Bonndorf Bonndorf: Raser erhitzen die Gemüter

Anwohner der Bonndorfer Spielgelstraße wollen den jetzt schon verbotenen Durchgangsverkehr aus Richtung Donaueschingen durch ihre Straße stoppen.

Schon bevor die Diskussion im Gemeinderat ins Rollen kam, hatte Bürgermeister Michael Scharf "ein flaues Gefühl", wie immer, wenn es um Verkehrsregelungen geht. Das verstärkte sich dann im Laufe des Meinungsaustauschs offenbar deutlich. Die Anwohner der Spielgelstraße haben offensichtlich die Nase voll von Rasern, die aus Richtung Donaueschingen kommend die Lindenstraße hinunter fahren und verkehrswidrig die Spielstraße als Abkürzung zur B 315 nutzen. Dabei donnernn sie nach Aussagen eines Anwohners, in hohem Tempo an dem dort stehenden Brunnen vorbei und durch die schmale Straße.

Mittels einer Fotomontage zeigte Scharf, wie rot-weiße Pfosten vor dem Brunnen den Fahrbahnrand deutlich markieren. Davon hält der Rathauschef allerdings nicht viel. Er wies darauf hin, dass Rechtsabbiegen in die Spiegelstraße jetzt schon verboten ist. "Man darf diese Autofahrer auch anzeigen", zeigte er eine mögliche Lösung an. Gernot Geng (BL) reiht diese Variante ins Denunziantentum ein und schlägt vor, dass die Polizei an dieser Stelle mehr kontrollieren solle. "In erster Linie geht es um die Sicherheit der Anwohner", stellte er fest. Und das war breiter Konsens im Gremium und der Verwaltung. Patricia Schwanke-Kech (BL), selbst Anwohnerin, ist es "wichtig, dass die Straße ruhiger wird". Sie möchte dazu die Ordnungshüter der Stadt in die Überwachung des Verkehrs in der Spiegelstraße einbinden.

Eine Idee, an der auch Bürgermeister Michael Scharf Gefallen fand, brachte Karlheinz Rogg (BL) ins Spiel: "Wir könnten die Einfahrt in die Einbahnstraße auch einfach umkehren!" Damit wäre die Spielgelstraße von der Linden- oder Brunnenstraße her nicht mehr nutzbar, das Einbiegen wäre nur von der B 315 bei der Firma Schwanke möglich. Bruno Kalinasch (SPD) glaubt, dass dann der Verkehr einfach verlagert wird und ist überzeugt davon, dass aufgestellte Begrenzungspfosten den Verkehr einbremsen würden. Und das ist nach seiner Einschätzung auch das, was die Anwohner der Spielgelstraße wollen. Gernot Geng bevorzugt dagegen wegen der schöneren Optik Blumenkübel als Begrenzung aufzustellen. Michael Käppelers Vorschlag, künstliche Bodenwellen zu montieren, wurde nach den schlechten Erfahrungen im Sportplatzweg nicht weiter verfolgt.

Während der Bürgermeister die Diskussion als "hitzig" wertete, echauffierte sich Geng ob dieser Formulierung: "Toll, dass wir so diskutieren, das gehört zur Demokratie, das wünsche ich mir öfter."

Beschlossen wurde einstimmig, dass die Verwaltung schriftlich, die Polizei zu mehr Kontrollen auffordert. Bei einer Verkehrsschau mit Vertretern der Straßenverkehrsbehörde sollen verschiedene Varianten erörtert werden. Letztlich entscheidet nämlich die Behörde, welche Lösung umgesetzt wird, machte Scharf den Räten deutlich.

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