Ein wohlbestelltes „Bonndorfer Haus“ wartet auf den neuen Gemeinderat, der bei der Kommunalwahl am Sonntag, 26. Mai, gewählt werden wird. Die Einwohnerzahl nimmt langsam aber stetig zu, die kommunale Investitionstätigkeit sowie die Steuerkraftsumme erreichen bei gleichzeitiger Null-Verschuldung Spitzenwerte.

Die Bevölkerung wächst

Bonndorf wächst, gemessen an der Bevölkerungszahl – seit 2011 (6671 Bewohner) bis dato (6995 Bewohner) um rund 3,3 Prozent. Am augenfälligsten veränderte sich die Bevölkerungszusammensetzung nach Staatsangehörigkeiten. Lag der Anteil ausländischer Mitbürger 2011 (532 Menschen) noch bei 7,8 Prozent, sind es mit Stand Februar dieses Jahres (1036 Menschen) bereits 14,8 Prozent. 2017 wies Bonndorf bereits 6901 Einwohner auf, darunter 5954 Deutsche und 947 ausländische Mitbürger (13,7 Prozent). Ohne den Zuzug ausländischer Mitbürger wäre die Bonndorfer Bevölkerung geschrumpft – um rund 4,5 Prozent.

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Die hohe Steuerkraftsumme, die im laufenden kommunalen Haushalt auf knapp 12,265 Millionen Euro geschätzt wird und um knapp 45 Prozent über 2017 (rund 8,48 Millionen Euro) liegt, setze Bonndorf an die Spitze im Landkreis, frohlockte Michael Scharf bei den jüngsten Haushaltsberatungen. Tatsächlich fließen 2019 aus dem Haushalt allerdings wieder geschätzt 7,786 Millionen Euro ab (Gewerbesteuerumlage rund 1,164 Mio Euro, Finanzausgleichsumlage rund 3,041 Millionen Euro und Kreisumlage rund 3,581 Millionen Euro). 2011 lag die Steuerkraftsumme bei rund 6,103 Millionen Euro.

Grundsteuer seit Jahren konstant

Die positive Entwicklung der Steuerkraftsumme spiegelt eine prosperierende Entwicklung der Stadt als eine im Kern sich verbessernde wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen und Einwohner wider (von höheren durch den Staat eingenommener Umsatz- und Einkommenssteuerbeträgen bekommt Bonndorf mehr ab). Zumal eine weitere Einnahmequelle seit vielen Jahren konstant gehalten wird – die Grundsteuer A (420 vom Hundert) seit mehr als einem Jahrzehnt und die Grundsteuer B (330 vom Hundert) seit 2011.

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Die Gewerbesteuer (der Hebesatz liegt seit 2011 konstant bei 330 vom Hundert) und der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer sind auch für Bonndorf die wichtigsten finanziellen Einnahmequellen. 2019 machen Gewerbesteuer (prognostizierte Einnahmen rund 6 Millionen Euro) sowie Einkommenssteuer (prognostizierter Gemeindeanteil 3,874 Millionen Euro) und Umsatzsteuer (prognostizierter Gemeindeanteil 0,563 Millionen Euro) rund 85 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen Bonndorfs aus.

Keine Schlüsselzuweisungen aus dem Finanzausgleich

Die hohe Steuerkraftsumme führt allerdings im laufenden kommunalen Haushalt auch dazu, dass die Stadt Bonndorf erstmals keine allgemeinen Schlüsselzuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich mehr erhält. Diese Zuwendungen beliefen sich in den vergangenen Jahren bei etwa einer bis 1,5 Millionen Euro. Dazu fließen 2019 aus dem kommunalen Haushalt noch etwa 7,786 Millionen Euro ab (Gewerbesteuerumlage rund 1,164 Millionen Euro, Finanzausgleichsumlage rund 3,041 Millionen Euro und Kreisumlage rund 3,581 Millionen Euro). Diese Umlagen lagen in den vergangenen Jahren bei etwa fünf bis sechs Millionen Euro.

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Die gute finanzielle Haushaltslage ermöglicht Bonndorf in diesem Jahr freie Hand für Investitionsausgaben von rund 9,59 Millionen Euro. 2011 lagen die Investitionsausgaben noch bei rund 0,714 Millionen Euro, 2017 bereits bei rund 2,56 Millionen Euro. Mit 6 Millionen Euro fließen 2019 etwa 62,5 Prozent in den Internet-Breitbandausbau. In bauliche Infrastruktur dürfen als bedeutende Posten die Sanierung der Einsegnungshalle auf dem Friedhof Bonndorf (650 000 Euro), der Beginn der Generalsanierung des Bildungszentrums (200 00 Euro) und Maßnahmen im Freibad (170 000 Euro) gewertet werden.

Grundlage für neuen Wohnraum

Durch das Neubaugebiet „Unter dem Friedhof“ (350 000 Euro) auf Gemarkung Dillendorf soll durch kommunales Engagement die Grundlage für neuen Wohnraum geschaffen werden. Und dies alles bei einem seit 2014 bestehenden Schuldenstand von Null Euro. 2011 hatte der Schuldenstand bei bereits niedrigen knapp 48 Euro je Einwohner gelegen.

Wuchsen die Rücklagen im Bonndorfer Haushalt gemessen an 2011 bis 2017 um das rund 2,2-fache auf 5,559 Millionen Euro an, verringerte sich die Liquidität der Stadt (nach Neuem öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesen) im laufenden Haushalt auf knapp 2,1 Millionen Euro.