„Bewährtes fortsetzen, Neues wagen“ – Susanna Heim, Kulturreferentin des Landkreises und zuständig für das Jahresprogramm im Schloss Bonndorf, hatte sich im Februar die saisonale Messlatte im Gespräch selbst hochgelegt: Einen Besuch des Schlosses für ein weiter gefächertes Publikum attraktiver machen, als es bisher der Fall gewesen war. Vor allem Familien und ein deutlich jüngeres Publikum wollte sie ansprechen – Kultur als vermittelnder Faktor. Ihr Fazit, bevor das letzte Konzert die Saison 2019 beendet: „Ich bin sehr zufrieden.“

Kulturreferentin Susanna Heim
Kulturreferentin Susanna Heim | Bild: Martha Weishaar

Nahezu sämtliche Veranstaltungen im Schloss seien ausverkauft beziehungsweise sehr gut besucht gewesen. Die angestoßenen inhaltlichen Änderungen seien in der Region angenommen worden. Dies ermutige sie, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Neues wird ausprobiert

Eine klare Ansage von Susanna Heim: Anspruchsvolles vermitteln und mentale Hürden, die Menschen an einem Schlossbesuch hindern, abbauen. „Dies ist unsere Aufgabe.“ Und auch künftig werde immer wieder Neues ausprobiert werden, wie etwa die Lyrik-Veranstaltung vom Chilbiwochenende. Trotzdem: Man werde an den hochklassigen Abo-Konzerten festhalten – Kultur bediene nicht nur die Massen.

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Aber auch: Ein hohes kulturelles Niveau bedeutet für Kulturreferentin Susanna Heim nicht nur, den „alten Kanon herunter zu singen“. Nur einige Punkte, die sich kurz- bis mittelfristig ändern sollen: Für die Sonderkonzerte im Schloss sei man bestrebt, Musiker aus der Vereinswelt zu gewinnen. Die Öffnungszeiten des Schlosses sollen überarbeitet werden, mittwochs beispielsweise bis nach 17 Uhr.

Neues Format erfolgreich

Besonders erfolgreich sei das neue Format „Bücher meines Lebens“ gewesen, in dem Persönlichkeiten aus Werken vortragen, von denen sie in früheren Jahren beeinflusst wurden. Selbst die auf eine doch kleinere Klientel zugeschnittene Veranstaltung der Matinée-Lesung sei gut angenommen worden.

Cartoon-Wettbewerb auch 2020

Eine neue Publikumsschicht aus Bonndorf und dem Umland habe dem Schloss die Cartoon-Ausstellung „Bewegte Bilder“ von Christoph Niemann beschert. Auch aus der Nordschweiz sei Publikum „angelockt“ worden. Gerade die Niemann-Ausstellung eröffne den Machern des Kulturprogramms auch wieder neue Wege. Susanne Heim plant 2020 einen mit einem Preisgeld bedachten Cartoon-Wettbewerb mit deutschen und Schweizer Künstlern. Thema sollen die Befindlichkeiten der beiden Nachbarn sein. Die Finanzierung einer solchen Veranstaltung sei über den Haushalt des Kulturreferats im Landkreis Waldshut vorgesehen, so Susanna Heim.

Neue Künstlerkontakte fürs Schloss

Der finanzielle Haushalt des Landkreises für das Schlossprogramm kennt allerdings Grenzen. Sie müsse auf Honorare der Künstler achten. Deshalb, so Susanna Heim, sei es ausgesprochen wichtig, die auftretenden Künstler gut zu betreuen, um auf dieser Ebene bei den Kunstschaffenden zu punkten. Dies spreche sich herum und führe zu neuen Künstlerkontakten fürs Schloss. „Dann können wir mit anderen Kultureinrichtung, die mehr bezahlen für einen Auftritt, mithalten.“ In der kommenden Saison werde es mit dem Philosophen und Medizinethiker Giovanni Maio trotz allem einen „Knaller“ zum Thema „Der Mensch als Ganzes – Ethik des 21. Jahrhunderts“ im Rahmen der „Dahrendorf Lecture“ geben.