Selbstsicher, die Körperhaltung gerade und mit erhobenem Haupt – so schritten sie über den Schwebebalken. Sicher waren die grazilen Schritte. Die Zuschauer hielten den Atem an, als sie ihre Sprünge machten, landeten, den Körper nach vorne neigten, ein Bein hinter sich in die Höhe zogen und weiterschritten. Es war eine Freude, den Turnerinnen des TuS bei den Stadtmeisterschaften in der Bonndorfer Halle zuzuschauen.

Am Schwebebalken waren grazile Darbietungen zu sehen.
Am Schwebebalken waren grazile Darbietungen zu sehen. | Bild: Wolfgang Scheu

Der Schwebebalken war eine von vier Disziplinen, auch am Boden, beim Sprung und am Reck oder Stufenbarren traten die Turnerinnen an. Es war kein Einzelwettbewerb, je eine erfahrene und eine der meist jüngeren Turnerinnen traten im Team an. „Gott sei Dank, sie kann noch lachen“, sagte eine Mutter erleichtert, als ihr Sprössling als eine der Ersten ihre Urkunde und ein Geschenk abholte. Der Wettkampfmodus ist brutal, früh scheiden die ersten Teams aus, sie können nur noch zuschauen, wie ihre Turnkolleginnen in der nächsten Runde antreten, bis am Ende alle ihre Übungen absolviert haben und die Punktrichterinnen ihr Urteil gefällt haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Stolz sein dürfen alle Teilnehmerinnen, sie waren konzentriert und haben ihre Sache gut gemacht. Pech war es, wenn sie vom Balken abglitten oder beim Stand nach dem Sprung leicht wankten. Anna Ketterer hatte bei diesem Wettbewerb keine Chance, sie ist verletzt. Ihr Job war der einer Punktrichterin. Es hielt sie in den Wettkampfpausen aber nicht davon ab, einige Schritte zu gehen, um die eine oder andere junge Turnerin zu motivieren. So behende es eben geht, wenn der rechte Fuß in einem Ding steckt, das einem Skistiefel ähnelt.

Körperbeherrschung pur war auch beim Bodenturnen zu sehen.
Körperbeherrschung pur war auch beim Bodenturnen zu sehen. | Bild: Wolfgang Scheu

Neben zahlreichen Eltern, Großeltern und Geschwistern hat sich auch TuS-Chef Norbert Plum eingefunden, um die Turnleistungen zu bestaunen und zu beklatschen. Er bewundert ihre Leistungen umso mehr, weil „das Turnen nie seins war“, wie er offen bekundet.

Rekordteilnahme

Die Vereinsmeistschaft war die ideale Vorbereitung für die 29 Turnerinnen des TuS. Es war eine Rekordzahl und in letzter Minute musste noch Trainerin Hanna Baumgärtner – selbst aktive Turnerin – einspringen, da wegen Krankheit eine Turnerin ausfiel. Alle zeigten Bestleistungen und Spaß am Turnen und sie sind fit für das Landeskinderturnfest in Bruchsal.