Der Ortsteil Ebnet hat viele „Zugezogene“, nicht wenige davon sind Schweizer Staatsbürger. Auch Irene und Stephan Bisang wohnen seit 15 Jahren in Ebnet. Das Besondere an diesen Neubürgern ist, dass sie sich außergewöhnlich engagiert in die Dorfgemeinschaft einbringen.

Sie singen im Ebneter Singkreis mit, besuchen sonntags den Stammtisch in der Kohlplatzhütte und halfen jahrelang tatkräftig beim Annafest oder anderen Feuerwehrfesten mit. Kürzlich lud das Paar die Dorfgemeinschaft zu einer privaten Feier ein. „Es war ein tolles Fest mit mehr als 70 Gästen, fast wie ein Volksfest“, schwärmen Irene und Stephan Bisang. Den Dorfbewohnern hat es derart gut gefallen, dass man sich gleich eine Wiederauflage im kommenden Jahr vorgenommen hat.

Selbstverständlich hat die Dorfgemeinschaft die Bisangs bei den Vorbereitungen nicht allein gelassen. „Plötzlich standen die Männer vom Stammtisch vor unserem Haus, bauten ein Festzelt auf und stellten Biergarnituren auf“, erzählt das Paar von der ungeahnten Unterstützung. Wie kam es zu der ungewöhnlichen Einladung? Irene und Stephan Bisang hatten dieses Jahr zweimal Grund zum Feiern.

Sie sind 50 Jahre verheiratet und Stephan Bisang wurde jüngst 80. Das wollten sie nicht allein mit ihren zwei Söhnen und drei Enkelkindern, sondern mit der ganzen Dorfgemeinschaft sowie neuen und alten Freunden feiern. Auch aus ihrer alten Heimat Zürich, wo die einstige Bankangestellte und der Bau- und Projektleiter zuvor lebten, waren Gäste gekommen.

Bei Radtouren mit seinen Züricher Freunden hatte Stephan Bisang vor vielen Jahren den Charme der kleinen Schwarzwaldgemeinde entdeckt. „Hierher zu ziehen war das Beste, das wir machen konnten“, sagt das Paar heute aus Überzeugung. Von ihrer Terrasse aus genießen sie den freien Blick in die Natur, und wenn ihnen danach ist, gönnen sie sich ein Klavierkonzert in Freiburg oder auch schon mal in Schloss Bonndorf.

Kennengelernt hat sich das Paar übrigens auf ziemlich romantische Art und Weise. Beide waren Trauzeuge bei der Heirat von Irene Bisangs Schwester, sie damals 20-jährig, er, bester Freund des Bräutigams, sieben Jahre älter. Es sei keine Liebe auf den ersten Blick gewesen. „Mir kam er damals alt vor“, lacht Irene Bisang rückblickend. Ihre Schwiegermutter, die als Witwe drei Söhne alleine aufziehen musste, habe wohl schon angenommen, der Jüngste würde ihr erhalten bleiben.

Das Loslassen, sich gegenseitig Freiraum zu geben, eine Fünf auch mal gerade sein zu lassen und sich immer wieder zu arrangieren – das sind die Leitlinien, die Irene und Stephan Bisang in 50 gemeinsamen Ehejahren beherzigten. Freiraum und dennoch freundschaftliche Einbindung in die Dorfgemeinschaft fand Familie Bisang in Ebnet, und dort wollen sie auch bleiben.