Bonndorf Es gibt Ärger um einen Stellplatz in der Martinstraße

Bei der Einfahrt von Petra Eckerle besteht generell ein Parkverbot. Viele Einheimische parken dennoch regelmäßig dort und versperren dadurch ihren gemieteten Stellplatz.

Petra Eckerle kommt zu spät zu Terminen, wird manchmal sogar grob beleidigt. Neuerdings sogar körperlich attackiert und verletzt. Grund ist ihr Stellplatz neben dem Haus in der Martinstraße, in dem sie wohnt. Die Situation in der Hauptverkehrsstraße ist seit Jahren angespannt. In Höhe des alten Sonnenhofgebäudes, welches seit 1872 ein zentraler Teil von Bonndorf ist, sorgen Bäckerei, Videothek nebst Postfiliale, sowie der Müller Markt für eine hohe Frequenz der dort ausgewiesenen Kundenparkplätze, zuzüglich des rechten Straßenrands der B 315.

Jeden Tag das gleiche Spiel. Einer fährt raus, der Nächste rein in die Lücke, der Stellplatz wird zugeparkt. Petra Eckerle wird beleidigt oder sogar tätlich angegriffen. Nur, weil sie auch losfahren möchte. Dieses Mal ist sie sogar krankgeschrieben. „Da ist keiner da, der mir hilft. Wie oft habe ich mich sogar schon im Auto eingeschlossen, weil man auf mich losgehen wollte.“ Die verletzte Ur-Bonndorferin kämpft gegen Windmühlenflügel der erklärten Nichtzuständigkeit sowie rohe Gewalt um ihr amtlich verbrieftes Recht: „Ich will doch eigentlich nur meinen gemieteten Parkplatz benutzen.“

Auf ihrem Sofa sitzend, erzählt die 60-Jährige in körperlicher Schonhaltung von den jüngsten, erschreckenden Ereignissen: „Gestern war ich vier Stunden in der Notaufnahme im Krankenhaus. Dort wollte man mich dabehalten. Alles nur, weil wieder mal jemand meinte, er könne mit Gewalt seine Einstellung auf mich projizieren.“ Petra Eckerle ist klein, dazu sehr schmal gebaut. Ihre körperliche Konstitution ist nach mehreren Rückenoperationen nicht die Beste.

<strong>Krankgeschrieben:</strong> Petra Eckerle (60) lässt sich ihre Schmerzen nach dem tätlichen Angriff aus Stolz kaum anmerken.
Krankgeschrieben: Petra Eckerle (60) lässt sich ihre Schmerzen nach dem tätlichen Angriff aus Stolz kaum anmerken. | Bild: Beate Fauth

Stockend erzählt sie weiter: „Es ist wie verhext. Niemand will mir helfen. Stell dir vor, du stehst auf deinem Parkplatz und musst zur Arbeit oder willst zum Arzt. Du steigst in den Wagen und willst rückwärts ausparken, in dem Augenblick, wirst du zugeparkt und wenn du versuchst, den anderen Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam zu machen, weißt du schon im Voraus, was jetzt wieder kommt: Grobe Beleidigungen unter Missachtung moralischer Normen und Gesetze. Wenn ich irgendwann wieder auf meinen Stellplatz fahren möchte, komme ich nicht rein, weil dort aufs Neue alles zugestellt ist. Da soll man immer freundlich bleiben, wenn das seit sechs Jahren Alltag ist.“

Der Vermieter von Petra Eckerle zeigt sich empört: „Dieser Übergriff ging eindeutig zu weit. Die Situation war schon immer schwierig und ist höchst bedauerlich. Aber auch mir sind die Hände gebunden. Da müssen andere Lösungen her. Schließlich kann ich auch nicht mehr Areal herbeizaubern“, sagt der Hausbesitzer Wolfgang Sebert aus Freiburg weiter.

Helfen könne ihr keiner, so die hilflose Frau. Die Polizei habe zwar schon ein, zwei Mal Anzeigen aufgenommen, wenn Lastwagen die Zufahrt, inklusive der Straße, fast voll versperrten, aber ansonsten sei sie dafür nicht zuständig oder habe keine Zeit. Hauptamtsleiter Harald Heini sieht die Zuständigkeit der Stadt nur bedingt: „Das ist eine Bundesstraße. Unsere Pflicht ist erfüllt mit der abgesenkten Bordsteinkante am Gehsteig. Sie zeigt jedem Autofahrer ganz klar, dass hier Parken verboten ist. Wenn einer von beiden Ordnungshütern dort vorbeiläuft, wird verwarnt. Jeder weiß, dass man nicht vor einer Zufahrt parkt.“ Viele tun es trotzdem – jeden Tag.

<strong>Zugeparkt:</strong> Ein Stellplatz rechts vorm Sonnenhof in der Martinstraße&nbsp;59. Ein Parkversuch ist dort sinnlos. Das dunkle Auto blockiert die Einfahrt.
Zugeparkt: Ein Stellplatz rechts vorm Sonnenhof in der Martinstraße 59. Ein Parkversuch ist dort sinnlos. Das dunkle Auto blockiert die Einfahrt. | Bild: Beate Fauth

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