Ein sehr durchwachsenes Jahr mit Riesenherausforderungen beschlossen die Mitarbeiter der Dunkermotoren GmbH bei ihrer Jahresabschlussfeier. Bis Juli lief die Produktion auf Höchstniveau, dann folgte ein abrupter Abbruch von Auftragseingängen, Abruf bereits erteilter Aufträge und Nachfrage, fasst Geschäftsführer Uwe Lorenz im Gespräch mit dieser Zeitung zusammen.

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Den dramatischen Rückgang an Auftragseingängen führt der Geschäftsführer Uwe Lorenz im Wesentlichen auf weltwirtschaftliche Ausschläge und Unzulänglichkeiten wie den Brexit sowie den Wirtschaftskrieg zwischen den USA und China zurück. All das schlug sich negativ auf die Exportnation Deutschland nieder. Natürlich zeigen auch die Verunsicherung durch den Klimawandel und die daraus resultierende Krise in der Automobilindustrie Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Bonndorfer Motorenbauer.

Einbruch im Maschinenbau

Zwar ist das Unternehmen kein direkter Automobilzulieferer, doch die allgemeine Unsicherheit und der Strukturwandel führten zu einem drastischen Einbruch im Maschinenbau. Und der wiederum ist ein wichtiger Geschäftszweig für die Dunkermotoren GmbH. Die Industrieautomation erlitt infolge allgemeiner Investitionszurückhaltung einen großen Dämpfer. Einen starken Absatzrückgang gab es zudem auf dem asiatischen Markt. „In China gab es einen Einbruch bei Infrastrukturprogrammen. Die geopolitische Lage führt zu großer Verunsicherung“, beschreibt Uwe Lorenz die Problematik.

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Dennoch habe Dunkermotoren keinen kollektiven Einbruch. Die Bereiche Medizin- und Gebäudetechnik mit Türautomation und Sonnenschutz laufen laut Uwe Lorenz nach wie vor gut. Unterm Strich verzeichne das Unternehmen sogar ein leichtes Umsatzplus auf 240 Millionen Euro und damit fünf Millionen mehr als im Vorjahr. Knapp 1000 Mitarbeiter am Stammsitz in Bonndorf, weitere 200 in Serbien und knapp 100 in China haben dieses Plus erwirtschaftet. Der Rückgang in den Auftragsbüchern zeigt unumgängliche Auswirkungen auf die Beschäftigten.

Keine Angaben zu Zahl der nicht verlängerten Verträge

Zeitlich befristete Verträge wurden im Verlauf dieses Jahres nicht verlängert, die genaue Anzahl verriet Uwe Lorenz nicht. Einige Kollegen seien auf eigenen Wunsch in Altersteilzeit gegangen. Kündigungen habe es keine gegeben. Die Weiterbeschäftigung aller Ausbildungs- sowie Studienabsolventen seien vielmehr ein klares Signal für die Zukunft. In der zweiten Januarwoche bleibt die Firma wegen Kurzarbeit geschlossen. Erst am 13. Januar wird die Produktion wieder aufgenommen. „Es ist ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft, auf die Kosten zu achten und rechtzeitig Restrukturierungsmaßnahmen einzuläuten.“

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„Die Mitarbeiter zeigen Verständnis und ziehen gut mit, die Stimmung in der Belegschaft ist nach wie vor gut, weil alle sehen, dass es keine hausgemachten Probleme, sondern externe Marktfaktoren sind, die zu der jetzigen Lage geführt haben“, beschreibt der Geschäftsführer die Situation.

Trotz der „Achterbahn“ im Jahr 2019 zeigt sich Uwe Lorenz verhalten optimistisch. „Der Boden des Abschwungs scheint gefunden, wir haben als Firma vernünftig reagiert und schauen nach vorne. Wir nutzen die Flaute als Chance, unsere Prozesse und Effizienz nachzujustieren und um in die Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren.“ Nach mehreren Jahren überdurchschnittlichen Wachstums in Folge setzt der Motorenbauer jetzt auf innerbetriebliche Verbesserungen. „Wir schärfen die Axt, um für die nächste Welle gewappnet zu sein und nutzen die Konsolidierung, um interne Abläufe zu optimieren“, kündigt Uwe Lorenz an.

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Mit technischen Neuerungen im Produktportfolio sieht Uwe Lorenz das Unternehmen ebenso gut aufgestellt wie in ökologischer Hinsicht. Elektroantriebe aus dem Hause Dunker seien ideal geeignet, um die Herausforderungen von Digitalisierung und Energieeinsparzwängen zu bestehen. „Wir setzen auf ressourcenschonende, umweltfreundliche Produkte und sehen uns als Vorreiter einer nachhaltigen, ökologischen Gesamtwirtschaft. Dabei spielt auch die Verringerung von Transportwegen eine Rolle.“

Pläne für die Zukunft

Das Unternehmen hat die Dunker-Akademie ins Leben gerufen, die sowohl fachliche als auch soziale Kompetenz der Mitarbeiter fördert. Im Mai feiert Dunkermotoren das 70-jährige Bestehen. Im Juni veranstaltet das Bonndorfer Unternehmen ein Symposium für Technikstrategen.