Die Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach beabsichtigt, sich von einigen Immobilien zu trennen. Zum Verkauf stehen die Pfarrhäuser in Gündelwangen und Dillendorf sowie in naher Zukunft das Vinzentiushaus in Bonndorf und das Pfarrhaus in Ewattingen. Bereits im Juli 2017 fasste der Stiftungsrat der Seelsorgeeinheit den Entschluss, sich von den Pfarrhäusern in Dillendorf und Gündelwangen zu trennen. Bislang wurden sie noch nicht verkauft.

Pfarrhaus Dillendorf

Das Pfarrhaus in Dillendorf stammt aus dem Jahr 1530 und verfügt über knapp 130 Quadratmeter Wohnfläche. Das dazu gehörige Grundstück misst 3579 Quadratmeter. Der Verkaufspreis liegt bei 199.900 Euro. Es handelt sich um ein sogenanntes Erbpachtgrundstück, welches dauerhaft im Besitz der Kirche bleibt. Der Pachtvertrag läuft bis Dezember 2117, der jährliche Pachtzins beläuft sich auf 1969 Euro.

Pfarrhaus Dillendorf: Lange Metallzäune stehen seit Weihnachten sowohl an der Pfarrhausmauer in Dillendorf entlang der Kirche auf dem Weg zur Lourdesgrotte ...
Pfarrhaus Dillendorf: Lange Metallzäune stehen seit Weihnachten sowohl an der Pfarrhausmauer in Dillendorf entlang der Kirche auf dem Weg zur Lourdesgrotte ... | Bild: Erhard Morath

Er kann gleichwohl im Verlauf der Zeit inflationsbedingt angepasst werden. Das Gebäude steht seit geraumer Zeit leer. „Das ist zwar ein altes Haus und man muss viel reinstecken, aber für jemanden, der historische Gebäude liebt, ist es ein Traumgebäude. Die Lage und vor allem der dazugehörige Garten sind wunderbar. In dem Garten wurde sogar Spargel angebaut, so gut ist die Lage und die Bodenbeschaffenheit“, lobt Pfarrer Fabian Schneider die Immobilie.

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Vor Kurzem wurden zwei lange Metallzäune auf dem Areal des Pfarrhauses in Dillendorf von einem Bauunternehmen aus Wutach errichtet. Sie sichern seit Weihnachten sowohl die Pfarrhausmauer entlang der Kirche auf dem Weg zur Lourdesgrotte als auch jene entlang der Tillostraße. Sie sollen verhindern, dass jemand durch möglicherweise herabfallende, locker gewordene Mauerteile zu Schaden kommen kann. Über das weitere Vorgehen bezüglich einer möglichen Sanierung der Mauer gibt es keine neuen Erkenntnisse im Ort.

Pfarrhaus Gündelwangen

Auch die Lage des Gündelwanger Pfarrhauses sei wunderbar, so Pfarrer Schneider. Dieses wurde 1959 erbaut und wird derzeit von der ehemaligen Pfarrhaushälterin des einstigen Gündelwanger Pfarrers Josef Stumpf bewohnt. 160 Quadratmeter Wohnfläche und 767 Quadratmeter Grundstücksfläche sind für 139.900 Euro ausgeschrieben.

Pfarrhaus Gündelwangen: Das ehemalige Pfarrhaus in Gündelwangen steht auch zum Verkauf. Es wurde 1959 erbaut und liegt in idyllischer Lage am Vogtsbergweg.
Pfarrhaus Gündelwangen: Das ehemalige Pfarrhaus in Gündelwangen steht auch zum Verkauf. Es wurde 1959 erbaut und liegt in idyllischer Lage am Vogtsbergweg. | Bild: Martha Weishaar

Das Grundstück in Gündelwangen bleibt ebenfalls in Kirchenbesitz. Der Erbpachtvertrag ist auch in diesem Fall bis Dezember 2117 befristet. Der jährliche Pachtzins beträgt aktuell 1400 Euro. Beide Objekte werden über einen Immobilienmakler angeboten. Dieser wird demnächst auch das Pfarrhaus Ewattingen sowie das Vinzentiusheim in sein Angebotsportfolio aufnehmen, informiert Pfarrer Fabian Schneider.

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Pfarrhaus Ewattingen

Das Ewattinger Pfarrhaus wurde 1960 erbaut und wird momentan von einer Flüchtlingsfamilie bewohnt. Der dazugehörige Pfarrsaal wird fast ausschließlich vom Kirchenchor zu den wöchentlichen Proben sowie von einer Krabbelgruppe genutzt. Das Pfarrbüro in Ewattingen soll geschlossen werden. „Langfristig wird es für alle Gemeinden der Seelsorgeeinheit ausschließlich das Pfarrbüro in Bonndorf geben“, erklärt Fabian Schneider.

Vizentiusheim

Das Vinzentiusheim wurde ursprünglich von Vinzentiusschwestern genutzt, die bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts allgemeine soziale Dienste leisteten. Die Bausubstanz des Gebäudes hält der Pfarrer für solide, einzig ein paar Schönheitsreparaturen dürften dort anfallen. Derzeit bewohnt die Familie Kraft aus Stühlingen-Schwaningen, die ihr Haus bei einem Brand verloren hat, die einzige Wohnung in dem Gebäude.

Das Vinzentiushaus bei der katholischen Kirche soll verkauft werden. Die Unterhaltungskosten und der Umstand, dass es kaum genutzt wird, rechtfertigen kaum mehr den weiteren Besitz.
Das Vinzentiushaus bei der katholischen Kirche soll verkauft werden. Die Unterhaltungskosten und der Umstand, dass es kaum genutzt wird, rechtfertigen kaum mehr den weiteren Besitz. | Bild: Martha Weishaar

Im Erdgeschoss befinden sich der Proberaum des Kirchenchores, im südlichen Gebäudeteil Gruppenräume für die Ministranten. Diese Räume werden einmal wöchentlich genutzt. Fabian Schneider zeigt sich zuversichtlich, was den geplanten Verkauf der Immobilien anbelangt. „Die Zeit dafür ist momentan sehr gut, viele Leute wollen Geld investieren, und Bonndorf bietet mit seiner Infrastruktur für Mietobjekte ein attraktives Umfeld.“ Erbpachtverträge hält er aufgrund ihrer günstigen Konditionen insbesondere für Familien als gut geeignet.

Darum werden Gebäude verkauft

Die Beweggründe der Seelsorgeeinheit für den Verkauf der Immobilien fasst Pfarrer Fabian Schneider knapp zusammen: „Die Kirche hat sich verändert und verändert sich weiter. Die Anzahl der Aktiven in den Gemeinden stimmt nicht mit der absoluten Anzahl der Katholiken überein.

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Niemand kann den teuren Unterhalt von Gebäuden vertreten, wenn die Kosten nicht mehr im Verhältnis zur Nutzung stehen.“ Sämtliche kirchliche Gruppierungen sollen sich nach dem Willen des Pfarrers und Pfarrgemeinderates künftig auf das Paulinerheim konzentrieren, zumal Bonndorf als mit Abstand größte Gemeinde der Seelsorgeeinheit klarer Mittelpunkt der kirchlichen Aktivitäten ist.

Pläne für Paulinerheim

Das Paulinerheim in Bonndorf stammt aus den 1970er Jahren, seither wurde wenig modernisiert. Allein an energetischer Sanierung herrscht dort mittlerweile erheblicher Bedarf. Pfarrer Fabian Schneider kann sich vorstellen, dass die Erlöse aus dem Verkauf der Immobilien für die Sanierung verwendet werden. Dringenden Handlungsbedarf sieht Fabian Schneider überdies beim Kirchplatz.

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Bereits in den 1990ern hatte Pfarrer Eugen Fleig dafür Planungen in Gang gesetzt. „Der Kirchplatz ist eine Schande, sowohl optisch als auch was die Unfallgefahr für ältere Menschen oder solche mit Gehbehinderung anbelangt“, macht der Pfarrer deutlich. Die Finanzierung sei Sache des Landes Baden-Württemberg, in dessen Eigentum sich Kirche und Pfarrhaus befinden. In spätestens 20 Jahren wird sich auch das ändern, da sich das Land sukzessive von sämtlichem kirchlichem Besitz trennt.

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