„Als die Kinder klein waren, haben wir den Ostergarten in Lenzkirch besucht. Davon reden sie heute im Erwachsenenalter noch“, sagt Ingeborg Götz aus dem Pfarrgemeinderat, während sie die letzten Vorhängchen anbringt. Zwar war ihr klar, dass es ein ordentliches Stück Arbeit werden wird, einen Ostergarten hier in Bonndorf, im Paulinerheim aufzubauen. Allerdings zogen schließlich praktisch alle kirchlichen Kräfte Bonndorfs an einem Strang (Siehe Infokasten.)

Es waren die C.L.U.B.-Frauen (christlich, liberal, unkompliziert, beweglich) ein loser Zusammenschluss vielseitig interessierter Bonndorfer Frauen, die im vergangenen Jahr die ehemalige Bonndorferin Lisa Stegerer in der Mannheimer Jugendkirche besucht haben und zwar unter anderem zur Besichtigung des dortigen Ostergartens. „Das war so beeindruckend und hat uns allen so gut gefallen, dass wir hier gleich darauf gedrängt haben, das nach sieben Jahren auch wieder einmal anzubieten“, berichtet Eva Dietsche, eine der CLUB-Frauen und ihres Zeichens Pfarrsekretärin.

Gestern noch wurde die Jurte vor dem Eingang des Paulinerheims mit Strohballen beliefert. Hier ist der Treffpunkt vor den Führungen durch den Ostergarten, der ab heute, 15. März, zu besuchen ist. Rund eine Stunde dauert ein geführter Rundgang, der tatsächlich mit Jesus Einzug in Jerusalem beginnt. Der Esel in Echt-Größe geht dabei tatsächlich auf das Bild vom Hügel über Jerusalem zu, als bewege er sich in die Heilige Stadt. „Das Paschafest der Juden steht vor der Tür“, werden die Ostergartenbesucher in die damalige Zeit versetzt. Während die Menschen Jesus mit „Hosianna“ begrüßen, haben die Mächtigen Angst, ihre Macht zu verlieren. Die Reise durch die Räume im Paulinerheim geht über das letzte Abendmahl in den Garten Gethsemane, wo tatsächlich ein Blick auf den betenden Jesus zu erhaschen ist. Das wärmende Feuer vor dem Verrat ist aufgebaut und flackert sogar. Auch der bekanntlich drei Mal krähende Hahn fehlt nicht. Der Thron des Pilatus erinnert an den aufgehetzten wütenden Mob, dem der römische Statthalter widerstrebend nachgibt, „seine Hände in Unschuld wäscht“ und die düstere Kreuzigung schließlich zulässt. Sogar der Grabstein vor dem leeren Grab des auferstandenen Gottessohns fehlt nicht. Und dann geht es aus dunklen Niederungen in den lichten Raum der Erlösung. Viele Helfer haben hier die bewegende Ostergeschichte im wahrsten Wortsinne erlebbar gemacht. „Schön war beim Zusammenarbeiten, die Gemeinschaft zu spüren“, berichtet Eva Dietsche von einem arbeitsreichen Wochenende.

Das Ergebnis ist sicher ein besonderer Lohn. „Die Liturgie der drei Ostergottesdienste ist schon etwas ganz besonderes, das ist sehr dicht und sehr faszinierend“, sagt Ingeborg Götz. Umso schöner sei es, ergänzt Eva Dietsche, nun mit dem Ostergarten diese Faszination mit anderen Mitteln aufzugreifen. „Das ist tatsächlich für Menschen jeden Alters ein Erlebnis“, freut sie sich.

 

Der Ostergarten

  • Die Helfer: Mitgearbeitet am Ostergarten haben dere Pfarrgemeinderat, die Ministranten, der Kirchenchor, der Bibelkreis, die evangelische Kirchengemeinde, die katholische Frauengemeinschaft, die C.L.U.B-Frauen, die Kolpingfamilie.
  • Die Besucher können sich für Gruppen-Führungen im Pfarrbüro bei Eva Dietsche melden (Telefon: 07703/235 oder per Mail: kathbonn@web.de). Offene Besichtigungen ohne Führung sind am Freitag, 16. März von 18 bis 20 Uhr und am Samstag, 24. März von 15 bis 17 Uhr möglich. Offene Führungen ohne Anmeldung für Einzelbesucher sind am Samstag, 17. März, 17 Uhr; Sonntag, 18. März, 11 und 15 Uhr; Mittwoch 21. März, 18.30 Uhr; Samstag 24. März 17 Uhr; Sonntag 25. März, 11.15 und 15 Uhr.