„Ich finde die Mensa sehr gut, seit Frau Eske da ist. Das Angebot ist vielfältig und sie lässt sich immer etwas Neues einfallen“, sagt Jessica Witthaus, nachdem sie gerade das letzte Obststückchen aus dem Dessert-Glas gelöffelt hat. Die 15 Jahre alte Schülerin aus der zehnten Klasse kann der Schulmensa-Chefin kein größeres Kompliment machen. Vielfalt und Abwechslungsreichtum sind Birgit Eske nämlich ein besonderes Anliegen.

„Ich wollte behutsam zu Werke gehen und die Kinder heranführen an wertige und abwechslungsreiche Küche“, sagt sie über ihre Motivation, als sie den Job im Frühjahr übernommen hat. Zwar ist sie eine Seiteneinsteigerin. Aber Erfahrungen hatte sie bereits in der Grundschulküche gesammelt. Dort hat sie die Kinder sechs Jahre lang bewirtet und auch eine Fortbildung bei der deutschen Gesellschaft für Ernährung absolviert.

Nach wie vor gibt es als Hauptessen fertig Gekochtes von der Firma Hofmann. „Ich stehe da voll dahinter, das ist lecker, von Köchen frisch gekochtes Essen und dann schockgefrostet“, so die Mutter von zwei Töchtern im Alter von 15 und 19 Jahren. Man könne 200 Tage unterschiedliches Essen über dieses Angebot servieren, eine profunde Basis für die erwünschte Abwechslung. „Ich habe vor den Ferien einmal eine Liste ausgelegt für Schülerwünsche. Darauf stand Pizza, Kebab und Steak“, erzählt sie, aber dennoch ist sie zufrieden mit dem Ergebnis. Diejenigen, die ihre Wünsche in der Manier geäußert hätten, waren nämlich gerade nicht die Stammkunden. Diejenigen, die regelmäßig in die Mensa kamen hätten oft gar keine Wünsche abgegeben. „Für die war sogar die Salatsoße okay und das ist ja immer etwas ganz Spezielles.“

Dennoch sei es wichtig auf Schüler und auf Wünsche, wenn es möglich sei, auch einzugehen, mindestens jedoch die Offenheit dafür zu zeigen. „Wenn man die Schüler mit einbindet, hat das einen anderen Wert für sie“, meint Birgit Eske. Natürlich habe sie nichts gegen Spaghetti, „ich finde das total lecker, aber es gibt so viel anderes, beispielsweise Gnocchi mit Gemüsesoße und die Schüler lernen hier wirklich, dass so etwas auch schmeckt.“ Leonie Winterhalter beispielsweise genießt die Abwechslung bei den Desserts besonders: „Frau Eske zeigt uns immer wieder, wie gut gesundes Essen ist. Die Desserts mag ich besonders. Daheim gibt es eher selten Nachspeise.“ Mit einem schiefen Grinsen, gibt Birgit Eske zu, dass auch bei ihr daheim die Töchter nicht täglich mit Dessert verwöhnt werden. In der Mensaküche ist das, neben Salat oder Rohkost, aber eben ein gutes Mittel, auch bezüglich des Nährwerts abzurunden. „Ich wollte weg von Fertigpudding aus dem Plastikbecher.“ Eine der ersten Anschaffungen für die Mensa im Haus Ruth, die sie veranlasst hat, waren denn auch Nachtisch-Gläschen, in denen es an diesem Tag Obstsalat gab. „Das Auge isst mit und ich finde das sollte auch immer schön angerichtet sein“, meint sie. Dass es nun einen Wasserspender in der Mensa gibt, freut sie besonders. Dennoch gäbe es Apfelsaft von der hiesigen Mosterei Grüninger, auch Apfel-Kirsch und ab und zu einen Eistee.

Sie will aber mehr, in vielerlei Beziehung. Schön wäre eine Salatbar, dafür seien es aber noch zu wenige, die die Mensa besuchen. Also wünscht sie sich mehr Esser und es gibt einstweilen Salatteller auf Bestellung. Längst ist der Wochenspeiseplan übers Netz abzurufen, wo auch die Allergenkennzeichnung zu finden ist. „Die Mensa ist gut eingerichtet, aber ich wünsche mir schon, dass sie in den Köpfen der Kinder auch etwas weg ist von der Schule. Es wäre also schön, wenn wir die etwas 'chilliger' gestalten könnten.“ Auch hier sollten die Schüler und ihre Wünsche eingebunden werden. Freilich sei es ein „langer Weg“, bis der Spagat zwischen Funktionalität und Gemütlichkeit geschafft ist. „Ich spüre aber einen guten Rückhalt bei der Stadt und der Schule“, meint sie zuversichtlich. Und der Erfolg, bereits in den ersten Tagen dieses Schuljahres, gibt ihr Recht. Kaum im Amt, genoss nämlich der neue Realschulrektor, Sammy Wafi, bereits die Küche im Haus Ruth, einträchtig speisend neben den Schülern verschiedener Klassenstufen. Die Grundschulkinder waren ihr immer gewogen. „Die sind richtig dankbar, die Älteren sind skeptischer. Die muss man erst kriegen, mit Freundlichkeit und gutem Essen. Aber das ist völlig in Ordnung.“

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