Die St. Martinsfeiern der Gesamtstadt Bonndorf erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die Veranstaltungen werden liebevoll inhaltlich aufbereitet für die Kinder, etwa in der Kernstadt und in Dillendorf.

Bonndorf

Rekordverdächtig war beim Martinsumzug die Teilnehmerzahl in der Kernstadt. Kaum jemals zuvor zogen so viele Kinder in Begleitung mit bunten Laternen vom Rathaus zur katholischen Kirche. Ob das daran lag, dass Sonntag war, der Laternenumzug eine Dreiviertelstunde eher begann oder Vollmond und gutes Wetter die Scharen in die Dunkelheit lockte, sei dahin gestellt. Ein imposantes Bild jedenfalls gab allen voraus St. Martin (Simon Zanon) auf seinem Ross ab, eskortiert von fackeltragenden Soldaten der 1. Kompanie des Jägerbataillons 292 Donaueschingen, der Bonndorfer Patenkompanie. Jugendkapelle und Stadtmusik gaben unter Leitung von Alexander Bernhart den richtigen Ton an und wurden von fackeltragenden Pfadfindern geleitet. Feuerwehr und DRK sorgten mit etwa 20 Helfern für die Verkehrssicherheit der Umzugsteilnehmer auf ihrem Weg in die Kirche.

St. Martin (Elias Blattert) auf dem Pferd teilte mit dem Bettler am Boden (Veronika Rendler) seinen Mantel. Simon Blattert (hinten), führt das Pferd am Halfter.
St. Martin (Elias Blattert) auf dem Pferd teilte mit dem Bettler am Boden (Veronika Rendler) seinen Mantel. Simon Blattert (hinten), führt das Pferd am Halfter. | Bild: Erhard Morath

Dort erinnerte Pfarrer Fabian Schneider an das Gedenken des Heiligen Bischof von Tours. Die Ministrantinnen Sophia und Magdalena Malich veranschaulichten das Leben des Heiligen. 650 Martinswecken teilten die Soldaten um Kompaniechefin Stefanie Reichle und Spieß Jörg Polkähn an alle Kinder aus.

Dillendorf

Der Dillendorfer St. Martinsumzug unter Regie des Schneckenvereins war eine Riesensache. Einmal mehr nahmen sehr viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit teils selbstgebastelten Laternen teil. Die nächtliche Prozession führte die Teilnehmer durchs Dorf, um am Ziel die bekannteste Legende des Heiligen Martins von Tours, das Teilen seines Mantels, schauspielreif vorgeführt zu bekommen.

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Angeführt von St. Martin hoch zu Ross folgte die bunte Schar dem „Heiligen Manne“ und steuerte drei Haltepunkte an. Sarah Giesecke verteilte Liedtextblätter und Laura Dietsche aus Ewattingen begleitete an der Gitarre ein erstes Lied. Es folgte ein weiteres Lied an einer zweiten Station, die von zahlreichen Kerzen erleuchtet war. In einer Hofeinfahrt brachte Sarah Giesecke die Lebensgeschichte des St. Martins zu Gehör. Der Höhepunkt dann am Dorfende in einem hell ausgeleuchteten Hof, in den St. Martin auf den am Boden kauernden Bettler zuritt und mit seinem Schwert seinen roten Umhang teilte. Danach erhielten die Kinder ihre Martinswecken.

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Anstelle einer weiteren Fastnachtseröffnungsveranstaltung zum 11. November hatte sich der Dillendorfer Schneckenverein vor einigen Jahren auf die Organisation des St. Martinsumzuges verständigt. Bis dahin war der Umzug von Gisela Selb, der Kindergärtnerin mit Eltern der Kindergartenkinder organisiert worden.

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Die Umzugsgenehmigung und die Martinswecken übernimmt die Stadt Bonndorf, Reiter und Pferd steuert die Familie Blattert vom Pferdhof Blattert bei. Das Pferd, eine Schwarzwälder Kaltblut-Stute, geführt von Simon Blattert hatte mit St. Martin keine Mühe, denn der achtjährige Sohn Elias spielte den römischen Offizier und saß sicher im Sattel. Für einen sicheren Umzugsweg sorgten Männer der Feuerwehrabteilung Dillendorf mit Kommandant Daniel Blattert.

Martin von Tours

Der Bischof Martin von Tours wurde 316 n. Chr. geboren in Steinmanger im heutigen Ungarn. Hilarius von Poitieres wurde Martins Lehrer und brachte ihn zum christlichen Glauben. In der 30-jährigen Amtszeit kümmerte er sich um ländlichen Regionen und lebte in armseligen Wohnverhältnissen außerhalb der Stadt. Martin starb am 8. November 397 im Alter von 80 Jahren in Candes bei Tours, dem heutigen Candes-Saint-Martin, und wurde am 11.11. bestattet.