Bonndorf/Wutach (ew) Ein Rettungseinsatz der Bergwacht Wutach am Samstag in der Wutachschlucht wurde wieder einmal durch das fehlende Funknetz erschwert. „Wir hatten keine Funkverbindung und konnten die notwendige zusätzliche Hilfe nicht anfordern“, beklagt sich der Vorsitzende der Bergwacht Wutach, Lothar Schmidt, der zum wiederholten Mal eine Verbesserung des Funknetzes und des Handynetzes in der Wutachschlucht fordert. Dunkelheit, die starke Strömung im Fluss und die Nennung unterschiedlicher Rettungssektoren erschwerten den Einsatz der Bergwacht Wutach in der Wutachschlucht zusätzlich.

Sein dringender Appell gilt der Landesregierung: "Wir haben bereits digitale Technik im Rettungswagen, aber es fehlt die Freigabe der zuständigen Behörde." Gestern erklärte Schmidt auf Anfrage dieser Zeitung, dass es ihm unter diesen Bedingungen keinen Spaß mehr mache. "Die Freigabe für das digitale Netz muss jetzt für Bergwacht und Feuerwehr kommen", fordert er. Das Fahrzeug der Bergretter sei für den digitalen Funk ausgerüstet, aber die dafür notwendigen BSI-Karten fehlen. "Die Rettungsdienste müssen endlich mit der Polizei gleichgeschaltet werden", sagt Schmidt. Nur die Landesregierung könne das in die Wege leiten. Und er fordert erneut die Gleichstellung der Bergwacht mit der Feuerwehr, was den Verdienstausfall bei Einsätzen betrifft. An dem mehrstündigen Einsatz zur Rettung eines 78-jährigen Wanderers waren nach Angaben von Schmidt mehr als 20 Einsatzkräfte der Bergwacht beteiligt. Der Einsatz sei erst kurz vor Mitternacht beendet gewesen.

Der Landesgeschäftsführer der Bergwacht Schwarzwald, Lutz Scherer, sagte gestern gegenüber dieser Zeitung: "Es sieht nach Bewegung beim digitalen Funk aus, es gibt positive Signale aus Stuttgart. Die Blockade scheint aufgelöst, bisher war das Innenministerium verständlicherweise sehr mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigt." Einen konkreten Zeitpunkt für die Einführung des digitalen Funknetzes für die Bergwacht könne er nicht nennen, Scherer sieht aber Chancen, dass die BSI-Karten bald ankommen werden. Grundsätzlich sieht der Geschäftsführer in der Vielfalt der Möglichkeiten (Mobilfunk, analoge Telefone und Funk) zur Alarmierung einer Leitstelle einen Vorteil: "Auf verschiedene Systeme, zugreifen zu können ist immer gut."

Zum Umstand, dass zum Hilfe bedürftigen Wanderer am Samstag viele Alarmierungen bei drei unterschiedlichen Leitstellen (Waldshut, Donaueschingen und Freiburg) eingingen, erklärte Scherer: "Eine große Leistelle wäre personell besser ausgestattet und rund um die Uhr erreichbar. Kleinere Leistellen kennen sich in der Region dafür eventuell besser aus. Was besser ist? Darauf gibt es keine Antwort."

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