Kurz und knackig war der offizielle Teil des Zunftmeisterempfangs am Sonntagvormittag im Paulinerheim. Zum Abschluss der Tagung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte zeigten die Pflumeschlucker noch einmal, wie entspannt die Fasnet in Bonndorf ist.

Diesen Geist brachte auch Landrat Martin Kistler mit, der im Häs der Dogerner Wiischmöcker zur Freude der Narren eine launige Rede hielt. Seinem kräftigen Narri antworteten die Zunftvertreter mit dem bekannten Narro. "Bis hierher war es schon mal gut", kam es aus den Reihen der Fasnachter. Der "Lieblingslandrat" von Bürgermeister Michael Scharf freute sich, aus den Niederungen des Rheintals in die Sonne von Bonndorf zu kommen. Er betonte die Tradition der Fasnacht, die im Landkreis Waldshut gepflegt werde: "Und in Bonndorf ist 365 Tage im Jahr Fasnacht", meinte er mit Anspielung auf die Schloss-Narrenstuben. Die Fasnet sei hier aber nicht nur im Museum, sie sei lebendig und werde sogar in die Partnerstadt Bains-les-Bains exportiert. Und er lobte die Pflumeschlucker für die Organisation der Tagung und die Pflege der Fasnacht: "Wenn sie etwas machen, dann richtig!"

In Richtung des Bürgermeisters meinte er augenzwinkernd, dass Bonndorf schon viel ertragen musste: "Erst der Verlust der Grafschaft, 20 Jahre kein Stadtrecht und dann wurde Bonndorf auch noch im Zuge der Gemeindereform dem Landkreis Waldshut zugeschlagen ..." Zwar habe man das Stadtrecht wieder, teile sich den Makel des "Dorf" im Ortsnamen aber zum Beispiel mit Düsseldorf.

Der Landrat trieb auch mit dem Namen des Stadtoberhauptes seinen Schabernack. So werde hier vieles mit Scharfsinn gemeistert, seine Wähler bezeichnete er als "Scharfmacher", und der singende Bürgermeister habe mit auf musikalische Art vorgetragene Anliegen, wohl kaum mit Widerstand im Rat zu rechnen. Kistler spielte auch auf das Blau-Weiß des Narrenrats an und mutmaßte Verbindungen nach Bayern. "Nicht, dass sie wie eine Stadt in Thüringen den Anschluss an Bayern beantragen!"

Bürgermeister Michael Scharf, der mit der Gruppe Most auch für den musikalischen Rahmen sorgte, zeigte sich dankbar dafür, dass der "höchste Rat der Stadt Bonndorf" (Narrerat) die Tagung der VSAN ausrichten durfte.

Rolad Wehrle, auf vier Jahre wieder gewählter Präsident der VSAN, tippte die beiden Politiker gleich wegen der immer zahlreicheren Vorschriften für Umzüge und Veranstaltungen an. Mancherorts werde gar ein professionelles Konzept erwartet. Wehrle setzt auf einen Dialog mit den Politikern auf allen Ebenen: "Sonst können wir spätestens in 30 Jahren die Fasnacht nicht mehr so feiern, wie wir sie heute kennen."