Von einem einschneidenden, ja historischen Ereignis sprach Martin Kistler. Der Landrat meinte die Reform, die ab Januar 2020 das bisherige Einheitsforstamt, eingegliedert in die Landratsamtsverwaltung, der Vergangenheit angehören lassen wird. Künftig werden in Waldfragen drei Akteure im Landkreis Waldshut zuständig sein: die staatliche Forst BW für den Staatswald, das Kreisforstamt Waldshut für Hoheitsaufgaben im Kommunal- und Privatwald sowie die Waldgenossenschaft Südschwarzwald, die die Holzvermarktung des Privatwaldes sowie auch von insgesamt 28 der 32 Kommunen sowie bis zu 18 000 Privatwaldbesitzern im Landkreis bündelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Es sei gleichermaßen ein Abschied und ein Aufbruch, fasste Kreisforstamtsleiter Helge von Gilsa zusammen. In den sieben Jahren, in denen er nun das Kreisforstamt leite, habe er vieles an Ereignissen, die den Wald trafen, erlebt – von Sturm bis hin zu Kalamitäten. Das Damoklesschwert über der bisherigen Organisationsstruktur weiche nun einem Neuanfang. Er hoffe auf ruhigeres Fahrwasser.

Das könnte Sie auch interessieren

Ihm blute das Herz, das Einheitsforstamt aufgeben zu müssen, sagte Landrat Martin Kistler. Die verschiedenen Waldbesitzarten hätten immer von gegenseitigen Impulsen voneinander profitiert. Seit der Eingliederung in die Landkreisverwaltung und Schaffung des Kreisforstamtes Waldshut aus sieben bisherigen Staatlichen Forstämtern 2005 habe man etliches erreicht: rund 4,1 Millionen Festmeter Holz seien eingeschlagen und nach Erntekosten von 110 Millionen Euro mit einem Erlös von 240 Millionen Euro verkauft worden.

Durch die Schaffung des Kreisforstamtes habe die Effizienz ohne Leistungseinbußen gesteigert werden können. Das Kreisforstamt Waldshut starte in personeller Vollbesetzung in die neue Ära, auch wenn ein Teil des bisherigen Personals sich in die neuen staatlichen Forst BW-Forstbezirke St. Blasien und Schopfheim verabschiedet habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Felix Reining, bisheriger Geschäftsführer der Forst BW und ab 2020 stellvertretender Leiter der Forst BW, sprach von einer Forstreform, die nach dem Umbruch 2005 erneut viel verändern werde, in der jedoch auch Zukunftschancen lägen. Hochachtung zollte er der Leistung der Mitarbeiter des Kreisforstamtes alter Struktur, die in den vergangenen 15 Jahren einiges geleistet hätten, um den Wald im Landkreis Waldshut, seine Funktionen sowie die Wertschätzung bei den Kunden, den Waldbesitzern und in der Bevölkerung zu verankern.

Bei einer Feier im Forstlichen Hauptstützpunkt in Bonndorf waren rund 90 forstliche Mitarbeiter zusammengekommen – ein letztes Mal, bevor zum Jahresende die bisherige Struktur wegfällt.