„Es gibt keine Frage, dass der Rückgang der Artenvielfalt durch Insektizide am stärksten verursacht wird“, stellte der Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe Oberes Wutachtal, Ulrich Spielberger, an der Hauptsammlung fest und erhielt volle Zustimmung. Zwei Dutzend der 134 Mitglieder hatten sich in Holzschlag eingefunden. „Ich muss wirklich gestehen, so viele Leute wie heute Abend waren wir noch nie. Es ist eine gute Sache, dass ihr alle gekommen seid. Der Zeitgeist ändert sich rasch. Noch nie war durch die Intensivierung der Landwirtschaft, inklusive der Ausbringung von Insektiziden, der Artenverlust so, wie in diesen Zeiten“, sagte Ulrich Spielberger.

Ein fettes und ein mageres Jahr für Obst

Ebenfalls anwesend waren Rudi Apel (stellvertretender Bezirksvorsitzender und Vorsitzender der Ortsgruppe Görwihl), Wilfried Dieckmann (Nabu-Zentrum Birkendorf), Siegfried Kognitzki (Vorsitzender Ortsgruppe Hochschwarzwald) und Harald Nüßle (Grafenhausen). Die Stadt war durch Förster Steffen Wolf vertreten. Im Rückblick auf 2018 zeigte sich, dass der Herbst von großen Streuobstwiesenerträgen geprägt war. Mit den Freunden aus Grafenhausen beteiligte sich die Nabu-Ortsgruppe am Weihnachtsmarkt in Holzschlag zu Informations- und Werbezwecken. 2019 gab es wenig Obst, die Moster bekamen kein Material zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren

Im Landkreis Waldshut werden circa 20 Prozent der Agrarflächen biologisch bewirtschaftet. Die jährlichen Zunahmen schwanken zwischen fünf und acht Prozent. Unterstützt wird dieses Wachstum durch Vermarktungswege wie Edeka-Weiderind, Weidebio-Lamm, Ziegenmilch-Vermarkter Monte-Ziego, Schwarzwaldmilch in Freiburg sowie durch Fachhandel, Wochenmärkte und Hofläden. Spielberger sagte: „Forschung in der Pflanzen- und Tierzucht ist Bestandteil des Volksbegehrens, weil nur fünf Prozent der Forschungsgelder in den Biobereich fließen.“ In schwarzen Zahlen bewegt sich die Kasse der Nabu-Ortsgruppe, so der Bericht von Erika Maier. Den Einnahmen vom Weihnachtsmarkt stehen Ausgaben für Vogelfutter entgegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Spielberger dankte Wilfried Dieckmann vom Nabu-Informationszentrum Birkendorf für dessen Rückhalt in Zeiten seiner Erkrankung. „Wir sind wie siamesische Zwillinge“, lobte er die Freund- und Kameradschaft der Beiden im Distrikt (insbesondere zwischen Grafenhausen und Bonndorf). In den drei kommenden Jahren ist der Ortsverband personell gut aufgestellt. Mehrere Posten wurden neu besetzt: Vorsitzender bleibt Ulrich Spielberger, Erika Maier führt weiter die Kasse. Neu gewählt wurden Artur Schuler (stellvertretender Vorsitzender), Ingrid Mann (Schriftführerin), Nadine Ketterer (Beisitzerin) sowie Christiane Seifried und Sebastian Herb als Kassenprüfer.

Bäume für besseres Klima

Dieckmann forderte auf, dem Landesverband zu sagen, was an der Basis läuft. „Unser großes Plus beim Bezirksverband Freiburg ist, dass wir eine gute und kritische Basis haben.“ Bonndorfs Stadtförster Steffen Wolf zeigte sich begeistert, dass sich der Nabu an der Baumpflanzaktion der Gemeindetag-Initiative beteiligt. Der Klimawandel habe Bonndorf erreicht. Er berichtete von massiven Schäden im Stadtwald durch Tornado, Dürre und Borkenkäfer. Er schlug vor, Löcher mit Neupflanzungen zu belegen. Die Nabu-Ortsgruppe hat die Mitarbeit zugesagt, wofür er sich bedankte. Steffen Wolf plädierte dafür, eine Frühjahrspflanzung 2020 zu favorisieren. Vorab sollten die Standorte für entsprechende Baumsorten angeschaut werden. „Ihr habt freie Hand.“