Die Bergwacht Wutach wurde am Sonntagnachmittag kurz nach 14 Uhr die alarmiert. In der Rötenbachschlucht befand sich ein Wanderer mit einem Beinbruch in einer Notlage. Sechs Einsatzkräfte rückten mit zwei Fahrzeugen aus, wobei schnell festzustellen war, dass die Zufahrtswege von Rötenbach zur Mündung teilweise komplett vereist waren. „Aufgrund der Lage entschieden wir uns für den Zugang von Stallegg her, die Sicherheit unserer Leute geht vor“, sagte der Pressesprecher der Bergwacht Wutach, Lothar Schmidt. Dieser Weg sei nicht so steil und bereits eisfrei.

Allerdings galt es, rund 700 Meter zu Fuß zurückzulegen, was sehr anstrengend war. Aufgrund der Verletzungen (Schien- und Wadenbeinbruch) konnte die Bergung des Verletzten nicht von den sechs Leuten bewältigt werden, die Bergwacht Hinterzarten wurde mit fünf Einsatzkräften nachgefordert. Der Rettungswagen aus Neustadt stand bei Rötenbach bereit, wo die Bergwacht den Notarzt abholte. Eine Gruppe versuchte zunächst, vom „oberen Weg“ bei der Schattenmühle an die Unfallstelle zu kommen, doch dieser war komplett mit Eisplatten überzogen, so dass wieder abgedreht werden musste. So blieb nur der Zugang vom unteren Weg bei der Schattenmühle übrig, wobei sich die Bergung des Verunglückten über 50 Meter aus einem vereisten Steilstück mit der Gebirgstrage auch für die teilweise mit Spikes-Schuhen ausgestatten Retter als äußerst schwierig und gefährlich erwies.

Deshalb wurde die Luftrettung angefordert, die den Verletzten von einer Lichtung etwa 600 Meter von der Mündung des Rötenbachs her aufnehmen konnte. Erst kurz vor Dunkelheit war der schwierige und äußerst anstrengende Einsatz beendet. Wutachranger Martin Schwenninger und Lothar Schmidt appellieren, die oberen Schluchtengebiete wegen der vereisten Wege derzeit zu meiden.