Die Pläne für den neuen Forst-Hauptstützpunkt im Gewerbegebiet Breitenfeld ziehen weite Kreise. Gestern waren 25 Studenten der Hochschule Konstanz (Masterstudium an der Fakultät Architektur und Gestaltung) mit ihrem Professor Josef Lenz vor Ort, um sich den Standort anzuschauen. Im Zuge einer Entwurfsaufgabe sollen sie eigene Pläne für die architektonische Gestaltung erstellen. „Das Schöne ist, dass wir uns nicht an Pläne und finanzielle Vorgaben halten müssen. Wir haben mehr Freiräume“, merkte Lenz an. Leider werde man das aber dann nicht bauen.

Die wissbegierigen Gäste vom Bodensee bekamen vom stellvertretenden Leiter des Kreisforstamts, Friedbert Zapf, einen Einblick in die Forstwirtschaft und die Aufgaben eines Hauptstützpunktes. Zapf machte dabei deutlich, dass die von Alois Arnold beim Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Konstanz erstellten Pläne für das Bonndorfer Projekt fünf Monate in Stuttgart auf ihre Bearbeitung warteten. Josef Lenz vermutet, dass der Regierungswechsel dabei eine Rolle spielt. Bei der Baugenehmigung sieht Zapf keine Hindernisse, wenn die Pläne dann einmal vorliegen. „Im nächsten Jahr wird der Stützpunkt stehen, ich werde entsprechend Druck machen“, sagte der Forstmann.

Sobald die Pläne genehmigt sind, beginne die Ausschreibung. Es liege auf der Hand, dass der Bau vorwiegend in Holzbauweise erstellt werden soll, betont Zapf. Der Kostenrahmen von 2,5 Millionen Euro kann nach seiner Einschätzung eingehalten werden.

Künftig werden im Breitenfeld 15 junge Frauen und Männer zum Forstwirt ausgebildet werden können. Dafür werde ein weiterer Forstwirtschaftsmeister eingestellt, sagt Friedbert Zapf. Die große Nachfrage an Motorsägenlehrgängen vom Technischen Hilfswerk (THW), Feuerwehren und Privatwaldbesitzern könne am neuen Standort besser umgesetzt werden. Der Schulungsraum für Seminare wird künftig 60 Quadratmeter haben und ist um weitere 20 erweiterbar. Bisher müssen sich die Forstleute mit 48 Quadratmetern in der Allmendstraße zufriedengeben.

Die angehenden Architekten werden den Komplex mit einer Garage inklusive Wildkammer zur Lagerung für die 300 bis 400 pro Jahr erlegten Rehe und andere Wildarten, einem Seminarkomplex, Werkstatträumen und einem Bürotrakt nach den vorliegenden Raumplänen frei gestalten können, wie Josef Lenz erläuterte. „Beim Hin und Her um das Raumkonzept haben wir fast ein Jahr verloren“, erklärte Friedbert Zapf den Studierenden.

Bis Februar 2017 sollen die Studenten ihre Entwürfe erstellen. Ziel sei es, bei der Raumplanung ein „plus“ rüberzubringen. Wie Lenz erläuterte, arbeite er öfter mit dem Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg zusammen. Diesmal konnte er sich einen Gefängnisneubau, die Uni-Erweiterung in Konstanz oder den Hauptstützpunkt Bonndorf aussuchen. „Der Forst ist ein schönes Thema bezüglich Nachhaltigkeit und Naturschutz, das man der Öffentlichkeit näherbringen sollte“, merkte Lenz an. Die Entwürfe sollen nach Zapfs Vorstellungen im Neubau präsentiert werden.

Aufgaben und Investitionen

Der Forsttechnische Hauptstützpunkt Bonndorf ist einer von sieben Hauptstützpunkten in Baden-Württemberg. Der Umzug von der Allmendstraße ins Breitefeld soll 2017 vollzogen werden.

  • Personal: Technischer Leiter ist Rainer Epple. Er wird von Florian Rembold und den beiden Forstwirtschaftsmeistern Bernhard Amann und Werner Metzler unterstützt. Friedbert Zapf ist stellvertretender Leiter des Kreisforstamts und Betriebsleiter des Staatsforstbetriebs und zuständig für den Hauptstützpunkt Bonndorf.
  • Neubau: Das Land investiert aus Mitteln des Forst BW, die durch nachhaltige Forstwirtschaft erwirtschaftet wurden, rund 2,5 Millionen in den neuen Hauptstützpunkt. Geplant ist die Fertigstellung 2017. Dabei werden Synergieeffekte genutzt: Der Bauplatz wurde direkt neben der Firma Landmaschinen Müller gewählt: „Wir können unsere Maschinen dort warten, damit sparen wir uns den Einbau von Ölabscheidern und wir beziehen Nahwärme von dieser Firma“, erklärt Friedbert Zapf. Der jetzige Standort in der Allmendstraße wird mit Gebäuden nach Auskunft von Zapf verkauft.
  • Ausbildung: Der Hauptstützpunkt ist in erster Linie forstliche Aus- und Fortbildungseinrichtung. Künftig werden 15 Forstwirte hier von drei Forstwirtschaftsmeistern ausgebildet, bisher sind es sechs bis sieben. Derzeit ist die zweite weibliche Forstwirtin in Ausbildung.
  • Fortbildung: Die fachliche Fortbildung für alle Mitarbeiter des Kreisforstamts Waldshut findet hier statt. Außerdem bietet der Hauptstützpunkt für Privatwaldbesitzer und andere Gruppen forstliche Fortbildungen an. Zweitägige Motorsägenlehrgänge werden in erheblichem Umfang für Privatwaldbesitzer, Feuerwehren oder das THW durchgeführt.
  • Versuchswesen: Hier werden neue Maschinen und Arbeitsverfahren erprobt. Wichtiger Aspekt ist die Arbeitssicherheit. In Bonndorf befindet sich auch die Einsatzleitung für die staatlichen Regiemaschinen.

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