Das Weihnachtstheater des Turn- und Sportvereins Bonndorf fällt in diesem Jahr aus. „Drei Stammspielerinnen haben ihre Teilnahme abgesagt, alle aus verständlichen Gründen. Ich kann niemandem böse sein“, sagt auf Nachfrage unserer Zeitung Regisseur und TuS-Vorsitzender Norbert Plum. Insgesamt hätte es laut Plum für das geplante Stück fünf weibliche und ebenso viele männliche Darsteller gebraucht.

Das Weihnachtstheater des TuS am 26. Dezember musste Regisseur Norbert Plum absagen, da im Ensemble weibliche Darstellerinnen fehlen.
Das Weihnachtstheater des TuS am 26. Dezember musste Regisseur Norbert Plum absagen, da im Ensemble weibliche Darstellerinnen fehlen. | Bild: Martha Weishaar

Nachdem er die Absagen erhalten habe, habe er einige weitere, in Frage kommende Frauen angesprochen. Doch offensichtlich traue sich das niemand zu, mutmaßt der Regisseur. Lediglich eine junge Frau hätte ihre Mitwirkung zugesagt. „Da musste ich die Reißleine ziehen und die Veranstaltung für dieses Jahr abblasen.“ 

Das Laienspielensemble des TuS Bonndorf beginnt nach dem „11.11.“ mit den Proben, da die meisten Darsteller auch beim Traditionsspiel der Pflumeschlucker mitwirken. Das Zeitfenster bis zur Aufführung am zweiten Weihnachtsfeiertag ist also von vornherein knapp bemessen. Da bleibt wenig Spielraum für neue Besetzungen. Dabei hatte Norbert Plum schon frühzeitig ein passendes Stück ausgesucht.

Der langjährige Regisseur kennt das TuS-Theater von Kindesbeinen an und stand jahrzehntelang selbst als Schauspieltalent auf der Bühne. Wann genau die Tradition des TuS-Theaters am zweiten Weihnachtsfeiertag begann, weiß derweil niemand mehr genau. Ausgerechnet das Protokollbuch, in dem das nachzulesen wäre, ist seit einigen Jahren verschwunden.

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Die vorhandenen Aufzeichnungen reichen ins Jahr 1924 zurück, als zwei Wochen vor der Fastnacht eine Theateraufführung stattgefunden hat. 1927 gab es am 26. Dezember ein weihnachtliches Theaterstück. Manchmal wurde aber auch eine Operette aufgeführt oder ein sogenannter Bunter Abend mit Turnvorführungen veranstaltet. Die Termine variierten. Veranstaltungsorte waren das ehemalige Hotel „Post“ und das damalige „Bahnhofshotel“ (heute „Möhringer‘s Schwarzwaldhotel“). Franz Möhringer war zeitweilig auch Regisseur. Von 1935 bis 1946 gab es keine Aufführungen. 1947 hingegen wurden gleich zwei Termine anberaumt. Auch 1951 gab es sowohl an Ostern als auch Weihnachten eine Theateraufführung. Manche Stücke kamen beim Publikum so gut an, dass sie wiederholt wurden, wenn auch Jahrzehnte später. Norbert Plum erinnert sich dabei an „Familie Hannmann“ oder auch „Der Meisterboxer“. In den 1970er Jahren wurde die Veranstaltung in die Stadthalle verlegt und dürfte dort in den folgenden zwei Jahrzehnten ihren Höhepunkt erreicht haben. Als die Stadthalle wegen Umbau geschlossen war, zogen die Theaterspieler in das Paulinerheim um. Auf der kleinen Bühne fühlen sie sich wohler. Seither gibt es zwei Aufführungen.