Es sind viele Einzelheiten, die auch die 36. Auflage des Bonndorfer Schlossfestes zur Erfolgsgeschichte werden ließen: Ein illustres Unterhaltungsprogramm für Groß und Klein, aber auch die schier unbeschreibliche Vielfalt von Speisen und Getränken in liebevoll dekorierten Buden, Zelten sowie Bars und dazu ein gelungener Stilmix von Musik auf vier Bühnen.

Mutige Anlieger: Sonja Hiltpold (rechts) und Bärbel Biehler waren stellvertretend für die Anlieger des Schlossfestareals zum Fassanstich eingeladen. Daniel Weishaar stand den beiden Damen als Fachmann der Rothaus-Brauerei bei.
Mutige Anlieger: Sonja Hiltpold (rechts) und Bärbel Biehler waren stellvertretend für die Anlieger des Schlossfestareals zum Fassanstich eingeladen. Daniel Weishaar stand den beiden Damen als Fachmann der Rothaus-Brauerei bei. | Bild: Martha Weishaar

Alle hatten sich wieder mächtig ins Zeug gelegt, egal ob große Vereine wie der TuS mit seinem riesigen Bierzelt oder solche wie der Tischtennisclub, der mit wenigen Arbeitskräften zwei Tage lang seinen Crêpesverkauf stemmen musste. Auch die Ortsteile trugen wesentlich zum bunten Bild bei, seien dies Sportverein und Trachtengruppe Gündelwangen, Sportverein und Landfrauen Wittlekofen, die Feuerwehrkapelle Wellendingen oder der Sportverein Dillendorf, dem immer noch das dortige Dorffest in den Knochen steckte. Eine stetig wachsende Fangemeinde freut sich freilich immer wieder auch über die Teilnahme der Partnerstadt Bains-les-Bains mit typisch französischen Spezialitäten.

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Entgegen düsterer Prognosen startete der Festauftakt bei strahlendem Sonnenschein zu schmissigen Klängen der Stadtmusik. Den Fassanstich nahmen stellvertretend für die Anwohner des Festareals Bärbel Biehler und Sonja Hiltpold vor. Der Toleranz der Anlieger rund um den Schloss- und Stadthallenplatz galt denn auch die besondere Anerkennung des Schirmherrn, Bürgermeister Michael Scharf, sowie des Schlossfestkomitees. Als Dank für ihre Geduld wurden sie zu Vesper und Getränken eingeladen.

Staunende Zuschauer: Die Turnerinnen des TuS hatten einen riesigen Fanclub während ihrer grandiosen Vorführungen auf den Bühnen des Schlossfestes.
Staunende Zuschauer: Die Turnerinnen des TuS hatten einen riesigen Fanclub während ihrer grandiosen Vorführungen auf den Bühnen des Schlossfestes. | Bild: Martha Weishaar

Mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner aus Lauchringen war sogar die „große Politik“ beim Festauftakt vertreten, hatte dieser doch im Vorjahr versprochen, nicht nur während des Wahlkampfs nach Bonndorf zu kommen. Frédéric Drevèt, Bürgermeister der französischen Partnerstadt Bains-les-Bains, zeigte mit seiner Präsenz, wie wichtig auch ihm das Schlossfest ist. Ebenso Jörg Polkähn, Spieß der Donaueschinger Patenkompanie, die erst vor wenigen Tagen im Rahmen einer gemeinsamen Wanderung nebst Grillfest mit Stadtverwaltung und Gemeinderat ihre Verbundenheit mit Bonndorf zeigten. Respekt zollte Michael Scharf dem vor wenigen Monaten gestorbenen Peter Rombach, der Mitinitiator und etliche Jahre auch Vorsitzender des Schlossfestkomitees war.

Junger Bläser: Die Stadtmusik muss sich um Nachwuchs keine Sorgen machen.
Junger Bläser: Die Stadtmusik muss sich um Nachwuchs keine Sorgen machen. | Bild: Martha Weishaar

Eine grandiose Show präsentierten im Anschluss drei Turngruppen des TuS. Die 30 Mädchen beeindruckten mit sportlichem Können, Anmut und Grazie. Die Trainerinnen der Mädchen standen noch vor kurzer Zeit selbst bei derartigen Anlässen auf der Bühne. Der Turnernachwuchs generiert also Trainernachwuchs aus den eigenen Reihen.

Hohes Vergnügen: Beim Bungee-Trampolin brauchte es Unerschrockenheit.
Hohes Vergnügen: Beim Bungee-Trampolin brauchte es Unerschrockenheit. | Bild: Martha Weishaar

Langeweile konnte beim Schlossfest jedenfalls nicht aufkommen, zumal den Organisatoren Familienfreundlichkeit ein wichtiges Anliegen ist. Kinder jedes Alters hatten bei Hüpfburg, Bungee-Trampolin oder Riesensandkasten im Schlossgarten ihren Spaß, konnten bei den Pfadfindern Speckstein schnitzen oder sich hübsche Motive ins Gesicht malen lassen. Manche übten sich schon einmal in der Mini-Disco der DLRG, während die Größeren an Wurfstand und Schießbude der Gündelwanger Trachtengruppe ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen konnten. Während die Schießbude tagsüber eher von Buben umringt war, wagten sich zu vorgerückter Stunde immer mehr Frauen ans Luftgewehr. „Die haben dann häufig eine höhere Treffsicherheit als ihre männlichen Begleiter“, verrät Herbert Hofmeier augenzwinkernd.

Gute Brezeln: Im Wellendinger Zelt servierte die Dorfgemeinschaft, hier Jonas Fechtig.
Gute Brezeln: Im Wellendinger Zelt servierte die Dorfgemeinschaft, hier Jonas Fechtig. | Bild: Martha Weishaar

Beim Flohmarkt im Schlosshof gab es vor allem für Kinder wieder attraktive Angebote zu Schnäppchenpreisen. Während die einen auf diese Weise ihre Kinderzimmer lichteten, füllten sich andere – ein formidabler Kreislauf. Nachtbummler zeigten bei den Pflumeschluckern im Karaokesingen ihr Gesangstalent oder vergnügten sich in vier Bars, wobei insbesondere die Beach­bar des Let‘s Fetz Chores sowie die Haifischbar der DLRG durch aufwendige Dekoration beeindruckten. Die Kaffeestube der Landfrauen Gündelwangen und Ewattingen im Foyer der Stadthalle war ein beliebter Treffpunkt für die Kuchenfans unter den Gästen.

Fröhliche Köchin: Elke Person-Tascher frittiert trotz Hitze die tollen Knollen des TuS.
Fröhliche Köchin: Elke Person-Tascher frittiert trotz Hitze die tollen Knollen des TuS. | Bild: Martha Weishaar

Nach kurzer Nachtruhe ging es am Sonntag vergnügt weiter. Frühschoppenkonzerte mit zünftiger Blasmusik gehörten hier ebenso zum Programm wie im späteren Verlauf Straßenmusikgruppen sowie einzelne Straßenkünstler. Zwischendurch konnten Interessierte das Bienenhaus des Imkervereins beim Japanischen Garten oder auch die Schlossnarrenstuben besuchen.