Gut vorbereitet kamen sowohl Bürgermeister Michael Scharf, als auch die Anwohner, die besonderes Interesse an der Verkehrsschau in der Schwimmbadstraße bei der zentralen Bushaltestelle unterhalb des Bildungszentrums hatten.

Experten aus dem Landratsamt, von der Polizei, von der Südbadenbus GmbH, den Busunternehmen, Rektoren, Gemeinderäte, der Bürgermeister und sein Hauptamtsleiter diskutierten rund eineinhalb Stunden beim Ortstermin über die jetzige Lösung und mögliche Alternativen.

„Es gibt keine Lösung, die alle befriedigt“, fasste Realschul-Leiter und Gemeinderat Tilman Frank schließlich zusammen, wobei er keinen Zweifel daran ließ, dass er auch für die anderen Schulen und die Lehrerschaft die seit Dezember geltende Lösung (siehe Infobox) beibehalten wissen möchte.

„Aus der Sicht der Schule ist das der ideale Platz für die Haltestellen. Bei der Situation mit der alten Lösung, war es eine Frage der Zeit, bis etwas passiert. Wir möchten nicht, dass das wieder zurückgebaut wird“, so Frank.

Sicherheit der Schüler als Priorität

Die Sicherheit der Schüler war auch das gewichtigste Argument für die zentrale Haltestelle an diesem Platz. Denn die knapp 500 Schüler, die mit dem Bus zum Bildungszentrum fahren, in dem insgesamt 830 Schüler beschult werden, müssen nun vom Bus zur Schule und zurück keine Straße mehr queren.

Das stieß bei den Anwohnern ebenso meistenteils auf großes Verständnis, wennschon zwei Bürger deutlich machten, dass die Verkehrserziehung der Kinder zum Leben gehöre. „Meine Kinder haben auch überlebt“, meinte eine Anwohnerin, deren Kinder noch zu Zeiten der alten Haltestellenregelung zur Haltestelle am Schwarzwaldhotel gelaufen waren.

„Die Sicherheit der Schüler geht vor“, gestand Anwohner und Familienvater Martin Selz zu. Allerdings sei man verärgert, dass im Vorfeld dieser Fahrplan- und Bushaltestellen-Umorganisation keine entsprechenden Informationen in der Öffentlichkeit angekommen seien. Rudi Temesberger hinterfragte, ob es nicht Alternativen gegeben hätte mit Abstellmöglichkeiten in der Gartenstraße auf dem Gelände des ehemaligen Armenhauses und Ausfahrt über den Parkplatz beim Gasthaus Sonntag. Die Schüler müssten dann von der Gartenstraße über die Unterführung bei der Mühlenstraße zur Schule. Damit sei auch das Nadelöhr an der Ecke Schlossstraße-Süßwinkel beseitigt.

Vernichtende Bilanz der Anwohner

Nun, gut vier Monate nach Einführung, fällt die Bilanz der Anwohner vernichtend aus. „Jetzt ist Winter und ich habe die Fenster geschlossen, aber im Sommer muss ich meine Leute anbrüllen und eine Gasmaske aufsetzen“, so eine Anwohnerin. Die erhöhte Lärmbelästigung durch Busse, die die Haltestellen anfahren, mit laufenden Motoren stehen und dann wieder starten, konnten die Anwesenden selbst beim Ortstermin nachvollziehen. Mindestens so laut waren jedoch durchknatternde Mopeds.

Von Autofahrern wurde berichtet, die die Schwimmbadstraße als Rennstrecke nutzen würden. Vom Angebot des Bürgermeisters, sich um den ersten festinstallierten Blitzer im Kreisgebiet für die Schwimmbadstraße zu bemühen, wurde sogar von den Anwohnern vor Ort Abstand genommen, – eine Tempo-30-Zone sei möglicherweise wünschenswert.

Ein großes Ärgernis stellte auch die erschwerte Zufahrt oder auch die Ausfahrt aus den Grundstücken direkt gegenüber dieser Zentralhaltestelle dar. Die Straße sei an dieser Stelle einfach zu eng, wobei sich im Zuge des Gesprächs herausstellte, dass dies, gerade im Winter, in dem auch die Anlauf-Phase für dieses neue Projekt war, durchaus auch ein Thema der Schneeräumung und der durch die Räumung verursachten Schneeberge war.

Spontane Abhilfe

Hierfür konnte sich Bürgermeister Michael Scharf spontan Abhilfe vorstellen: Durch Schneelagerung auf der Seite der Bushaltestelle gegen eine noch zu errichtende Mauer. Auch über die Einrichtung einiger Parkplätze, quasi im Vorgarten der Martin Gerbert Schule können man reden, denn die Parksituation der Anwohner sei durch die lange Strecke der Bushaltestelle auch schlechter geworden.

„Mir geht es nur um die Sicherheit der Schüler“, sagte Michael Scharf, der sich ansonsten offen zeigte, eben auch für eine neuerliche Tempo-30-Diskussion, die genau für die Schwimmbadstraße schon einmal geführt worden war. Auch über eine für die Gemeinde teurere Wiedereinführung der Haltestelle Alte Post gegenüber dem Rathaus könne der Gemeinderat beschließen.

 

Die Schwimmbadstraße

Zum Fahrplanwechsel im Dezember wurde eine neue Busregelung eingeführt. Alle Busse halten seither zentral in der Schwimmbadstraße für direkte Umsteigemöglichkeiten, die vorher im Stadtgebiet nicht gegeben waren – Bonndorf ist das Sackende für die Buslinien aus Donaueschingen, Waldshut und Neustadt. Mit der zentralen Bushaltestelle muss auch kein Fahrschüler mehr eine Straße überqueren. Die Anwohner sind seither höheren Belastungen ausgesetzt. Entscheidung über weiteres Vorgehen ist im Juli im Gemeinderat.