Das Schöne an der Kleinkunst sei, dass eigentlich alles erlaubt ist – bestenfalls auf höchstem Niveau. So heißt es beim Folktreff in Bonndorf, der sich seit mehr als drei Jahrzehnten der Kleinkunst verschrieben hat. Mit großer Vorfreude verweist der Kulturverein in einer Pressemitteilung auf ein Duo der besonderen Art. Die Microband wird am 14. Februar im Foyer der Bonndorfer Stadthalle erwartet.

Die beiden Italiener Luca Domenicali und Danilo Maggio würden sich dort mit der weltweit einzigen Sprache auseinandersetzen, die alle verstehen: mit der Musik. Dies allerdings sei so raffiniert, dass man hinterher nicht mehr wisse, was besser sei, die klassische Urform des jeweiligen Stückes oder die vor staunendem Publikum erstandene Neuinterpretation.

Es ist tatsächlich die Klassik, derer sich die beiden Bühnenkünstler – äußerst seriös erscheinend – angenommen haben. Die schönsten Werke aller Zeiten, von Chopin, Brahms, Paganini, Bizet, Rossini, Händel, Mozart, Bach, Ravel, Beethoven, Verdi werden überraschend neu interpretiert, mittels zerlegbarer Geigen, Gitarren und Flöten. Sie nennen das „Classica for Dummies“, wobei die Frage erlaubt ist, welcher Sprache die „Dummies“ entlehnt sind. Denn die Beiden sind tatsächlich auf den Bühnen der Welt unterwegs. Sie haben schon in Großbritannien, Österreich, der Schweiz, Deutschland, Dänemark, Slowenien, Kroatien, Frankreich, Spanien, Belgien, Portugal, Griechenland, auf den Azoren und Aserbaidschan gespielt – um nur einige zu nennen. In Japan etwa, sonst bekannt als das Land der vornehm zurückhaltenden Menschen, überschlägt sich die Kritik schier (Asahi Shimbun – Auflage acht Millionen): „Musiker? Kabarettisten? Genies? Wer weiß; sicher ist nur: Sie sind großartig.“ Die Britische Herald Tribune rückt sie in die Nähe von Stan Laurel und Oliver Hardy. Der Anzeiger in Venetien nennt sie schlicht „sensationell“. Und die Frankfurter Allgemeine schwärmt: „Ein hinreißender Rausch… aller nur möglichen Unmöglichkeiten… die Marx Brothers der Musikclownerie.“

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Dass die Beiden international überzeugen, kommt laut der Ankündigung nicht von ungefähr. Nachdem sie den ersten Preis bei der „Leipziger Lachmesse“ gewonnen hatten, wurden sie zum internationalen Fringe-Festival nach Edinburgh eingeladen. Der Erfolg, damals um die Jahrtausendwende, war überwältigend. Sie spielten in der Folge in allen großen europäischen Theatern und in Japan. Ihre Genialität zeige sich nicht zuletzt darin, dass sie trotz aller Ironie meisterhafte Musiker seien. Sonst hätten die Essener Philharmoniker die Microband wahrscheinlich nicht zum Neujahrskonzert 2011 eingeladen. Der Folktreff Bonndorf jedenfalls freut sich auf die beiden Italiener als Garanten für einen irrwitzigen Abend, bei dem absolut jeder, vom Klassik-Fan bis zum Klassik-Banausen, köstlich unterhalten werden soll.