Wer bislang in Dillendorf ein Eigenheim bauen wollte, hatte relativ schlechte Karten. Ein städtisches Baugebiet gab es in dem Ortsteil nicht, vereinzelte Baulücken befinden sich in Privateigentum und die Grundstücksbesitzer zeigten keine Verkaufsbereitschaft. Eine Wohnbauentwicklung in Dillendorf war quasi nicht möglich. Das soll sich nun ändern. Die Stadt beabsichtigt, ein Baugebiet auszuweisen, ein erster Bebauungsplanentwurf mit zwölf Bauplätzen liegt vor.

Vorstellung des Bebauungsplans

Den Entwurf des Bebauungsplans „Unter dem Friedhof“ auf Gemarkung Dillendorf stellten am Donnerstagabend Bürgermeister Michael Scharf und Nicole Messerschmid vom Stadtbauamt der Öffentlichkeit vor. Die Zahl der interessierten Dillendorfer Bürger, die zum Infotermin gekommen waren, hielt sich zwar in Grenzen. Von den Anwesenden wurde die städtische Planung aber durchweg begrüßt, kleine Änderungsvorschläge wurden von der Verwaltung aufgenommen. Diese werden dann im Gemeinderat zur Diskussion gestellt, sagte Bürgermeister Michael Scharf, der damit deutlich machte, dass man die Bürgermeinung ernst nehme.

Schwierige Verhandlungen mit Eigentümer

Wie der Rathauschef eingangs erläuterte gestaltet sich das Thema Bauen in Dillendorf sehr schwierig. Dies zum einen aufgrund der Kessellage des Dorfes, zum anderen deshalb, weil die Bereitschaft von Grundstücksbesitzern, Flächen zu verkaufen, gegen Null tendierte. „Nach unzähligen Gesprächen waren wir nahe an der Verzweiflung“, blickte Michael Scharf auf die gescheiterten Versuche zurück, Flächen für ein Baugebiet zu erwerben. Letztendlich hätten sich dann aber doch einige Familien kooperativ gezeigt.

Maximal zwölf Bauplätze möglich

Die Ausweisung eines Baugebietes wäre möglich im Bereich zwischen Friedhof und Kreisstraße, im Norden würde das Gebiet durch die Bestandsbebauung „Im Eichle“ und „Ob der Kirch“ begrenzt. Insgesamt umfasst die Fläche, die überplant wird, 13 486 Quadratmeter. Maximal zwölf Bauplätze könnten ausgewiesen werden, zwei davon würden privat bleiben. Die Größe der Bauplätze variiert zwischen 717 und 1341 Quadratmeter.

Bodenuntersuchungen beginnen

Nicole Messerschmid stellte den Bebauungsplanentwurf im Detail vor und machte zunächst deutlich, dass die Aufstellung des Bebauungsplanes im beschleunigten Verfahren erfolgen kann. Ein Bodengutachten sei bereits in Auftrag gegeben. Am kommenden Mittwoch, so Messerschmid, werde mit den Bodenuntersuchungen begonnen. Was die Verkehrserschließung des Baugebietes betrifft, sollen vorhandene Wege genutzt und ausgebaut werden. Neu angelegt wird eine Stichstraße mit Wendehammer.

Kanalnetz wird erweitert

Der bestehende Parkplatz für die Friedhofsbesucher wird wegfallen. Neue Parkflächen werden entlang der Straße „Im Eichle“ und nördlich des Friedhofsgeländes ausgewiesen. Als unproblematisch bezeichnete Nicole Messerschmid die Wasserversorgung. Das Schmutzwasser soll in den bestehenden Kanal westlich der Kreisstraße eingeleitet werden. Hierzu wird das Kanalnetz erweitert.

Bauinteressenten stehen in den Startlöchern

Ziel ist es, das Baugebiet als allgemeines Wohngebiet auszuweisen. Wie Bürgermeister Michael Scharf ergänzte, stehen einige Bauinteressenten bereits in den Startlöchern. Was die Kosten für das Bauland betrifft, versicherte Scharf, dass die Stadt mit den Bauplätzen kein Geld verdienen wolle – im Gegenteil: „Wir geben unseren Kaufpreis weiter, tragen die Verfahrenskosten und legen somit bei jedem Bauplatz drauf“, sagte der Bürgermeister und konkretisierte, dass man für einige Bauplätze einen Quadratmeterpreis von etwa 40 Euro anstrebe.

Junge Familien in Dillendorf halten

Die anwesenden Dillendorfer begrüßten die Planung. Mit dem Baugebiet könnten junge Familien in Dillendorf gehalten werden. Das sichere die Zukunft des Ortsteils. Bedenken gegen die Ausweisung des Baugebietes wurden keine geäußert. Ein paar Anregungen zu Planung gab es aber. So wurde vorgeschlagen, den Straßenradius in der Kurve beim Friedhof noch einmal zu überdenken. Die Straße werde schließlich auch von großen landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt. Nachzudenken wäre zudem über die beiden Ausfahrten auf die Kreisstraße und die Vorfahrtssituation. Ein Bauinteressent schlug noch vor, eventuell die Bauplatzgrößen anzupassen.

Bürgermeister will am Thema "dran bleiben"

Die Anregungen wurden seitens der Verwaltung aufgenommen und sollen dann dem Gemeinderat vorgelegt werden. Wie Nicole Messerschmid noch abschließend erläuterte, wurde auf der Fläche die maximale Bauplatzzahl eingeplant. Ob diese Zahl dann auch tatsächlich genehmigt werde, sei noch offen. Das hänge von den Anregungen und Stellungnahmen der übergeordneten Behörden ab. Insgesamt, so war man sich am Ende einig, befinde man sich in Sachen Wohnbauentwicklung in Dillendorf nun auf einem guten Weg. „Das Thema treibt und um, wir bleiben dran“, versicherte Bürgermeister Michael Scharf.