Die Roggenbacher Schlösser – die Burgruine Steinegg und 400 Meter südlich die Ruine Roggenbach – werden im Auftrag der Bauverwaltung des Landes, Vermögen und Bau, saniert. Die Bauarbeiten beginnen demnächst. Das Projekt wird sich wahrscheinlich über mehr als zwei Jahre hinziehen und knapp 1,5 Millionen Euro kosten.

Ein Geschlecht im Dienste der Zähringer

Wer baute einst die Burg und zu welchem Zweck? Im 12. Jahrhundert nahmen die Herzöge von Zähringen im heutigen Südwesten und der Schweiz eine bedeutende Machtstellung ein. Allerdings hing ihr großes Herrschaftsgebiet nicht zusammen, deshalb wurden die Straßen zwischen den Territorien mit Burgen gesichert.

Eine Verbindung zwischen dem Aargauer Besitz und dem Territorium auf der Baar verlief durch das Erlenbachtal über Bonndorf Richtung Villingen. Und diese Straße sollte bei der Steinatal-Querung die Burg Roggenbach sichern. Die Herren von Roggenbach waren Dienstleute der Zähringer und errichteten um 1150 die Burg. Ein Werner von Roggenbach erscheint 1152 in einer Urkunde der Zähringer. Die Burg bestand aus einem Turm, dem sogenannten Bergfried, einem Wohnhaus, Palas genannt, und einer Vorburg mit Zugbrücke.

Die Grafen von Nellenburg übernehmen

Bald schon übernahmen die Grafen von Nellenburg, die ihren Stammsitz bei Stockach hatten, die Burg Roggenbach. Und damit geriet die Burg in den Machtkampf zweier Klöster, welche die Besiedlung in dem Waldgebiet zwischen Steina und Schwarza vorantrieben, nicht zuletzt, weil man auf Silber im Gestein hoffte. Das war einerseits das Kloster St. Blasien, auf der anderen Seite das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen, dessen Beschützer die Grafen von Nellenburg waren. Und im Bereich der Burg Roggenbach prallten die Interessen aufeinander.

Über dem ehemaligen Halsgraben (heute Schlosshaldenweg) der Burg Roggenbach verlief die Zugbrücke in die Vorburg, die sich auf der linken Bildseite befand.
Über dem ehemaligen Halsgraben (heute Schlosshaldenweg) der Burg Roggenbach verlief die Zugbrücke in die Vorburg, die sich auf der linken Bildseite befand. | Bild: Friedbert Zapf

Burgnutzung wie eine "Doppelhaushälfte"

Der Ostturm der Burg Roggenbach trug den Namen Grüningen. Einen Bergfried zu benennen war unüblich, wurde aber erforderlich, als eine zweite Familie, die von Krenkingen-Weißenburg, in die Burg einzog. Die Zugezogenen hatten zuvor das Schloss Weißenburg bei Weisweil im Klettgau besessen. Sie bekamen aber Ärger mit König Rudolf I. von Habsburg. Dieser zerstörte 1288 ihr Schloss. Die Familie kaufte sich 1295 bei den Nellenburgern in die Burg Roggenbach ein, die so zur Doppelburg wurde. Jede Familie besaß einen Palas in Art einer „Doppelhaushälfte“ und eben einen eigenen Turm.

Von Burgbelagerern und Klosterräubern

Wann genau die ganze Burg ins Eigentum der Familie von Krenkingen-Weißenburg überging, ist unklar. Die Herren von Krenkingen-Weißenburg legten sich mit dem Kloster St. Blasien an. In Raubrittermanier überfiel Ritter Johann Klosteruntertanen und klösterlichen Besitz bei Schönenbach.

Auf dem Konzil in Basel wurde er deshalb 1435 auf Antrag von Abt Nikolaus von St. Blasien mit dem Kirchenbann belegt, was ihn aber nicht beeindruckte. 1438 zog Ritter Werner von Staufen mit seiner Mannschaft im Auftrag von St. Blasien vor die Burg, belagerte und zerstörte sie.

Dem Sohn des bestraften Ritters, Johann, genannt Eitelhans, wurde 1443 erlaubt, die Burg wieder aufzubauen. 1482 verkaufte Elisabeth von Weißenburg ihren Anteil an Johann von Lupfen, Landgraf von Stühlingen. Im Bauernkrieg wurde 1525 die Burg geplündert und in Brand gesteckt. Sie blieb anschließend Ruine.