Vor rund zwölf Monaten gab es die erste Aktion einer bürgerlichen Gruppierung, die sich mit dem Namen "Mir vo do" den Erhalt eines Stückchens "Alt-Bonndorf" auf die Fahnen geschrieben hatte. Auslöser waren die Erweiterungspläne des Schmidt's Markts. Längst steht fest, dass diesen der Bonndorfer Hof weichen wird und auch einige Bäume im Schlossgarten. Es war eine Minderheit, die ihrem Unmut vor der Manifestation der Pläne Luft gemacht hatte, mindestens gemessen am schließlich eindeutigen Gemeinderatsbeschluss.

Was geblieben ist, ist eine kreative Schar, die nun zum vierten Mal mit einer Veranstaltung den Stadtgarten und "S'Kirchli" für andere Mitbürger mit Leben füllt: Ein Lichterfest, eine Bilderausstellung mit neuartig coolem Schwarzwälder Heimatgefühl, ein Musikabend und nun sogar eigene Bonndorfer Weihnachtsgeschichten und -bücher, an denen Hunderte von hiesigen Schülern mitgearbeitet haben. So wurde das Stückchen Grün am Übergang der Lenzkircher Straße in die Martinstraße und begrenzt von Rothausstraße und der Einmündung in die Waldstraße im vergangen Jahrzehnt nicht genutzt.

Ganz unabhängig von der jeweiligen Meinung über die nun anstehende bauliche Stadtentwicklung, zeigt das: Protest kann sich lohnen – auch wenn die originären Interessen nicht durchgesetzt werden. Kreativität entsteht nämlich oft gerade mit empfundenem Mangel. Die Angst vor dem Verlust hat hier positive, verbindende Kreativität freigesetzt und für alle mehr Stadtgarten ins gesellschaftliche Leben zurückgeholt, als lange stattgefunden hat. Bonndorf bekommt also einen großen, modernen Vollsortimenter und hat bereits zusätzlich einen sozial und kulturell neu belebten Stadtgarten. Danke! So haben alle etwas gewonnen.