Wenn Stadtmusik und Bläserjugend Bonndorf zum Sturm auf das Weinfest „blasen“, dann scheint das Echo auch noch nach 36 Jahren auf eine breit gefächerte, alle Altersjahrgänge umfassende tolle Resonanz zu stoßen. Beinahe mochte man diesmal den Eindruck gewinnen, dass der Veranstaltung in vielerlei Hinsicht eine neuerliche Bestmarke erreichte.

In bester Laune – die Gäste des Weinfests der Stadtmusik und der Bläserjugend Bonndorf.
In bester Laune – die Gäste des Weinfests der Stadtmusik und der Bläserjugend Bonndorf. | Bild: Erhard Morath
  • Die musikalische Note: Mit den Bands, den zehn Jungs mit viel Blech, die unter dem Namen Brasstastisch auftraten, und die Grafenberger, eine tolle Profitruppe, die sich direkt vom Wasen nach Bonndorf aufgemacht hatten, waren sympathisch und professionell. Die Live-Auftritte ließen das Publikum ein ums andere Mal schier aus dem Häuschen geraten. Wer abgedroschene Ballermanntöne erwartet hatte, wurde eines besseren belehrt. „Oldies but Goldies“, perfekt verpackt und arrangiert, eigene Stücke inbegriffen, wurden gespielt – und so tummelten sich Gäste zeitiger als sonst in Hochstimmung vor den Bühnen und belegten die Freiflächen, um zu feiern und zu tanzen. Beim üblichen Frage- und Antwort-Sing-Sang sprang der Funke rasch auf die gesamte Halle über. Tröstlich die Ansage: „Ihr müsst nicht schön, ihr müsst laut singen.“ Ein ums andere Mal gelang beides.
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  • Die kulinarische Note: Acht verschiedene Weinspezialitäten vom Zeller Abtsberg, Bier aus dem Rothauser Land, Säfte und Wasser, aber auch Cocktails und edle Brände aus Holzschlag wetteiferten mit neuen Speiseangeboten der gängigen Vereinsfestveranstaltungen, frisch zubereitet vom Grill oder liebevoll und fein belegter Wecken.
Grafenberger-Drummer Marco Peter erhielt von Jessi (links) und Larissa (rechts) Hilfe am Schlagwerk.
Grafenberger-Drummer Marco Peter erhielt von Jessi (links) und Larissa (rechts) Hilfe am Schlagwerk. | Bild: Erhard Morath
  • Die Besuchernote: Es gab wohl durchweg Bestnoten zum nächtlichen Geschehen. Es war kurzweilig, die Animation zum Klatschen, „Alle die Hände hoch“, „Wo sind die Männer?“, „Wir hängen uns ein“ – das alles war nie plump, sondern liebevoll inszeniert und zu dem garniert mit lustigen, fetzigen Bühneneinlagen. Dirndl und Lederhosen-Outfit: Ja, aber die Kleidung insgesamt war eher bunt gemischt. Ein Blick zum jeweiligen Gegenüber, bekannt oder nicht, verriet lockere Unbekümmertheit und mehr, je später es wurde, Partystimmung. Es ging so weiter, viele kamen mit andere auch ohne Vorverkaufstickets, und so ist es nicht auszuschließen, dass das Weinfest ein rekordverdächtiges Niveau erreichte.
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  • Die dekorative Note: Das diesjährige Fest knüpfte an alte Weinfesttraditionen an. Zahlreiche Herbstlaubbäume, unterbrochen von Tischdekos, Blumenarrangements, Tischgruppen mit Steh- und Sitzgelegenheiten, Bar- und Thekenzeilen und einem stilechten Weinstand verbreiteten ein Hauch von Herbstwind, Natur, Nebel und Abschiednehmen von der warmen Oktobersonne.
  • Die Service-Note war in puncto Freundlichkeit, Organisation, Sicherheit, bei moderater Preisgestaltung kaum zu überbieten. Mal abgesehen vom Sicherheitspersonal dürfte es keinen Stadtmusiker geben, der nicht aktiv mitarbeitete und zusätzlich Verwandte oder Bekannte zur Mithilfe animiert hatte. Ob 70 Personen ausgereicht hatten? Eher ein paar mehr.
  • Die Schlussnote: Die Stadtmusik Bonndorf versteht es nicht nur, musikalische Bestnoten in ihren eigenen Auftritten zu bieten, offenbar scheinen die Macher ein gutes Gespür entwickelt zu haben, was das Weinfestpublikum von einer Nacht wie dieser sich wünscht und erwarten darf. Auf diesem Erfolg lassen sich weitere Weinfeste auf den Höhen des Schwarzwaldes verwirklichen, dem Publikum, der Stadt Bonndorf und der Stadtmusik selbst mag es recht sein.