Einig waren sie sich alle – der neue Forstliche Hauptstützpunkt in Bonndorf ist ein Bekenntnis zur Forstwirtschaft und ein Kompetenzzentrum in forstlichen Fragestellungen. Zur offiziellen Einweihung des Gebäudekomplexes im Gewerbegebiet Im Breitenfeld waren Vertreter der Landesverwaltung und des Forstbereichs ebenso gekommen wie Bürgermeister und Kreisräte.

Freude über die offizielle Einweihung des Forstlichen Hauptstützpunktes Bonndorf (von links): Bürgermeister Michael Scharf, Anja Peck, Abteilungspräsidentin am Regierungspräsidium, Stützpunktleiter Rainer Epple, Grünen-Landtagsabgeordneter Reinhold Pix, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, Thomas Steier, Landrat Martin Kistler und Stephan Gutzweiler (Forstdirektion).
Freude über die offizielle Einweihung des Forstlichen Hauptstützpunktes Bonndorf (von links): Bürgermeister Michael Scharf, Anja Peck, Abteilungspräsidentin am Regierungspräsidium, Stützpunktleiter Rainer Epple, Grünen-Landtagsabgeordneter Reinhold Pix, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, Thomas Steier, Landrat Martin Kistler und Stephan Gutzweiler (Forstdirektion). | Bild: Stefan Limberger-Andris

Es sei schon etwas Besonderes, einen derart modernen Forstlichen Hauptstützpunkt einzuweihen, begrüßte Anja Peck, Abteilungspräsidentin der Forstdirektion am Regierungspräsidium Freiburg, die Gäste. Sie unterstrich die Bedeutung des Forstlichen Hauptstützpunktes, gerade in Zeiten einer sich abzeichnenden Borkenkäferkalamität.

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  • Friedlinde-Gurr-Hirsch: Der Bau des Forstlichen Hauptstützpunktes sei, pragmatisch gesehen, dem am alten Standort in der Allmendstraße in Bonndorf nicht mehr erfüllbaren rechtlichen Rahmen geschuldet, so Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum. Tatsächlich vereinige der Neubau jedoch auch noch weitere Aspekte: Die öffentliche Hand gebe durch die Holzbauweise der beiden Gebäude ein Bekenntnis zu einem ökologischen, klimaschonenden Baustoff ab, aber auch zum ländlichen Raum und dem Berufsbild des Forstwirts.
Auch das Holzsägen per Hand will gelernt sein. Der „Nachwuchs“ stand natürlich unter fachmännischer Aufsicht.
Auch das Holzsägen per Hand will gelernt sein. Der „Nachwuchs“ stand natürlich unter fachmännischer Aufsicht. | Bild: Stefan Limberger-Andris

Mit Blick auf die sich verändernden klimatischen Verhältnisse und den einhergehenden Folgen, etwa die sich aufbauende Borkenkäferkalamität mit all ihren negativen Folgen, stimmte Friedlinde Gurr-Hirsch auf ein sich veränderndes Waldbild der Zukunft ein – weniger reich an Holzvorrat und Starkholz und wohl auch lichter. Es gelte einen klimastabilen Wald aufzubauen. Der Forstliche Hauptstützpunkt könne hierzu einen Beitrag leisten. Die Landesverwaltung setze auch auf nachhaltige Bio-Ökonomie, die man im wirtschaftlichen Handeln landesweit verankern und für die man EU-Fördermittel ausloten möchte.

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  • Reinhold Pix: Mit diesem Neubau aus Holz nehme der Landesbetrieb ForstBW die Herausforderungen des Klimawandels an, unterstrich Reinhold Pix, Landtagsabgeordneter und waldpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Landtag. Das Gebäude könne als Leuchtturmprojekt des öffentlichen Wohnbaus dienen. Auch stärke der Forstliche Hauptstützpunkt die Ausbildung der Forstwirte. Die Politik habe sich die Frage gestellt, ob das Land nur noch für den Eigenbedarf – etwa 40 bis 45 Forstwirte per anno – ausbilden solle. Der Hauptstützpunkt weise nun eher einen anderen Weg, nämlich im Schulterschluss mit den Landkreisen dieses Berufsbild attraktiv zu halten.
Die Besucher durften fleißig werkeln und den Naturstoff Holz künstlerisch erleben.
Die Besucher durften fleißig werkeln und den Naturstoff Holz künstlerisch erleben. | Bild: Stefan Limberger-Andris
  • Martin Kistler: Bonndorf avanciere zum Kompetenzzentrum in Waldfragen des Hoch- und Südschwarzwaldes, freute sich Landrat Martin Kistler. Dies habe nicht zuletzt seine Berechtigung im Holzertrags- und Waldreichtum. Zudem stehe nahezu ein Zehntel der Landkreisbevölkerung, genauer gesagt mehr als 16 000 Menschen, in Waldeigentum. Die Forstwirtschaft erwirtschafte gerade in Kommunen hohe Deckungsbeiträge der kommunalen Haushalte. An die Forstleute appellierte der Landrat, klimastabile Wälder aufzubauen, da die Fichte nicht in allen Landkreisteilen eine Zukunft habe.
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  • Michael Scharf: Durch den Bau sei ein Unternehmenscluster im Gewerbegebiet entstanden, das sich mit Holzfragen beschäftige, freute sich Bürgermeister Michael Scharf. Er nannte neben dem Hauptstützpunkt in gleichem Atemzug die Unternehmen Landmaschinen Müller GmbH, HolzHaus Bonndorf GmbH oder die Adler OHG, die in ihren Produktionsabläufen mit Waldprodukten verbunden seien. Er dankte Friedbert Zapf, der bis Ende Juni das Staatswaldgebiet in der Region betreute, und der sich für den Bau des Hauptstützpunktes stark gemacht habe.
Informationen zur Borkenkäferkalamität im Landkreis gab es von Borkenkäfermanagerin Elena Kummer (links).
Informationen zur Borkenkäferkalamität im Landkreis gab es von Borkenkäfermanagerin Elena Kummer (links). | Bild: Stefan Limberger-Andris
  • Thomas Steier, Leiter des Amtes Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Konstanz, betonte, dass der Bau eine Projektplanung gewesen sei, um die sich Mitarbeiter gerissen haben. Holz als Baustoff sei wichtig. Zeichen hierfür war der „Hölzerne Schlüssel“ – ein Kubus, der den Gebäudewandaufbau ausschnittsweise zeigt – den Thomas Steier zunächst an Friedlinde Gurr-Hirsch und diese dann an Stützpunktleiter Rainer Epple weiterreichte.