Wie wunderbar heißer Jazz und der frostige Schwarzwald zusammenpassen, bewiesen Caro Josée und ihre Band beim Jahresabschluss auf der Folktreffbühne. Ja, man wünschte sogar, dass sich die Hamburger Künstlerin den Traum vom eigenen Jazz-Café in Bernau eines Tages noch verwirklichen möge. Denn so käme man hin und wieder in naher Umgebung in den Genuss, dieser hochkarätigen Jazzsängerin.

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Gemeinsam mit ihrem Co-Produzenten und Gitarristen Patrick Pagels, Schlagzeuger Tammo Bergmann und Pianist Steffan Diedrichsen setzt Caro Josée Stimmungen, Jahreszeiten, Gefühle oder auch Landschaften auf einzigartige Weise in Musik um. Im grandiosen Zusammenwirken der Klänge von orientalischen Pfeifen, Gitarre, Windrauschen und kaum vernehmbarem Glockenspiel nimmt sie ihre Zuhörer mit auf die Reise nach Isfahan. Die iranische Stadt scheint es der Sängerin angetan zu haben. Gemeinsam mit ihrer Band verwandelt sie die Geheimnisse des Orients in exzellentes Klangerlebnis.

Orient und Retro-Akzente

Ausdrucksstark und leidenschaftlich zelebriert Caro Josée Songs wie „Cocomo“, „Like a cha cha“ oder „Paris“, deren Texte irgendwie auch von ihrem eigenen Leben, ihren Sehnsüchten und der Zwischenbilanz einer gereiften Frau erzählen. Schon der Retro-Akzent auf der Bühne in Form einer plüschverzierten Stehlampe lässt ahnen, dass der Bogen über Jahrzehnte gespannt wird. Gelegentlicher Hammondorgelsound, der an die späten 1960er und frühen 1970er Jahre erinnert, bewirkt ein Übriges.

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Ein jeder der Künstler scheint völlig in seine Musik versunken, und doch gerät das Zusammenspiel genial. Eigentlich bräuchte es ein ganzes Orchester für all die „gehörten“ Instrumente. Patrick Pagels raffinierter Umgang mit Synthesizern, aber auch die technische Vielseitigkeit des Steffan Diedrichsen am E-Piano sorgen jedoch für ein adäquates Soundkonstrukt.

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Caro Josée präsentiert Auszüge aus ihren Alben „Summer’s Ease“ und „Turning point“, aber auch bisher unveröffentlichte Songs. Mit „Sandra’s Night Café“ und „This world“ kommen die Besucher des Folktreff in den Genuss zweier Premieren, die den Bogen vom Bernauer Tal zum amerikanischen Präsidenten spannen. Dass sich die Anzahl der etwa 50 Konzertbesucher im sehr überschaubaren Rahmen hielt, störte die Echo-Preis-Gewinnerin nicht. Charmant und professionell zelebrierte sie Jazzmusik in ihrem ureigenen, anmutigen Stil.

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