Die Gruppierung Bonndorfer Bürger „Mir vo do“ macht sich seit fast zwei Jahren um den Stadtgarten und „s’Kirchli“, wie die Schlosskapelle liebevoll genannt wird, verdient. Sie bietet wieder einmal ein außergewöhnliches Ereignis an. Am 18. September ab 19 Uhr feiert dort eine neue Bonndorfer Formation Premiere – das Vokalquartett VierSinger.

Von „Wenn ich ein Vöglein wär’“ bis zu „Kein Schöner Land“

Die VierSinger – das sind Edgar Roll, der Bandinitiator, die in Bonndorf bekannte Let’s-Fetz-Nachwuchsdirigentin und Sängerin in ihrer eigenen Band, Sabine Zausig, der Wellendinger Musiker Jörg Bernhart und Evelyn Maier. Sie widmen sich Volksliedern, von „Wenn ich ein Vöglein wär’“ bis hin zu „Kein Schöner Land“.

Liederschatz soll nicht verloren gehen

„Ich stelle fest, dass Volkslieder immer mehr in Vergessenheit geraten, und es stört mich kolossal, dass das Meiste bei uns heute auf Englisch gesungen wird“, sagt Edgar Roll. Zwar habe er eine Zeit in England gelebt und hege eine gewisse Affinität zur englischen Sprache. „Aber wir haben hier einen Liederschatz, der droht, verloren zu gehen, weil die ältere Generation wegstirbt.“ Deshalb sei es wichtig, diesen Schatz mit jüngeren Menschen neu aufleben zu lassen.

Jedes Chormitglied mit besonderen Qualitäten

Bei seiner Suche nach Mitstreitern war dem Basssänger Edgar Roll zunächst wichtig, dass alle Noten lesen können. Aber er schätzt jedes einzelne Quartettmitglied auch darüber hinaus. „Dass Sabine Zausig eine wunderbare Altstimme hat, weiß ich aus dem Chor. Und sie hat ein wahnsinniges Gefühl für Rhythmus.“ Jörg Bernhart habe er gemeinsam mit Evelyn Maier in Wellendingen gehört, als sie das berühmte „Barcelona“ gesungen haben, dessen Original von Freddie Mercury und Montserrat Caballé stammt. „Ich war begeistert“, schwärmt Roll heute noch, thematisiert „den pfeilgeraden Sopran“ von Evelyn Maier und „die lyrische Stimme“ von Jörg Bernhart.

Erweckungserlebnis in der Kirche

Er selbst singt seit 25 Jahren und hat einige Stimm- und Gesangsausbildungen absolviert. Initialzündung für das Quartett war für den Grafikdesigner ein Kollege bei der Firma Sto. „Jens Paulsen hat mich eines Tages gebeten, für ihn eine Aufnahme zu machen. Wir sind in die Stühlinger Kirche und er hat ‚My Way’ gesungen. Das war sensationell, ich dachte, die Scheiben fliegen raus.“ Damit war für ihn klar: „Das will ich auch können.“ Jens Paulsen war dann tatsächlich auch sein erster Lehrer. Schmunzelnd berichtet Edgar Roll über sein diesbezüglich neues Leben. „Meine Frau war baff, und ich habe mich ein Stück weit selbst neu entdeckt und das gemacht, was ich eigentlich immer wollte“, sagt er.

Bunte Mischung im Programm

„Mit Sang und Klang“ nennen die VierSinger ihr Programm. „Mir war wichtig, dass es eine bunte Mischung ist“, erläutert Edgar Roll. Jeder habe ein geliebtes Stück einbringen können. Somit sind es nicht nur deutsche Volkslieder, die im Kirchli gesungen und gespielt werden (die Pianobegleitung übernimmt Beatrice Kohler). Auch der Goisern-Hit „Weit, weit weg“ steht auf dem Programm. „Come again“, der amerikanische Folksong, wird gesungen, und Jana Maier singt als Gast „Wie im Himmel“, aus dem gleichnamigen schwedischen Film. „Sie hat eine wunderbare Naturstimme, da denkst Du echt, es singt ein Engel.“ Musikschatzfinder Edgar Roll freut sich über einen speziellen Programmpunkt, entdeckt beim Musikerstammtisch im „Lamm“: Simon Scherble und Tobias Podeswa improvisieren an Hangdrum, Percussion und Vibraphone.

Konzert: „VierSinger“ sind mit „Mit Sang und Klang“ zu Gast bei „mir vo do“ in der Schlosskapelle, 19. September, 19 Uhr, danach gibt es Leckereien aus der „Germania“.