Der Bonndorfer Ortsteil Ebnet ist ein Dorf mit gerade einmal 76 Einwohnern. Dennoch pulst hier das Leben. Es gibt einen Singkreis, natürlich eine Abteilung der Feuerwehr und den Postsportverein. Die Dorfgemeinschaft feiert alle Jahre wieder das Annafest. Weithin bekannt sind die Waldfeste im Hochsommer. Hier kann man gar auf Kamelen reiten – Pferdezucht und Reitsportveranstaltungen, Vogelforscher, Hundefreunde – das Spektrum des Weilers mit dem atemberaubenden Blick auf die Schweizer Alpen ist schier unglaublich.

„Wir genießen ausgiebige Spaziergänge, Ausritte mit dem Pferd, trainieren auf Wald und Wiese mit den Dummys und geben unseren Hunden in nahe gelegenen Gewässern die Möglichkeit zum Schwimmen“, schwärmt Anja Strittmatter auf der Internetseite. Diese zu aktualisieren war noch bis vor kurzem ein „nervenaufreibender Vorgang“. Größere Dateien, wie etwa neue Bilder, mussten über Nacht hochgeladen werden. Bei Störungen hat man neu anfangen müssen, „oder wir haben die Bilder extrem verkleinert, dann war natürlich die Qualität unbefriedigend“, sagt Anja Strittmatter.

Kampf um zeitgemäßen Anschluss

Als städtische Angestellte im Hauptberuf hat sie den Kampf um einen zeitgemäßen Anschluss ans „weltweite Netz“ hautnah miterlebt. „Auf einmal hatten wir eine neue Abteilung und fünf neue Mitarbeiter. Man kann schon sagen, dass so eine Art Pioniergeist durchs Rathaus geweht ist“, erinnert sie sich.

Als ihre Mutter einst in das Dorf gezogen war, habe es gerade einmal drei Telefone im ganzen Ort gegeben. Die Entwicklung nun sei gigantisch. „Ich habe mich tierisch gefreut, als ich gehört habe, dass wir zu den Ersten gehören, die angeschlossen werden“, sagt sie. Den Premiumzugang des Betreibers, der Firma Stiegeler IT aus Schönau, die nach europaweiter Ausschreibung den Zuschlag bekommen hatte, hat sie gleich für alle Anwendungsorte genommen.

Anschluss haben sie und ihre Familie nicht nur im Haus, sondern auch in der Garage, dem Atelier, das Partnerin Frauke Zimmermann nutzt, und im Pferdestall. „Wenn eine Stute ein Fohlen bekommt, können wir nun auch nachts bequem schauen, ob noch alles in Ordnung ist, oder wir in den Stall kommen sollten.“

Kaum hoch genug einzuschätzen ist das schnelle Internet (Download 400 Mbit/s, Upload 160 Mbit/s) für die Pension mit insgesamt 20 Betten in fünf Ferienwohnungen. Auf dem Land diese Chance zu haben sei „gigantisch“, vor allem auch für die Gäste.

„Manche bekommen fast Tränen in die Augen, wenn sie von der Internetgeschwindigkeit mit Glasfaser in Ebnet hören“, meint sie augenzwinkernd. Die meisten Feriengäste hätten nicht annähernd diese Geschwindigkeit zu Hause und freuen sich über „richtig schnelles Internet im Urlaub“, so Anja Strittmatter.

Die Familie hat nämlich treue Feriengäste, teils über Generationen hinweg. Früher hätten sie mit ihren Geräten bis an die Wand des Büros kommen müssen, um etwas zu empfangen, nun sei das bequem und praktisch überall möglich. Langzeitgäste bestellten sich auch einmal etwas über Internet. Neue Feriengäste würden gar nicht erst kommen ohne vernünftigen Internetanschluss, das finge schon bei der Werbung für die Angebote an, die eben vor allem über Internet gefunden würden.