Viele Experten hatten mit einem solchen Ergebnis gerechnet. Dass die AfD allerdings auch in einem beschaulichen Städtchen wie Bonndorf die Zehn-Prozent-Hürde nimmt, war nicht unbedingt zu erwarten. Erfreulich hingegen die Wahlbeteiligung, die in seit längerer Zeit wieder einmal über 70 Prozent liegt. Die 73,3 Prozent sind immerhin ein Plus von 4,9 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Bisher schien in der Schwarzwaldgemeinde die CDU immer sicher 50 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen zu können. Diesmal war alles anders und die Christdemokraten büßten satte 9,7 Prozent gegenüber 2013 ein und liegen nun bei 40,6 Prozent. Nicht ganz so schlimm musste der Kandidat Felix Schreiner Federn lassen. während sein Vorgänger Thomas Dörflinger vor vier Jahren aber noch 1740 Stimmen (52,3 Prozent) der Erststimmen erhielt, konnte Schreiner nur 1599 Stimmen (44,6 Prozent) auf sich vereinigen.

Die SPD-Kandidatin Rita Schwarzelühr-Sutter verlor gegenüber den Wahlen von 2013 5,8 Prozent. In Bonndorf entschieden sich 850 Wähler für die Frau aus Lauchringen. Sie liegt mit 23,7 Prozent allerdings immer noch über dem Ergebnis ihrer Partei (17 Prozent), die 2,3 Prozent der Wähler verlor.

Um 3,4 Prozent legten die Freien Demokraten zu. Sie konnten 4,2 Prozent hinzugewinnen und liegen in Bonndorf nun bei sieben Prozent. Wahlkreiskandidat Daniel Poznanski konnte offenbar als Bürger der Stadt punkten und 7,3 Prozent der Erstwählerstimmen für sich gewinnen.

Etabliert haben sich die Grünen offenbar auch in Bonndorf, wo Ulrich Martin Drescher 299 Stimmen (8,3 Prozent) erhielt. Insgesamt legten die Grünen bei den Zweitstimmen sogar 3,3 Prozentpunkte zu und nahmen mit 11,2 Prozent locker die Zehn-Prozent-Hürde.

Noch vor vier Jahren spielte die AfD hier keine Rolle. Das hat sich massiv verändert. Zwar blieben sowohl die Partei als auch Kandidatin Martin Böswald hinter dem Ergebnis im Bund zurück, doch 358 Wähler haben ihr Kreuz bei dieser Partei oder der Kandidatin gemacht. Das sind immerhin zehn Prozent der Wahlberechtigten.

Keine Rolle spielen offenbar Die Linke und ihr Kandidat Lothar Schuchmann aus Freiburg. Sie konnten zwar 0,5 Prozent hinzugewinnen, doch mehr als 4,3 Prozent wurden es nicht.