Im Rahmen der Prüfung des Wahlergebnisses der jüngsten Kommunalwahl war vom Kommunalamt im Landratsamt Waldshut darauf hingewiesen worden, dass im Wahlbezirk Ebnet durch die geringe Anzahl der Wahlberechtigten – bei lediglich 30 Wählern im Wahllokal – das Wahlgeheimnis nicht mehr gewahrt sei. Sollen die kleinsten Bonndorfer Wahlbezirke (Ebnet und Boll) aufgelöst werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gemeinderat in jüngster Sitzung.

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Wie Bürgermeister Michael Scharf erläuterte, ist die Geheimhaltung einer Wahl ein sehr hohes Gut. Um aber das Wahlgeheimnis bewahren zu können, sei es erforderlich, dass in einem Wahllokal mindesten 50 Personen wählen sollten. Dies war nun in Ebnet nicht der Fall und Boll stehe ebenfalls auf dem Prüfstand, meinte der Bürgermeister.

Zahl der Wähler steigt nicht

Rund um den Ratstisch war man sich relativ schnell einig, dass der Erhalt des Wahlbezirks Ebnet keinen Sinn mehr mache. Es sei auch nicht davon auszugehen, dass die Zahl der Wahlberechtigten in Ebnet in nächster Zeit enorm nach oben steigen werde. Die Ebneter werden darüber wohl nicht glücklich sein, mutmaßte Adrian Morath (Bürgerliste), der die Frage nach einer anderen Lösung stellte. Und auch Werner Intlekofer (Grüne) wünschte sich für Ebnet noch eine Wahlmöglichkeit vor Ort, wenngleich ihm die Ebneter in Gesprächen signalisiert hatten, dass sie mit einer Auflösung des Wahlbezirkes leben könnten.

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Die Aufhebung des Wahlbezirks Ebnet wurde beschlossen. Vorgesehen ist, die wahlberechtigten Bürger aus Ebnet dem Wahlbezirk Grundschule II, Bonndorf zuzuschlagen. Wem der Weg zu weit ist, der habe ja noch die Möglichkeit der Briefwahl, sagte Bürgermeister Scharf, auch könne man vor Ort mit Hilfe des Bürgerkoffers seine Stimme abgeben. Ingo Bauer (CDU) könnte sich auch vorstellen, den Bürgerbus einzusetzen, um die Ebneter zur Stimmabgabe nach Bonndorf zu fahren. Bürgerbus und Bürgerkoffer wären auch eine Möglichkeit für Brunnadern. Der Wahlbezirk Brunnadern ist bereits aufgelöst, die Einwohner müssen nach Dillendorf zum Wählen.

Keine Entscheidung für ewig

Was Boll betrifft, sprach sich der Gemeinderat dafür aus, diesen Wahlbezirk zu erhalten. Boll habe gute Chancen, die notwendige Wählerzahl auch in Zukunft vorweisen zu können. Ein Appell ging an die Boller Bürger, ihre Stimmen auch im Wahllokal abzugeben. Übrigens: Die Aufhebung eines Wahlbezirks ist keine Entscheidung für immer und ewig. Wenn Ebnet kräftig wachsen sollte, spricht nach Auskunft der Verwaltung nichts dagegen, den Wahlbezirk wieder einzurichten.

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