Gündelwangen hat Mobilfunk. „54 Megabit Download – das habe ich daheim in Lauchringen meist nicht“, sagte ein glücklicher Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner (CDU) mit Blick auf sein Mobiltelefon. Der Bundestagsabgeordnete war noch im baden-württembergischen Landtag, als er den Innenminister Thomas Strobl für die Belange der Bevölkerung bezüglich Netzanbindung sensibilisierte. Anfang der Woche nun hat die Telekom das schon Ende 2018 erwartete Signal geschaltet.

Signal reicht bis nach Göschweiler

Eine illustre Runde hatte sich spontan zur Feier der Ankunft des Dorfes in der digitalen Neuzeit zusammengefunden, lag es doch bisher schlecht bis unversorgt im digitalen Dornröschenschlaf. Bonndorfs Bürgermeister Michael Scharf begrüßte auch seinen Kollegen aus Löffingen, Tobias Link. Denn auch Göschweiler profitiert vom Signal, das nun vom Vogtsberg über die Wutachschlucht gesendet wird. Mitstreiter aus der Verwaltung – „Werner Steiert im Bauamt hat sicher 30 Briefe geschrieben“ (Michael Scharf) – freuten sich mit Stadtrat Max Nägele.

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In der Wutachschlucht herrschte Funkstille

Anfänglich sei es freilich um etwas ganz anderes gegangen, erläuterte Michael Scharf, nämlich um die Digitalisierung des Polizeifunks und den Rettungsfunk für Einsatzkräfte in der tief eingeschnittenen und verwinkelten Wutachschlucht. Zehn Jahre sei das nun her. „Der sehr sympathische und lösungsorientierte Herr Fiesser vom Regierungspräsidium hatte damals als günstigsten Standort ein kleines Feld unterhalb des letzten Hauses an der Wutachschlucht als idealen Standort identifiziert“, so Michael Scharf.

Bürgerproteste gegen Standort

Bürgerproteste ließen nicht lange auf sich warten. Mit viel Mühe sei schließlich der jetzige Standort auf dem Vogtsberg gefunden worden, der einerseits das gewünschte Gebiet abdeckt, andererseits so weit wie möglich entfernt von der nächsten Wohnbebauung sei. Bei einer einberufenen Bürgerversammlung sei die Frage aufgekommen, ob der Mast auch für normalen Mobilfunk genutzt werden könnte.

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Nach dem Bau des Turmes indes holten Bestimmungen und Gesetze die technischen Möglichkeiten ein. Denn im Sinne des Steuerzahlers soll für staatseigene Gebäude bei Nutzung durch Privatanbieter, ein üblicher Marktpreis gezahlt werden. Für Telekommunikationsbetriebe war das angesichts der geringen Bevölkerungsdichte wenig lukrativ. Unverständnis der Bürger hatte alle Kommunalpolitiker auf den Plan gerufen. Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Patrick Rapp verkündete Felix Schreiner Ende 2017, dass das Funkloch an dieser Stelle geschlossen werde. „Wir sind dem Landesinnenminister Thomas Strobl für die Unterstützung dankbar“, sagte er.

Beharrlichkeit führt zum Ziel

Max Nägele, Gündelwanger Gemeinderat, verwies auf die derzeit laufende Suche nach Kandidaten für die anstehenden Gemeinderatswahlen. „Die Leute wollen mit Politik nichts zu tun haben und sperren sich oft gegen Parteien.“ Aber gerade in Parteien seien die Wege zu Entscheidungsträgern kürzer. „Das ist Politik – wir haben Felix oft getreten und jetzt haben wir ein positives Ergebnis“, so Nägele.

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Bürgermeister Michael Scharf stellte schließlich nicht nur ein Brückenfest mit Göschweiler für diese digitale Verbindung in Aussicht. Er will der anderen Seite der Wutachschlucht noch näher rücken: „Wir haben dem Regierungspräsidium angeboten, eine Studie zu finanzieren, die sich mit einer Brücke über die Wutachschlucht befasst. Wir haben mit den Starkregenereignissen und den Hangrutschen monatelange Sperrungen dieser Lebensader für Menschen und Firmen erleben müssen“, sagte Scharf