfache Bundespreisträgerin beim Wettbewerb „Jugend musiziert“, hat auch in der Folge begehrte Preise bekommen für ihr Marimbaphon-Spiel und ist Stipendiatin. Jasmin Bachmann, Absolventin der Staatlichen Hochschule für Musik und Kunst in Stuttgart und unter anderem als Moderatorin tätig, zog die Kinder sofort in ihren Bann.

Instrumente wie Regenmacher, Glöckchenstäbe, Muschelrasseln oder auch Kalimbas führte sie den Kindern vor, erklärte mit packender Mimik fast flüsternd, wie Rassel und Regenmacher eingesetzt werde müssen, wenn es gruselig wird. Mit freudig klarer Stimme führte sie das Glockenspiel „für die Sternchentöne“ ein und „zum Verzaubern“ waren die Glöckchen. Die Kinder, erstmals in dieser Konzertreihe in bequemen Sitzsäcken direkt vor der Bühne kauernd, nahmen die Instrumente ohne Scheu entgegen.

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„Wir sind vom Fach“ meinte ein Junge keck, als es darum ging, diese still liegen zu lassen, bis der Einsatz angezeigt wird. Als die beiden Marimbaphon-Meisterinnen dann jeweils mit vier Schlägeln die Hände erhoben und die ersten Takte des berühmten Werks erklangen, war es mucksmäuschenstill im Auditorium. Akzentuiert und wirbelnd, rhythmisch und zart war das perfekte Zusammenspiel der beiden Künstlerinnen. Zwischendrin gab es in Abschnitten die dazugehörige Geschichte von E.T.A. Hoffmann, spannend vorgetragen von Jasmin Bachmann und eifrig unterstützt durch das Spontan-Kinderorchester.

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Eine Kalimba, um nur ein Beispiel zu nennen, wurde von einem dreijährigen Mädchen gespielt, das jeweils gebannt und mit höchster Aufmerksamkeit auf den Einsatz wartete. Den naheliegende Wunsch von Veranstaltern und Künstlern, Kindern die Welt der (klassischen) Musik nahezubringen, haben sich diese selbst erfüllt. Alles passte zusammen: Die kindgerechten Sitzgelegenheiten, ganz nah an den Künstlern, die sich mit großer Ernsthaftigkeit und Virtuosität voll auf die Kinder eingestellt hatten, bis hin zur Länge des Vortrags von insgesamt einer knappen Stunde – alles passte zusammen.

Kinder probieren Instrumente aus

Der Beweis folgte auf dem Fuße. Direkt nach dem Konzert wurde die Bühne praktisch gekapert. Verschiedene Rhythmusinstrumente haben die Kinder ausprobiert und sich ausgiebig mit den Künstlerinnen ausgetauscht. „Ich spiele selbst Marimbaphon und mag das Schnelle und die Wirbel“, meinte der Elfjährige Marvin stolz, während seine jüngere Schwester Anna-Lena die Kombination von Geschichte und Musik lobte. „Ich kannte das Stück schon. Wir haben mit der Schule den Nussknacker als Ballett gesehen. Ich fand hier die Musik noch viel besser, mit den Instrumenten bekommt man die selten“, äußerte Marie-Sophie begeistert.