Bonndorf Die Autorin Marion Poschmann besucht auf ihrer Lesereise jetzt erstmalig das Kulturzentrum Bonndorf

Marion Poschmann liest in Bonndorf vor rund 50 Besuchern aus ihrem Roman "Kieferninseln".

Für beide war es eine Premiere: Die Autorin Marion Poschmann besuchte auf ihrer Lesereise jetzt erstmalig das Kulturzentrum Bonndorf. Und auch für Susanna Heim, die neue Kultur- und Medienreferentin des Landkreises Waldshut und damit Nachfolgerin von Jürgen Glocker war es der erste öffentliche Auftritt in ihrem neuen Amt. Sie begrüßte die rund 50 Besucher: "Ich freue mich auf diese Arbeit!" Dann stellte sie die Autorin Marion Poschmann vor, "eine ganz besondere Sprachkünstlerin und Dichterin", deren neuer Roman "Die Kieferninseln" es bereits auf Anhieb auf die Shortliste des Deutschen Buchpreises schaffte und mit überwältigenden Kritiken überschüttet worden sei.

Autorin Marion Poschmann (links) und die neue Kultur- und Medienreferentin Susanna Heim in Schloss Bonndorf. Bild: Rosemarie Tillessen
Autorin Marion Poschmann (links) und die neue Kultur- und Medienreferentin Susanna Heim in Schloss Bonndorf. Bild: Rosemarie Tillessen

Marion Poschmann (48) freut sich zunächst über den Japanischen Garten, den sie in Bonndorf entdeckt habe, denn auch ihr Roman habe ja viel mit Japan zu tun. Dann liest sie daraus einzelne Passagen. Man erfährt von dem Privatdozenten und Bartforscher Gilbert Silvester, der nach einem schlechten Traum ("Er hatte geträumt, dass seine Frau ihn betrog") panikartig nach Japan fliegt. Dort trifft er zufällig auf den Studenten Yosa, der sich aus Prüfungsangst umbringen will. Gilbert will diesen Studenten retten und reist mit ihm zu einem der schönsten Orte Japans – der Bucht von Matsushima. – den Kieferninseln: "Diese Klippe, mit Kiefern bestanden, war von zernagender Schönheit", liest Poschmann vor. Oder: "Er wartete in die samtige Nacht hinein." Solche poetischen Formulierungen lassen aufhorchen.

Poschmann liest mit leiser, deutlicher Stimme einige Passagen aus dem Buch, darunter auch Anspielungen auf Buddhismus und Shintoismus. Sie blickt immer wieder auf und erzählt etwas vom Inhalt. Doch was bedeutete die Passage vom Fuchsgeist? Warum begeben sich die beiden Gefährten, die unterschiedlicher nicht sein können, auf eine gemeinsame Pilgerreise? Nicht alle Zuhörer verstehen die Zusammenhänge. Hilfreicher ist da das anschließende Gespräch mit Susanna Heim. Da erzählt die Autorin, dass sie 2014 ein Stipendium erhalten und drei Monate in Tokio verbracht habe. Die japanische Gartenkunst und die Andersartigkeit habe sie total fasziniert, auch die Gedichtform der Haikus. Die Kieferninseln seien eine Art "Sehnsuchtsort" und sie habe sich – angeregt von der Samurai-Kultur – viel mit Selbstmord beschäftigt. Die Zuhörer waren jedenfalls neugierig auf den Roman geworden!

 

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