CO2-Reduzierung ist bei der Bonndorfer Hectronic GmbH seit Jahren ein Thema. Mit dem Projekt EcoDesign der ETH Zürich vollzieht das Unternehmen seit einem Jahrzehnt eine gesteuerte Reduzierung dieses Treibhausgases und möchte dies auch weiterhin tun.

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Sabrina Rendler, Marketing-Managerin der Hectronic GmbH, erläutert das Vorgehen. Mit EcoDesign als ganzheitliche Betrachtungsweise zur CO2-Reduzierung habe die Hectronic GmbH alle Produktlebensabschnitte analysieren und sämtliche Unternehmensprozesse im Hinblick auf ökonomische und ökologische Aspekte ganzheitlich betrachten lassen. In einem zweiten Schritt seien die Schwachstellen ermittelt und geprüft worden, wo durch Veränderungen am meisten erreicht werden kann. Danach sei eine Strategie festgelegt und Verbesserungsmaßnahmen definiert worden.

In das Projekt habe das Unternehmen etwa 10.000 Euro Initialkosten investiert, erläutert Sabrina Rendler. Hinzu kommen Folgeinvestitionen für alle umgesetzten Maßnahmen. EcoDesign ist ein Projekt, das entsprechend auch der zukünftigen Marktentwicklung weitere Impulse geben soll. Der Unternehmensfokus liege auf einem intelligenten Einsatz der verfügbaren Ressourcen, um einen möglichst großen Nutzen für den Hersteller aber auch die Kunden zu generieren – bei minimaler Umweltbelastung und unter sozial fairen Bedingungen.

Einsparpotenzial in der Produktion

In den Fokus geriet bei der Untersuchung das Ausgangsmaterial Aluminium, das für Gehäuse der Parkschein- und Tankautomaten bei Hectronic verwendet wird. Dass die Herstellung von Primäraluminium sehr energieintensiv und umweltbelastend ist, wird das für die Produktion verwendete Aluminium größtenteils auf vollständig recyceltes (und später wieder recycelbares) Sekundäraluminium umgestellt. Mithilfe digitaler Überwachung der Parkschein- und Tankautomaten konnten Wartungsfahrten bei Hectronic auf ein Minimum reduziert werden – ebenfalls ein CO2-Einsparpotential. Der Einsatz bargeldloser Zahlungsverfahren an Parkschein- und Tankautomaten, aktuell auch die kontaktlose Bezahlung, haben nach Unternehmenseinschätzung eine CO2-Reduktion von bis zu 20 Prozent zur Folge.

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Infrastruktur

Auf den Prüfstand gestellt wurden nach Angaben von Sabrina Rendler auch das Unternehmensgebäude sowie die Arbeitsabläufe. Durch Erweiterungen und Umbaumaßnahmen habe sich das Produktions- und Bürogebäude in der Allmendstraße 15 in den vergangenen Jahren um etwa 2000 Quadratmeter vergrößert. Gleichzeitig habe man die benötigte Heizölmenge um 50 Prozent reduzieren können. Mit der Investition in ein Dokumentenmanagementsystem sei der Papierbedarf im Büroalltag merklich reduziert worden, da die Auftragslogistik digital und teilweise sogar automatisiert abgelegt werde.

Hier spart Hectronic CO2

Die Drucker in den Büroräumen seien von ehemals 60 Geräten auf rund zehn reduziert und an zentralen Stellen nach dem FollowMe-Printing-Prinzip zur Benutzung von allen Mitarbeitern aufgestellt worden. Des Weiteren werde im hauseigenen Fuhrpark auf sparsame Firmenfahrzeuge gesetzt, für den Nahbereich ist ein E-Fahrzeug in Planung. Neue Entwicklungen werden immer genau durchleuchtet und der ganzheitlichen Nutzen für das Unternehmen kritisch geprüft, so das Statement von Sabrina Rendler. Hectronic plane, den kompletten Rechnungsversand papierlos zu bewältigen.

Weitere Initiativen

Vom Auszubildenden bis zur Geschäftsführung sei jeder bemüht, einen Beitrag zur CO2-Minimierung zu leisten, so Sabrina Rendler. Große Veränderungsprozesse, wie beispielsweise beim EcoDesign-Projekt, werden über die Geschäftsführung federführend über die Betriebsleitung gesteuert. Kunden schauten vermehrt nach umweltfreundlichen Produktaspekten. Beispielsweise werden derzeit bereits etwa 70 Prozent aller Parkscheinautomaten, die die Produktion verlassen, mit einem Solarpanel betrieben.

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Hectronic-Mitarbeiter seien sensibilisiert, was CO2-Reduzierung anbelangt. Man sehe dies an so simplen Dingen wie einem vor Jahren eingerichteten Fahrradständer für 40 Fahrräder, der heillos überfüllt sei. Es gebe Überlegungen einer Erweiterung. Es gebe auch hilfreiche Hinweise aus der Belegschaft. Da in den vergangenen Jahren größtenteils auf Kartonage und Schaumstoff verzichtet worden sei, konnte die Transportverpackung für den Produktversand um 60 Prozent reduziert werden.

CO2-Anteil in Atmosphäre

CO2 ist ein Bestandteil des globalen Kohlenstoffzyklus‘. Als natürlicher Bestandteil der Luft wird CO2 von der Wissenschaft als eines der Treibhausgase und für die Erhöhung der durchschnittlichen Jahrestemperatur auf der Erde verantwortlich gemacht. Als entscheidend für den Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre wurde die Verbrennung fossiler Energieträger durch den Menschen ausgemacht. Der CO2-Anteil ist nach Angaben der „National Oceanic and Atmospheric Administration“ (NOAA), der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten, seit Beginn der Industrialisierung von 280 ppm (parts per millionen – Teile pro eine Million Teile) auf 407,8 ppm (2018) angestiegen.

Unternehmensstruktur

Die Hectronic GmbH beschäftigt nach eigenen Angaben rund 180 Mitarbeiter. Neben rund 20 betrieblich genutzten E-Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor werden auch ein Elektro-Fahrzeug und ein Hybridfahrzeug genutzt. Der Heizöl- und Wasserverbrauch für drei Gebäude hat sich nach betrieblichen Angaben im vergangenen Jahrzehnt halbiert.