Mensch, war das wieder ein Narrensprung! Hunderte Hästräger gumpten durch die Stadt. Ich muss zugeben, es kribbelt auch nach fast acht Jahren in der Bonndorfer SÜDKURIER-Redaktion, wenn ich den Narrenmarsch höre und das G`schell der Pflumeschlucker in den Ohren wie Musik klingt. Morgen geht es knallbunt zu, wenn Familien, Kinder, Vereine und Fasnetgruppen über die Martinstraßen ziehen und ihre Straßenfasnet feiern. Da gibt es wieder schöne Bilder von fröhlichen Menschen, so wie beim Fasnetspiel am Montag vor dem Rathaus und dem anschließenden Umzug. Mit dem Strählen des Narrenrats als Schulklasse mit Geschichten aus der Stadt endet dann meine letzte Pflumeschluckerfasnet als Redakteur. Apropos Redaktion. Im Narrenspiegel der Pflumeschlucker wurde die SÜDKURIER-Redaktion wieder liebevoll aufs Korn genommen. Natürlich verstehe ich das als Ehre – danke, liebe „Spiegelredaktion“. Diesmal muss ich mich aber ein wenig wehren. Jeder von uns hat ein bisschen Recht, und wisst ihr was: Es gibt eine dritte Version, von der ich meine „ganz persönliche“ Schreibweise abgleitet habe: „‘s goht degege und „’s good degege“ haben eine dritte Variante – und das schon seit dem Jahr 2000. Da bekam der damalige Kranzwirt zum 100-Jährigen des Gasthauses vom Narrenrat und Holzschnitzer Erwin Studinger eine Holztafel mit Pflumeschlucker und dem altbekannten Fasnetspruch darauf. Von der Wand am Stammtisch springt mir die Tafel mit dem geschnitzten „‘s god degege“ ins Auge. Ich habe nämlich am Schmutzige Dunnschdig innovativ vor Ort recherchiert, so wie es sich für einen Redakteur gehört. Irma, die im Kranz quasi zum „Inventar“ gehört, hat mir die Geschichte der Tafel über dem Stammtisch erzählt und sie dafür sogar eigens abhängen lassen.

Liebe Narrenspiegel-Redaktion, wenn Ihr bei euren diversen Aufenthalten in jenem Gasthaus mal genauer hingeschaut hättet, wärt ihr auch drauf gekommen, dass ich nur ein bisschen daneben lag. Aber ein “o“ zu viel ist es bei mir halt doch geworden – tut mir aber kein bisschen leid, sonst wäre ich ja nicht im Narrenspiegel gekommen! Narri, Narro!

gerald.edinger@suedkurier.de