Wer demnächst plant, in Bonndorf ein Eigenheim zu bauen, hat gute Aussichten, einen Bauplatz zu finden. Zum Einen bietet die Stadt Flächen im Neubaugebiet Mittlishardt III an – der nächste Bauabschnitt, Mittlishardt IV ist bereits in Planung. Zum Anderen wird es in absehbarer Zukunft Baugrundstücke auf dem Areal der ehemaligen Jugendherberge geben. Der Gemeinderat befürwortete die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das rund 2,8 Hektar große Gelände, um die Voraussetzungen für eine Wohnbebauung zu schaffen.

Der ursprüngliche Plan

Nachdem das Deutsche Jugendherbergswerk den Betrieb der Herberge in Bonndorf vor einigen Jahren aufgegeben hatte, war lange Zeit unklar, was mit den Gebäuden und der großen Fläche passieren wird. Im vergangenen Jahr haben Ralf Hirschbeck und Eva Sauter das Areal erworben. Das Ziel war, in den Bestandsbauten in der Waldallee 27 Wohnungen einzurichten und die Grünfläche in ein Wohngebiet „Waldfrieden“ umzuwandeln. Um dafür die baurechtlichen Grundlagen zu schaffen, ist die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit Vorhaben- und Erschließungsplan notwendig. Möglich ist dies laut Nicole Messerschmid vom Stadtbauamt im beschleunigten Verfahren.

Thema erneut auf der Tagesordnung

In der jüngsten Gemeinderatssitzung lag den Stadträten die Thematik bereits zum zweiten Mal vor. Der erste Planentwurf sah 29 Baugrundstücke vor – die Problematik war, dass einige der Bauplätze zu nahe am Wald gelegen hätten. Der Mindestabstand von 30 Metern wäre nicht eingehalten worden. Die Investoren haben deshalb umgeplant. Die zu nahe am Wald geplanten Bauplätze wurden gestrichen.

23 Baugrundstücke sollen entstehen

Die neue Planung sieht 23 neue Baugrundstücke vor. Inklusive der Bestandsbauten wären auf dem Areal 26 Bauflächen möglich. Die bebaubare Fläche umfasst etwa 15 000 Quadratmeter. Da das Plangebiet von drei Seiten von bestehender Wohnbebauung umschlossen ist, spricht die Verwaltung von einer Innenbereichsverdichtung, was auch politisch erwünscht ist. Die Erschließung des neuen Wohngebiets soll über eine Ringstraße von der Waldallee aus erfolgen.

Bedenken werden zerstreut

Dass das neue Wohngebiet zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen in der Waldallee führen wird, sei klar, sagte Bürgermeister Michael Scharf. Die Befürchtungen von Stadtrat Max Nägele (CDU), dass im Sportplatzweg der Verkehr zunehmen werde, entkräftete der Rathauschef. Es sei kein öffentlich befahrbarer Durchgang zum Sportplatzweg geplant. Von Marie-Luise Adler (CDU) wurde die Entwässerung angesprochen. Scharf erläuterte, dass das Schmutzwasser kein Problem darstelle. Bei Starkregen bestehe jetzt schon das Problem, dass sich Wasser im Sportplatzweg staue. Die Ableitung des Regenwassers sei eine städtische Aufgabe, den Nachweis für eine Entwässerung der neuen Grundstücke müsse Investor Ralf Hirschbeck erbringen.

Naturschutz kommt nicht in die Quere

Gemeinderat Erhard Morath (CDU) sprach den Naturschutz an, der beim Bebauungsplan Mittlishardt III eine große Rolle gespielt habe, hier aber ausgeklammert sei. Scharf und Nicole Messerschmid verwiesen darauf, dass keine FFH-Gebiete oder Naturschutzgebiete berührt werden. Zudem sei bei einer Baufläche unter zwei Hektar kein Gutachten erforderlich.

Private Investoren nicht als unbeliebte Konkurrenz

Und wie urteilen die Kommunalpolitiker über die private Konkurrenz auf dem Grundstücksmarkt? Beim derzeitigen Bauboom wurden keine großen Bedenken geäußert. Scharf konnte der Konkurrenzsituation sogar etwas Positives abgewinnen. „Ich bin gar nicht traurig, wenn wir einmal eine Pause einlegen können bei der Erschließung neuer Bauflächen“, sagte er. Nichtsdestotrotz werde zügig weiter geplant. Ein Teil der Grundstücke für die nächste Baugebietserweiterung Mittlishardt IV sei bereits gekauft. Dort will die Stadt dann auf rund zwei Hektar Fläche 26 bis 30 Bauplätze erschließen.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Heidi Saddedine (SPD) regte noch an, bei der Bebauungsplanung „Waldfrieden“ einen Kinderspielplatz oder einen Bolzplatz zu berücksichtigen. Diesen Vorschlag nahm die Verwaltung auf, ebenso wie die Forderung, keine Zufahrt zum Sportplatzweg anzulegen. Der Bonndorfer Gemeinderat stimmte letztlich der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit Vorhaben- und Erschließungsplan „Waldfrieden“ zu. Beschlossen wurde auch die Durchführung einer freiwilligen frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung.

Termin: Eine öffentliche Informationsveranstaltung zur geplanten Bebauung auf dem Areal der ehemaligen Jugendherberge findet am Donnerstag, 5. Juli, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Bonndorf statt.