Im Alter von 60 Jahren verstarb Werner Scheu aus Bonndorf völlig überraschend an den Folgen einer Herzattacke. Vorbei ist ein Leben voller Treue zur Familie, zur Heimat, zur Landwirtschaft und vor allem der Liebe zur Blasmusik.

Als ältester Sohn des Holzschläger Dirigenten Heinrich Scheu – viele Musikfreunde erinnern sich an den „Schwarzwald-Mosch“ – erlernte er schon als Bub in der heimischen Küche das Spielen des Flügelhorns. 1969, im Alter von zehn Jahren, wurde er offiziell in die Reihen der aktiven Musiker aufgenommen. Nach und nach lernte er das eine oder andere Blechinstrument kennen, bald gab es keines mehr in der Kapelle, das er nicht spielen konnte. Als Jugendlicher schenkte ihm Oma Katharina eine Handharmonika, die er „spielend“ erlernte.

Bald spielte er auf Familienfeiern und Festen in der Umgebung, allein oder zusammen mit Herbert Fitzke, mit „Strips“ Robert Strittmatter. Im Duo mit Martin Böhler spielte er, oder mit dem Dresel Hermann. Spaß hatte er mit dem Trio „Die 3 Werners“ mit Werner Kienzler und Werner Kessler, mit dem „Steinbruchecho“ belebte er den traditionellen „Roter Stier Ball“ im Kranz in Gündelwangen. Auch mit den Aubachtalern ist er aufgetreten, die Musik war seine Leidenschaft. Und als sich am „Fasnet Sunntig“ in Bonndorf mit den vielen Gruppen, die von Wirtschaft zu Wirtschaft zogen, eine Formation bildete, deren Mitglieder Instrumente spielen wollten, die sie nie zuvor in den Händen oder am Mund hatten, da war Werner Scheu der eine, der sein „Gschirr“ beherrschte.

Die „Hinterwälder Rockzipfeljäger“ – so nannten sie sich – schafften es sogar in die volkstümliche Hitparade auf SWR4. Längst war Werner Scheu in die Fußstapfen seines Vaters getreten und wurde sein Nachfolger als Dirigent bei der Blaskapelle Grünwald-Holzschlag. Am 18. Dezember 2008 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Mit Stolz erfüllte es ihn, dass ihm sein Sohn Adrian nacheiferte und zu den Holzschlägern stieß, wo er heute Dirigent ist.

Die Arbeit auf seiner Nebenerwerbslandwirtschaft erfüllte ihn ebenfalls, die Geselligkeit mit den Traktorfreunden oder am Stammtisch war „Belohnung“ für die harte Arbeit.

Bei der Firma Dunkermotoren erlerne er das Feinmechanikerhandwerk. Es folgte der Wechsel nach Lenzkirch zur Firma Marder Feinwerktechnik, wo er im vergangenen Jahr sein 40-jähriges Betriebsjubiläum feierte. Er war zuständig für die Programmierung der computergesteuerten Maschinen. „Er war eine absolute Respektsperson“, erinnert sich sein Chef Frank Marder, „er bewahrte in Stresssituationen die Ruhe, seinen Kollegen stand er immer zur Seite. Die kniffligen Dinge waren seine Stärke.“

Seine letzte Ruhe wird Werner Scheu im Friedwald in Grünwald finden. Seine Freunde von der Blaskapelle Grünwald-Holzschlag werden zum letzten Geleit aufspielen.

Die Trauerfeier für Werner Scheu findet am 21. Februar, um 15 Uhr im Friedwald in Grünwald statt.