Vor 18 Monaten startete das Pilotprojekt, mittlerweile wurde vieles auf den Weg gebracht. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung hat sich als Schulprofil fest etabliert. Power-Ranger regen Stromsparen und Müllvermeidung an, der Schulgarten wurde angelegt, in Öttiswald lernen Schüler vieles über Biodiversität und naturnahe Eigenversorgung.

Ziel der Naturparkschule ist es unter anderem, dass Heranwachsende Zusammenhänge und Auswirkungen des eigenen Verhaltens im globalen Zusammenhang begreifen und kritisch reflektieren. Nachhaltigkeit, Vielfalt, das Bewusstsein für Regionalität und die Lebensqualität im ländlichen Raum sollen gefördert und der Südschwarzwald als Modellregion entwickelt werden. Hauptinitiatorin Jutta Schär zieht eine erfreuliche Zwischenbilanz. „Bereits in der kurzen Zeit, seit wir uns als Naturparkschule profilieren, werden die Schüler selbst aktiv, entwickeln Ideen und setzen diese auch um. Sehr viele übernehmen Verantwortung. Zudem hat ein engagiertes Kollegium den Leitgedanken der Naturparkschule angenommen und ergänzt ihn fortwährend durch wohl durchdachte, vielseitige Anregungen.“

Auf Nachhaltigkeit kommt es an

Das Naturparkschulprofil soll sich im täglichen Tun der Schüler niederschlagen, der Nachhaltigkeitsgedanke im Schulalltag auf den Säulen von Ökologie, Ökonomie sowie Soziales manifestiert werden. „Die Schüler sollen erfahren, dass sie mit Kleinigkeiten viel bewirken und ihr Tun unmittelbare Auswirkungen hat“, erklärt Michel-David Woehr. Als Beispiele nennt er Energiesparen, die persönliche Erfahrung, wie viel Verpackungsmüll ein einzelner verursacht oder auch die geplante Installation von Trinkwasserspendern. Zum Nachhaltigkeitsgedanken gehört auch, dass die regionale Wirtschaft infolge gezielter Berufsorientierung ihren Bedarf an Fachkräften decken kann. Der Pädagoge erforschte das Thema in seiner Masterarbeit, ergründete, wie sich die Naturparkschule auf das Umweltbewusstsein der Schüler auswirkt: „Im Handeln bisher leider gar nicht, was Einstellung und Problembewusstsein anbelangt, zeigen sich jedoch Veränderungen“. Und, dass Stadtkinder ein höheres Umweltbewusstsein haben als Kinder im ländlichen Raum.

Powerranger

Powerranger forcieren an der Realschule das Stromsparen. Leonie Tröndle, Felix Wursthorn und Emma Tröndle zeigen allen Mitschülern auf, welche Einsparpotentiale im Abschalten von Geräten schlummern. Auch die Lehrkräfte werden zum sorgsamen Umgang mit Energie ermahnt. Beamer oder Whiteboards sollen ebenso wie Lampen oder Rechner ausgeschaltet werden, sobald man sie nicht mehr benötigt. Die Zahlen sind beeindruckend. Allein im Computerraum können jährlich 2610 Euro Stromkosten eingespart werden. Aus den Reihen der künftigen Achtklässler werden Umweltmentoren ausgebildet, die der Schülerschaft weitere Impulse geben können, erklärt Stefanie Hog. Wie kritisch manche Schüler mittlerweile sind, wird unter anderem mit der Äußerung von Emma Tröndle deutlich: „Wir können es uns nicht leisten, dass jeder Mensch zwei bis drei Erden verbraucht.“

Leonie Tröndle, Felix Wursthorn und Emma Tröndle (von links) sind Powerranger am Bildungszentrum und haben als solche ein wachsames Auge darauf, dass Energie eingespart wird, wo immer dies möglich ist.
Leonie Tröndle, Felix Wursthorn und Emma Tröndle (von links) sind Powerranger am Bildungszentrum und haben als solche ein wachsames Auge darauf, dass Energie eingespart wird, wo immer dies möglich ist. | Bild: Martha Weishaar

Ute Kaiser zeigt die Entwicklung im Schulgarten auf, in dem schon viele Früchte geerntet und weiter verarbeitet wurden. Ein Gartenhäuschen wurde errichtet, Logo mitsamt Hinweistafel erstellt, und demnächst entsteht ein zweites Hochbeet. Biologie-, Technik- und Kunstlehrer arbeiten Hand in Hand. Bei fachlichen Fragen werden sie von Stadtgärtner Sebastian Ramich sowie weiteren Mitarbeitern des Bauhofs unterstützt. Ziel ist es, dass ein Großteil der Ernte aus dem Schulgarten in der Lagerfeuerküche in Öttiswald verarbeitet wird.