Die Chilbiprobe der Feuerwehr Bonndorf war erneut wesentlicher Bestandteil der Veranstaltungsreihe rund um das Herbstfest des Handels- und Gewerbevereins. Pünktlich um 14 Uhr wurde über die Leitstelle in Waldshut der Übungsalarm ausgelöst, nahezu gleichzeitig heulten die Sirenen nicht nur in der Kernstadt, sondern auch in den Ortsteilen von Bonndorf. Hinzu gesellte sich eine realitätsnahe Nachalarmierung der Wehren aus Wutach, Grafenhausen, Lenzkirch, Waldshut-Tiengen, Lauchringen und Birkendorf.

Beeindruckt: Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Geschehen bei der Chilbiprobe und staunten über das Großaufgebot an Einsatzkräften.
Beeindruckt: Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Geschehen bei der Chilbiprobe und staunten über das Großaufgebot an Einsatzkräften. | Bild: Erhard Morath

Aufgrund der angenommenen Übungsaufgabe, Großbrand in der katholischen Kirche, respektive auf der Empore, mit mehreren eingeschlossenen Personen, entsprach das Großaufgebot an alarmierten Wehren, Fahrzeugen und Mannschaften der Feuerwehren und des Roten Kreuzes Bonndorf der tatsächlichen Vorgehensweise bei einem derartigen Ernstfall.

Menschenrettung im Fokus

Die vordringlichste Aufgabe der „ratzfatz“ und mit „Tatütata“ auf dem Gelände rund um die Kirche eintreffenden Fahrzeuge mit ihren Einsatzkräften war die Menschenrettung. Dabei kamen ausschließlich Atemschutzträger mit Wärmebildkameras zum Einsatz, die in dem mit Übungsrauch vernebelten Innenbereich des Gotteshauses nach und nach 23 verletzte Personen aufspürten, ins Freie brachten und dem Roten Kreuz Bonndorf zur Versorgung übergaben. Axel Zorn führte als RK-Gruppenleiter Regie und konnte sich auf sein gleichfalls gut ausgebildetes Rot-Kreuz-Team verlassen. Dieses nahm sich im Schatten des Vinzentiushauses den „Verletzten“ – je nach Schwere und Art der Verletzung – an. Der Platz war ob der Nähe bei gleichzeitig sicherem Abstand zum Brand optimal gewählt worden.

Bewegend: 23 „verletzte“ Personen retteten die Feuerwehrleute aus der Kirche und übergaben sie zur weiteren Versorgung an das DRK.
Bewegend: 23 „verletzte“ Personen retteten die Feuerwehrleute aus der Kirche und übergaben sie zur weiteren Versorgung an das DRK. | Bild: Erhard Morath

Der hohe Bedarf an Atemschutzträgern (50!) war möglich, weil sich mehrere Abteilungen, bestens trainiert, an der Aktion direkt beteiligten und auch die einhergehende Brandbekämpfung gewährleisteten. Drei Drehleitern, die aus Bonndorf, Waldshut-Tiengen und Löffingen, brachten sich in Stellung, denn schon allein die Höhe des Kirchenbaus hätte eine effektive Brandbekämpfung ohne sie sehr erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht. Der Wasserversorgung vom Hochbehälter am Friedhof bis zum Kirchplatz nahmen sich die Feuerwehrabteilungen aus Gündelwangen, Wellendingen, Boll, Ebnet, Wittlekofen, Dillendorf und Brunnadern an. Am Ende hatten diese dafür 3600 Meter B- und 720 Meter C-Schläuche verbaut.

Gewaltige Wassermassen

Welche gewaltigen Wassermassen im Ernstfall herangeführt werden könnten, wurde gegen Ende der Übung deutlich. Über drei Wenderohre schoss das Wasser auf die Dachfläche der Kirche und auf die angrenzenden Gebäude, um der vermeintlichen Feuersbrunst Einhalt zu bieten beziehungsweise ein Übergreifen des Feuers zu vermeiden. Mehrere hundert Zuschauer verfolgten die Übung und das Können der 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz bei herrlichem Herbstsonnenschein. Der Bonndorfer Gesamtkommandant Hansjörg Ketterer lieferte ihnen über Lautsprecher gute Hintergrundinformationen zum dramatischen Übungsablauf.

Rettungskräfte marschieren durch Stadt

Nach Ende der Großübung wurden die Schläuche, Spritzen, Geräte eingesammelt und verstaut. Die Rettungskräfte starteten anschließend einen imposanten Marsch durch die Stadt, vorneweg die Stadtmusik, dahinter Mannschaften und Fahrzeuge. Der Abschlusshock mit Abendessen fand traditionell in der „Feuerwache Kranz“ statt. Dort spielte die Stadtmusik sehr zur Freude der Feuerwehrkameraden weiterhin flotte Märsche und das beliebte Feuerwehrlied. Hauptamtsleiter Harald Heini dankte im Namen der Stadt Bonndorf und des Bürgermeisters für die gezeigte Leistung und den ganzjährigen Einsatz der Feuerwehr.

Große Anerkennung

Die große Zahl von „verletzten“ Personen, die das Rote Kreuz dieses Mal zu meistern hatte, fand große Anerkennung durch den Bonndorfer „Commander“ Hansjörg Ketterer. Und weiter: „Ich bin stolz auf euch alle und auf jeden einzelnen; – aus Bonndorf und den Ortsteilen, von der Jugendfeuerwehr bis zur Altersmannschaft.“ Hansjörg Ketterer dankte auch den beteiligten Feuerwehren des Landkreises Waldshut und des Hochschwarzwaldes, namentlich den Chefs: Andreas Kaiser aus Wutach, Guido Strittmatter aus Grafenhausen oder Pit Lindner aus Lenzkirch.

Die Feuerwehr

Die Einsatzabteilung der Feuerwehr Bonndorf zählt 220 Mitglieder, der Jugendabteilung gehören 20 Mitglieder an. Die Altersabteilung zählt zehn Personen, 15 Jungen und Mädchen werden in der Kinderfeuerwehr ausgebildet. Kommandant ist Hansjörg Ketterer.