Der Verein Gandhi Club Deutschland hat bei seiner Hauptversammlung in Bonndorf sein umfangreiches Hilfsprogramm offeriert. Unterstützt werden vornehmlich in Not und Armut lebenden Familien, Kinder und Jugendliche in Indien. Zum neuen Vorsitzenden wurde Eckhard Fechtig gewählt, er tritt die Nachfolge von Ernst Foster an (siehe Infokasten). Außerdem standen ein Ausblick in die Zukunft und die Beantwortung von Fragen der Fördermitglieder auf der Agenda.

Der Vorsitzende Ernst Forster konnte erfreut zahlreiche am Vereinsgeschehen interessierte Gäste begrüßen. Und sie alle wurden nicht enttäuscht, denn der Jahresbericht 2018 verdeutlichte detailliert, welche Projekte in Indien weitergeführt, angepasst oder neu in Angriff genommen wurden.

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Für 50 bedürftigen Kinder in Yerraguntla übernimmt Gandhi Bonndorf in enger Kooperation mit der Stiftung Gandhi Schweiz die Kosten für eine Teilnahme an einem Tuiton-Programm. Es ist üblich, dass alle Schüler, um dem üblichen Schulstoff folgen zu können, diesen Stützunterricht absolvieren. Er ist allerdings kostenpflichtig.

Verein ermöglicht Nachhilfe

„Gandhi“ ermöglicht durch sein Engagement, dass diese Nachhilfe auch minderbemittelten Kindern zu Gute kommt und am Ende eine weiterführende Schule besucht werden kann. Am selben Ort können 30 arbeitslose Jugendliche sich mit dem Grundwissen eines Elektrikers oder Installateurs befassen. Trotz der eher einfachen Art der „Lehre“, sei eine Kursteilnahme sehr begehrt.

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In Veldurthy baute der Verein ein Mädchenheim in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer staatlichen Schule. Damit wird den etwa 100 Mädchen ein Schulbesuch ohne die Risiken eines gefahrvollen, kilometerlangen Schulweges ermöglicht. Auch wenn die zwei Schlafräume für je 50 Mädchen nach europäischem Empfinden extrem einfach ausgestattet sind, bedeuten sie gegenüber den Wohnverhältnissen in den kilometerweit entfernten Dörfern eine enorme Verbesserung.

Gefahr auf dem Schulweg

Den Weg zur 300 Meter entfernten Schule legen die Mädchen zum Schutz vor Belästigungen nur in gemeinsamen Marschgruppen zurück. Die Bilder einer zusätzlich errichteten hohen Mauer entlang des Schulweges unterstrichen die offenbar latente Gefahr für die Schülerinnen zwischen Heim und Schule.

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Während eine vor geraumer Zeit bereits errichtete Schreinerei drei ausgelernte Schreiner in Festanstellungen überführen konnte, ist die Zukunft des Angebotes in Perecheria nicht gesichert. Einerseits sei Holz eher Mangelware, hinzu gäbe es Pläne staatlicherseits, direkt durch das bestehende Schulgebäude hindurch eine Straße anzulegen. In Pedaparimi und Yerraguntla nehmen regelmäßig 20 Frauen an Nähkursen teil. Sie erlernen dabei den Umgang mit Nähmaschinen und bunten Stoffen.

42.000 Euro aus Vereinsmitteln

Den Statements der beiden Kassenrevisoren, Angelika Heyse und Volker Jockers, zu folge, ist die Kassenführung in Ordnung. Neben 42.000 Euro aus Vereinsmitteln flossen weitere hohe Summen durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Gandhi Schweiz oder Rotary in die Region, in der Gandhi seit der Gründung 2006 aktiv ist. Spendengelder, Mitgliedsbeiträge und ausschließlich ehrenamtliches Engagement bilden die Basis der Vereinseinnahmen. Derzeit fördert der Verein rund 400 Kinder, die in den Genuss von Schul- und Fortbildung und nebenbei einer geregelten Essensausgabe kommen.

Der scheidende Vorsitzende Ernst Forster versprach, seinen Verpflichtungen in der Stiftung Gandhi Hilfswerk Schweiz treu zu bleiben. Ferner freute er sich, was der Verein Gandhi mit seinem Engagement in Indien in den 13 Jahren seines Bestehens auf die Beine stellen und oft trotz schier unüberwindlich scheinender Hürden verwirklichen konnte. Er hegte auch keinen Zweifel daran, dass die Arbeit unter der neuen Führung mustergültig weitergeführt wird.