Bonndorf – Im Gewerbegebiet Breitenfeld wird am Freitag, 19. Juli, gefeiert. Der Grund: Auf 8000 Quadratmetern befindet sich der neue Forsttechnische Hauptstützpunkt Bonndorf, der das bisherige Gebäude an der Allmendstraße ablöst. Dafür investierte das Land Baden-Württemberg 2,43 Millionen Euro. Entstanden sind in der Küferstraße 7 zwei Gebäude mit Grundflächen von 555 und 220 Quadratmetern. Das Projekt trägt das Gütesiegel „Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude“ (BNB), welches belastbare Maßstäbe für wirtschaftliche, ökologische, technische und funktionale Qualitäten von Immobilien des Bundes setzt.

Neben der Aus- und Fortbildung werden am Hauptstützpunkt neue Maschinen und Arbeitsverfahren erprobt. Wichtigste Aspekte sind die Arbeitssicherheit und Pfleglichkeit. Personell stehen dem technischen Leiter des Hauptstützpunktes Rainer Epple – der auch das 1200 Hektar große Forstrevier Sommerau führt – Felix Ehret als Unterstützungsbeamter, Bernhard Amann (Fortbildung und Motorsägenlehrgänge), Lothar Kalinasch (Fortbildung), Werner Metzler und Dietmar Schwarz (jeweils Ausbildung) als Forstwirtschaftsmeister zur Verfügung. Den Forstspezialschlepper des Stützpunktes bedienen zwei Forstwirte, drei weitere sind für den motor-manuellen Einsatz im Wald vorgesehen.

Rund 225 Kubikmeter Holz wurden für den neuen Forsttechnischen Hauptstützpunkt verwendet. Diesen Aspekt loben der leitende Forstdirektor des Kreisforstamts im Landratsamt Waldshut, Helge von Gilsa, und technischer Leiter Rainer Epple insbesonders. Das HolzHaus Bonndorf machte die Konstruktionsplanung und führte den Bau aus. Hier einige Fakten zu den beiden Neubauten auf dem Areal, das unmittelbar von zahlreichen holzverarbeitenden Firmen im Gewerbegebiet Breitenfeld umgeben ist: So wurden 85 Kubikmeter Holz für die Tragkonstruktion der Außen- und Innenwände (100 Millimeter Fichte Brettsperrholz fünffach verleimt) verarbeitet, 30 Kubikmeter Fichten-Bauholz für Holzständer/Dämmebene der Außenwände und Wandkonstruktion, 70 Kubikmeter Fichtenbauholz für Decken der Haupt- und Nebengebäude, Unterzüge, Pfosten und Randträger und 40 Kubikmeter Weißtanne für die Außenfassade.

Dass nichts dem Zufall überlassen worden ist, spiegelt sich auch im ökologischen Bereich des Hauptstützpunktes wider, der durch die Hackschnitzelanlage der benachbarten Müller Landmaschinen GmbH beheizt wird. Im Sommer gibt es Warmwasser mittels einer rund zehn Quadratmeter großen thermischen Solaranlage und im Winter erzeugt eine 30 Kilowatt-Peak-Photovoltaikanlage Strom.

  • Ausbildung: Der Hauptstützpunkt ist in erster Linie forstliche Ausbildungs- und Fortbildungseinrichtung. Werner Metzler und Dietmar Schwarz bilden Forstwirte aus. Daneben findet die fachliche Fortbildung für alle Mitarbeiter/innen des Kreisforstamts Waldshut statt. Außerdem bietet der Hauptstützpunkt für Privatwaldbesitzer und andere Gruppen forstliche Fortbildungen an.
  • Lehrgänge: Es gibt unter anderem zweitägige Motorsägenlehrgänge für Privatwaldbesitzer, Feuerwehren, private Brennholzselbstwerber und Interessierte. Neben der Aus- und Fortbildung werden am Hauptstützpunkt neue Maschinen und Arbeitsverfahren erprobt. Wichtigste Aspekte sind die Arbeitssicherheit/ Unfallverhütung und Pfleglichkeit.
  • Ökologie: Neu dazu gekommen ist, ökologische Belange anzugehen; sprich: Auszubildende lernen, beispielsweise die Wutachschlucht zu pflegen, sei es im ökologischen und biologischen Bereich. Momentan werden als Standbein der Fort- und Ausbildung acht junge Leute – später zwölf Personen – aus dem gesamten Bereich des Schwarzwaldes und Hochschwarzwaldes in Bonndorf zum Forstwirt ausgebildet, wie der Leitende Forstdirektor erörtert. Der Hauptstützpunkt sei praxisnah ausgerichtet. „Wir müssen Waldbesitzer wieder in die Lage bringen, Pflanzaktionen gut und richtig zu machen“, ist die Absicht nach Helge von Gilsa. Die Klimaerwärmung führe dazu, nun mit anderen Baumsorten zu arbeiten. So sollen Ahorn, Hasel, Lärche und Douglasie vorrangig gepflanzt werden. Von der Wichtigkeit, Flächenschulungen, wie die Pflanzenschutz-Sachkunde in der Region anzubieten, ist der technische Leiter Rainer Epple überzeugt.

Kontakt: Forsttechnischer Hauptstützpunkt Bonndorf, Küferstraße 3, 79848 Bonndorf/Schw., Telefon 07703/93¦11¦80. Feier: Freitag, 19. Juli, 15 Uhr. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen zum Tag der offenen Tür.