Bonndorf Die Bonndorfer Jugend ist offenbar gut betreut

Das Ganztagsprogramm des Bildungszentrums Bonndorf und Vereine sorgen für Abwechslung bei Jugendlichen. Eine Gruppe sehnt sich nach einem Jugendraum.

Während Jugendarbeit noch vor 15 Jahren von der Stadt gefördert und von der Caritas in eigens dafür angemieteten Räumen betreut wurde, ist es inzwischen wohl nicht mehr notwendig, die Heranwachsenden nachmittags oder abends von der Straße zu holen. Die Sturm- und Drangzeit der meisten Teenager bleibt aufgrund ausgefüllter Zeit und der daraus resultierenden Perspektiven in Bonndorf offenbar relativ frei von störenden Strömungen wie Zerstörungswut, Alkoholexzessen oder Drogen. Auch dem Leiter des Polizeiposten Bonndorf, Jochen Schäuble, liegen derzeit keine Meldungen diesbezüglich vor. „Jedenfalls keine, die besonders heraussticht.“ Ab und zu gebe es eine Sachbeschädigung, dann würde auch ermittelt. „Zum Glück hat sich das Angebot der Schule weiterentwickelt und ist breit gefächert“, so Schäuble weiter.

Neben etlichen Angeboten des TuS Bonndorf, Musikvereinen, Chören sowie Pfadfindern und anderen Angeboten von Vereinen und Gruppen, bietet die Schule neben der Betreuung für Hausaufgaben, den Erwerb eines Englisch-Zertifikats sowie verschiedene Werkstätten, Kochen, Töpfern, Schülerzeitung sowie Rätsel- und Spielenachmittage an. Das gut betreute Programm ist auf der Internetseite des Bildungszentrums (www.bildungszentrum-bonndorf.de) beschrieben.

„Alles ist gut organisiert“, so empfindet es auch Gemeinderätin Mechthilde Frey-Albert (Bürgerliste). Sie bedauert es ein bisschen, dass kaum noch jemand außerhalb der organisierten Zeit Mut zur Kreativität hat: „Es gibt bei den Jugendlichen aber auch derzeit keine Macher, die noch etwas anderes in die Wege leiten wollen. Der letzte Vorschlag von Jugendlichen war, die Laternen nachts länger brennen zu lassen.“ Auch dem Lehrer Tilman Frank, der sich lange Zeit für die Jugendarbeit eingesetzt hat, ist kein Bedarf bekannt. Scheinbar seien die Heranwachsenden wirklich gut versorgt. Auch Felix Schüle von der Bonndorfer Netzwerk Idee (BoNI) sieht die Organisation der Vereine positiv. Die Jugend sei dort gut aufgehoben. „Da ist nichts geplant oder am Laufen“, sagt er zur offenen Jugendarbeit.

Allerdings trifft sich eine recht große Gruppe von Teenagern, wie schon vor mehr als 20 Jahren, regelmäßig im Teehäusle, im Japanischen Garten. Einer von ihnen ist Athur Salin: „Meine Freunde und ich fragen uns oft, warum es hier kein Jugendhaus gibt. Wir haben sogar schon mal eine Hütte im Wald gebaut. Aber da ist jetzt auch nichts mehr.“ Er sei einer von etwa 20 Gruppenmitgliedern, die einfach nur zusammen sein, Musik hören und miteinander reden wollen. Auch über ihre Zukunft und wie das so sei „unter Freunden“. Alle Mädchen und Jungen kommen direkt aus Bonndorf und halten auch Kontakt zu denen, die mehr ins Vereinsleben eingebunden sind. Aber nicht jeder hat Lust dazu oder findet dort eine Nische. Bald kommt der Winter, und dann wird es kalt im Teehaus.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Bonndorf
Bonndorf
Bonndorf
Bonndorf
Bonndorf
Bonndorf
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren