Im Wandel begriffen ist die Bonndorfer kommunalpolitische Welt. Nicht nur findet erstmals keine Unechte Teilortswahl mehr nach der Gemeindereform der 1970er Jahre statt. Deutlich wird mit Blick aufs vergangene Jahrzehnt, dass Frauen nicht nur bei der Kandidatur, sondern auch im Rat selbst eine bedeutendere Rolle als bisher einnehmen.

55 Kandidaten, darunter 17 Frauen

Das Bewerberfeld zur Kommunalwahl 2019 in Bonndorf umfasst 55 Kandidaten, darunter 17 Frauen (31 Prozent). Auf den Wahllisten kandidieren bei der SPD drei Frauen (21,4 Prozent) und elf Männer. Vier Bewerberinnen (22 Prozent) schickt die CDU ins Rennen. Auch mit der Anzahl von 14 Kandidaten liegt die CDU im Vergleich vorne. Bei der FDP findet sich eine Bewerberin (20 Prozent) und vier Männer. Drei Frauen (75 Prozent) und ein Mann bewerben sich für die Grünen auf Sitze im Gemeinderat. Bei der Bürgerliste Bonndorf haben sich unter den 14 Kandidaten sechs Frauen (knapp 43 Prozent) und acht Männer eingetragen.

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Rund 50 bis knapp 60 Kandidaten in der Gesamtsumme positionierten die angetretenen Parteien und Vereinigungen bei den vergangenen Kommunalwahlen, durchschnittlich etwa 46,5 (2009) und 48,5 Jahre (2014) alt. Die Bürgerliste griff 2009 und 2014 sowie auch in diesem Jahr immer auf die jüngste Bewerbertruppe gemessen am Durchschnittsalter zurück – 41,6 Jahre 2009, fünf Jahre später 43,3 Jahre und 43,1 Jahre 2019. Verbuchte die FDP/FW 2009 mit 51 Jahren im Durchschnitt noch die älteste Kandidatenliste, präsentiert sie 2019 mit 45 Jahren ein deutlich jüngeres Team als vor zehn Jahren. Gemessen am Durchschnittsalter finden sich bei der CDU (2009: rund 48 Jahre; 2014: 46,5 Jahre; 2019: 46,2 Jahre) und SPD (2009: rund 48 Jahre; 2014: 52,5 Jahre; 2019: 47,5 Jahre) eher ältere Kandidaten.

Grüne stellen die ältesten Kandidaten

Die Listen mit den ältesten Kandidaten sind bei den Grünen zu finden: Das Durchschnittsalter betrug 2014 doch 60,3 Jahre, bei der anstehenden Kommunalwahl 56 Jahre. Parteipolitische Schwergewichte im Bonndorfer Gemeinderat sind die Bürgerliste (2009: neun Räte; 2014: acht Räte), die CDU (2009: sechs Räte; 2014: zehn Räte) und SPD (2009: vier Räte; 2014: fünf Räte). Die Grünen sind seit 2014 mit einer Stadträtin im Rat vertreten, die FDP (2009: fünf Räte) trat 2014 gar nicht zur Kommunalwahl an.

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Frauen nehmen auf den Kandidatenlisten mittlerweile einen zunehmenden Anteil ein, obgleich noch immer nicht paritätisch – ihr Anteil wuchs von rund 15 Prozent (2009), mehr als 27 Prozent (2014) auf nunmehr 31 Prozent (2019) an. Der Frauenanteil im Gemeinderat verdoppelte sich im vergangenen Jahrzehnt – derzeit sind es sechs Frauen (25 Prozent), 2009/14 waren es drei Frauen (12,5 Prozent). Die Erfolgsaussichten für Frauen, gewählt zu werden, verbesserte sich: 2009 schaffte jede dritte Kandidatin den Sprung in den Rat, 2014 bereits etwas mehr als die Hälfte.

Frauen in jeder Fraktion

Jede Fraktion stellt derzeit Stadträtinnen, insgesamt sind es sechs Frauen – CDU und SPD jeweils ein Fünftel der Fraktionsmitglieder, Bürgerliste ein Viertel sowie Grüne 100 Prozent. Durch das vorzeitige Ausscheiden von Birgitta Stephan aus rückte Markus Weishaar nach. Deshalb verringerte sich der Frauenanteil von rund einem Drittel auf ein Viertel.

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Unterschiedliche Wahlerfolge sind bei Frauen auf den verschiedenen Bewerberlisten auszumachen. 2009 schafften es bei der CDU zwei Drittel der Kandidatinnen und rund 44 Prozent der Kandidaten, in den Rat gewählt zu werden, 2014 waren es 60 Prozent der Kandidatinnen und die Hälfte der Kandidaten. CDU-Kandidatinnen waren immer deutlich jünger als ihre Kollegen – Kandidatinnen (2009: 45,7 Jahre; 2014: 41,4 Jahre); Kandidaten (2009 und 2014: jeweils 48,5 Jahre).

Frauenquote bei den Grünen: 100 Prozent

Von den SPD-Listen schafften es 2009 rund 31 Prozent der Kandidaten in den Rat. 2014 zogen die Hälfte der SPD-Kandidatinnen und knapp 31 Prozent der Kandidaten in den Gemeinderat ein. Hohe Erfolgsaussichten als Kandidatin in den Rat gewählt zu werden, gibt es auf der Bürgerliste: 2009 kamen ein Viertel der Kandidatinnen und knapp 62 Prozent der Kandidaten ins Gremium; 2014 die Hälfte der Kandidatinnen und drei Viertel der Kandidaten. Die FDP/FW stellte 2009 im Bonndorfer Gemeinderat von ihrer Liste knapp 36 Prozent der Kandidaten. Für die Grünen schaffte es 2014 die Hälfte der Kandidatinnen in den heutigen Gemeinderat.

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