Es sei eine schwierige, aber letztlich erfolgreiche Suche gewesen. Mechthilde Frey-Albert und Gernot Geng waren bei der Nominierungsversammlung der Bürgerliste Bonndorf zur Kommunalwahl am 26. Mai guter Laune. Die Kandidatenliste biete Wählern einen ausgewogenen gesellschaftlichen Querschnitt an – beruflich, nach Alter und mit einer 50-prozentigen Frauenquote.

Trotz intensiver Suche sei es allerdings nicht gelungen, Kandidaten auch aus sämtlichen Ortsteilen für eine Kandidatur zu gewinnen, bedauerte Mechthilde Frey-Albert. Trotzdem habe sich die Bürgerliste vorgenommen, nach der kommenden Kommunalwahl, erstmals in Bonndorf ohne Unechte Teilortswahl, nach einem Wahlerfolg die Gesamtstadt im Gemeinderatsgremium zu vertreten – wie bisher bereits. Ziel der Bürgerliste sei es ohnehin, so Gernot Geng, ohne Parteizwang, freiheitlich und unabhängig, im Ratsgremium Entscheidungen zu treffen. Gernot Geng freute sich, dass die Bürgerliste wie bereits vor fünf Jahren zwölf Bewerber ins Rennen schicken kann. Diesmal habe man den Frauenanteil auf der Nominierungsliste von vier sogar auf sechs steigern können.

Drei neue Gesichter

Mit Marika Keßler, Ute Kaiser und Gabriele Högg finden sich bei den Kandidatinnen zur Kommunalwahl drei neue Gesichter – Mechthilde Frey-Albert, Bianca Güntert und Patricia Schwanke-Kech kandidierten bereits 2014, damals zudem Gudrun Deinzer. Nicht mehr kandidieren die bisherigen vier aktiven Stadträte der Bürgerliste, Matthias Büche (fünf Jahre Stadtrat) sowie Berthold Dietsche, Bernhard Zanon und Karlheinz Rogg (jeweils 20 Jahre Stadtrat). Eine konstruktive Ratszusammenarbeit mit anderen Fraktionen, die Gesamtstadt weiterentwickeln – die Bürgerliste leiste seit 45 Jahren erfolgreiche Arbeit, umriss Gernot Geng und bekundete seinen Willen, dies auch künftig leisten zu wollen.

Blick auf Herausforderungen der Zukunft

Herausforderungen der kommenden Legislaturperiode seien, das begonnene Glasfaser-Breitbandprojekt möglichst zügig abzuwickeln und die digitale Zukunft zu sichern, den bezahlbaren Wohnraum bedarfsgerecht weiterzuentwickeln, die Ärzteversorgung zu sichern, wenn nicht gar auszubauen sowie die Bildungsinfrastruktur der Kindergärten und des BZB weiter zu verbessern. Als elementar für eine weiterhin komfortable finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt sieht Gernot Geng die Schaffung ausreichender Gewerbegebietsflächen. In diesem Zusammenhang sei es auch bedeutsam, an einer Brückenlösung über die Wutachschlucht zu arbeiten, um die Verkehrsanbindung nach Nordosten in den angrenzenden Landkreis Schwarzwald-Baar zu verbessern. Insgesamt sei kommunale Haushaltsdisziplin angesagt. Große Herausforderungen sieht der Stadtrat in der künftigen Stadtwaldnutzung – hier gelte es, Holz bedarfsgerecht und wirtschaftlich zu nutzen und die Baumbestände mit Blick auf das sich ändernde Klima umzubauen. Eine klare Ansage machte Gernot Geng zum Bonndorfer Freibad. Die Bürgerliste stehe zur momentanen Ausgestaltung als Schwimmbad. Befürworter eines Badesees müssten da schon viel Überzeugungsarbeit leisten, um die Stadträte der Bürgerliste umzustimmen.