Die Räuberzunft Gündelwangen, deren Narrenfigur des Räubers an die Sagen und Legenden rund um die Burgruine "Räuberschlössle" erinnert, steht unter neuer Führung. Martina Schaller, schon länger stellvertretende Vorsitzende, löste nach geheimer Abstimmung überraschend Georg Hofmeier ab. Durch ihre lange Vorstandserfahrung wisse sie schon recht gut, was auf sie zukomme, meinte Martina Schaller.

Ihr zur Seite wurde als Stellvertreter Ingo Stegerer gewählt. Schriftführerin Christina Zehnder, Kassiererin Andrea Brendle und Beisitzerin Julia Risle-Schaller bestätigte die Versammlung in ihren Ämtern. Neue Beisitzer wurden Stefanie Hofmeier und Timo Steidle. Timo Steidle war nach einem Probejahr bei den Räubern aufgenommen worden. Gemeinderat Matthias Büche dankte den Räubern für ihr Engagement über das Jahr und gab der Hoffnung Ausdruck, dass der Verein unter neuer Führung „die vorhandenen Gräben wieder zusammenwachsen lasse“.

Eine besondere Ehrung konnten Georg Hofmeier und Martina Staller aussprechen. 60 Jahre lang ist Ehrenmitglied Bruno Zehnder schon aktives Vereinsmitglied. Er war mit 16 Jahren beigetreten und als Hästräger und auf der Bühne ist er bis heute aktiv. Er hatte sechs Jahre als Beisitzer und vier Jahre als stellvertretender Vorsitzender mitgearbeitet und hilft heute wo er kann. Albert Hofmeier ist seit 5o Jahren dabei und immer zur Stelle, wenn am Zunftabend Küchenarbeit ansteht.

Herbert Hofmeier ist seit 25 Jahren bei den Räubern. Auch er arbeitete drei Jahre als zweiter und fünf Jahre als Vorsitzender im Vorstand, ist für die Restauration der Masken und das Schnitzen der Teller und der Räuberköpfle (für die Halstücher) zuständig und noch Vieles mehr.

Im vergangenen Vereinsjahr war eine außerordentliche Sitzung einberufen worden, die unter anderem über die Planung des 65. Bestehens 2019 beraten sollte. Die Idee, ein Narrentreffen damit zu verbinden, wurde abgelehnt, weil der Verein dafür zu klein sei. Stattdessen solle ein Jubiläumswochenende stattfinden.

Georg Hofmeier bat um Ideen für einen Vereinsausflug und man einigte sich darauf, im Herbst ein eintägiges Grillfest zu veranstalten. Martina Schaller's Entwurf für ein neues Vereins-t-shirt kam bei den Mitgliedern gut an.

Die Vorsitzende Martina Schaller (von links) ehrte Herbert Hofmeier (25 Jahre) und Bruno Zehnder (60 Jahre).
Die Vorsitzende Martina Schaller (von links) ehrte Herbert Hofmeier (25 Jahre) und Bruno Zehnder (60 Jahre).

Georg Hofmeier und Martina Schaller trafen sich im September mit dem Narrenrat, den Guggenmusiken und den Sumpflochhexen, um den Ablauf der Fastnacht 2017 zu planen. Auch am Herbstkonvent der Klettgauer Narrenvereinigung nahm im Oktober eine Abordnung teil. Nach etlichen Besprechungen und Proben standen die Räuber Ende Januar an zwei Zunftabenden zum Motto „Verrückte Waschmaschine“ auf der Bühne und begeisterten das Puplikum. Beim Klettgauer Narrentreffen in Birkendorf nahmen die Räuber am Umzug teil, ebenso in Dittishausen am Fuhrmannstag.

Martina Schaller gab Termine bekannt: Am 1. Juli nehmen einige Räuber am Grümpelturnier des Sportvereins teil, ebenso sollten die Mitglieder beim Kirchenfest am 13.August anwesend sein. Am 7. bis 9. September spielen die Landfrauen Theater, am 18. November startet der Narrenrat in die Fasnet.

Räuberzunft

Die Räuberzunft Gündelwangen wurde am 30. Januar 1953 im Rahmen einer öffentlichen Narrenversammlung gegründet. Bei der Suche nach einer heimat- verbundenen Fasnachtsfigur erinnerte Altbürgermeister Schöpperle an die Sagen und Legenden um die nahe gelegene Burgruine in der Wutachschlucht, im Volksmund das "Räuberschlössle" genannt. Als jährlicher Höhepunkt der Räuber gilt der Zunftabend, welcher erstmals zum 30-jährigen Bestehen des Vereins 1983 zusammen mit Narrenrat und Gymnastikgruppe durchgeführt wurde. Die Räuberzunft gehört der Narrenvereinigung Kleggau an.