Zwei wichtige und prägende Gebäudekomplexe in Bonndorf sind in die Jahre gekommen: das Bildungszentrum und das Schloss. Beide Gebäude sollen saniert werden, den Startschuss dazu gab der Gemeinderat Bonndorf in seiner Sitzung am Montagabend, in der überplanmäßige Mittel für die ersten Sanierungsschritte freigegeben wurden.

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Mit den Hochbauprojekten hat sich die Stadt Bonndorf zwei kostspielige Aufgaben gestellt. Die geschätzten Kosten für die Sanierung des Bildungszentrums bezifferte Bürgermeister Michael Scharf mit 2,5 Millionen Euro, für die Fassadensanierung des Schlosses nannte der Bürgermeister einen Betrag von 1,8 Millionen Euro, wobei die Stadt Bonndorf 50 Prozent der Kosten zu tragen hat. Was die Dachsanierung betrifft, müsse man mit den Partner – das Land Baden-Württemberg und der Landkreis Waldshut – noch in Verhandlungen treten.

Sanierung über mehrere Jahre hinweg

Beide Sanierungsprojekte lassen sich nicht innerhalb eines Jahres verwirklichen, vielmehr geht die Stadtverwaltung davon aus, dass sich die Arbeiten über rund fünf Jahre hinweg ziehen werden. In diesem Jahr aber soll der Startschuss fallen: Vorgesehen ist, vier Klassenzimmer im Bildungszentrum neu zu gestalten, eine neue Schulküche einzurichten und für eine WLAN-Versorgung im ganzen Gebäudekomplex zu sorgen. Beim Schloss sollen die notwendigsten Dachsanierungsarbeiten in Angriff genommen werden. Die Gesamtkosten für beide Vorhaben liegen bei 370 968 Euro. Im Haushalt 2019 stehen allerdings nur 200 000 Euro zur Verfügung. Somit fallen 170 968 Euro an überplanmäßigen Kosten an, die vom Gemeinderat abgesegnet wurden.

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SPD-Stadtrat Tilman Frank und Leiter der Bonndorfer Realschule plädierte dafür, die ersten Sanierungsschritte im Bildungszentrum in Angriff zu nehmen, um nach und nach künftigen pädagogischen Anforderungen gerecht werden zu können. Die Umgestaltung der ersten vier Klassenzimmer sei notwendig, ebenso die Einrichtung einer neuen Schulküche. Ausgebaut werden müsse auch die WLAN-Verbindung, die derzeit lediglich in einigen Räumen funktioniere.

Kritik an der Salamitaktik

Während Ingo Bauer (CDU) ein Sanierungskonzept für das Bildungszentrum als durchaus notwendig erachtete, monierte er dennoch die „Salamitaktik“. „Die Schule kommt scheibchenweise, das gefällt mir nicht.“ Bürgermeister Michael Scharf verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Sanierungskosten für das Bildungszentrum Bonndorf im Vergleich zu anderen Schulen in Baden-Württemberg sehr gering ausfallen. Man kalkuliere mit 500 Euro pro Quadratmeter, was eben zu einer Gesamtsumme von 2,5 Millionen Euro führe. In anderen Bildungseinrichtungen würden die Quadratmeterkosten bei rund 6000 Euro liegen. Außerdem wolle das Raumkonzept für die Realschule ein endgültiges Konzept sein. Letztendlich habe es aber der Gemeinderat in der Hand, was passiert.

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Investitionen ins Bildungszentrum sind gut, meinte Bruno Kalinasch (SPD), der aber noch wissen wollte, ob Sanierungsmaßnahmen nicht bezuschusst werden. „Wir haben keinen Zuschussantrag gestellt“, informierte dazu der Bonndorfer Rathauschef und ergänzte, dass man die Arbeiten Stück für Stück umsetzen wolle und damit auch europaweite Ausschreibungen zu vermeiden. Diesbezüglich habe man schließlich beim Breitbandausbau schon negative Erfahrungen gemacht. Ein klares Ja zum Schulkonzept kam von Heidi Saddedine (SPD). „Das sind sinnvolle Ausgaben, schließlich werden davon mehrere Hundert Schüler profitieren.“

Notwendige Sanierung der Außenfassade

Was das Bonndorfer Schloss betrifft, haben sich Stadt, Landkreis und Land auf eine notwendige Sanierung der Außenfassade geeinigt. Die Gesamtkosten dafür wurden auf 1,8 Millionen Euro geschätzt, die zur Hälfte von der Stadt und zur Hälfte vom Landkreis getragen werden. Das Land bringt sich insofern ein, dass die Investitionen auf die Miete angerechnet werden. Bei der Schlosssanierung schickte Michael Scharf gleich vorweg, dass hier der Denkmalschutz ein Wörtchen mitzureden habe. Der Vorschlag der Verwaltung war nun, in diesem Jahr einige marode Stellen im Dach zu reparieren.

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Das Dach an sich sei in einem ganz guten Zustand, es gebe allerdings einige kleinere Schäden, die behoben werden sollten, sagte Werner Steiert vom Stadtbauamt. Während eine komplette Dachsanierung rund 400 000 Euro kosten würde, ließen sich die Schäden mit 50 000 Euro beheben. Das halte dann wieder für die nächsten zehn Jahre, meinte Steiert. Auf Anregung von Bruno Kalinasch, gemeinsam mit dem Landkreis doch eine komplette Dachsanierung ins Auge zu fassen, versicherte Scharf, sich diesbezüglich mit Kreis und Land in Verbindung zu setzen.

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